23. November 2017 · Arbeitsleben · von

Prokrastination zulassen? Tipps fürs richtige Aufschieben

Dein Lieblingskollege heißt Aufschieberitis und tighte Deadlines sind dein bester Freund? Von deiner Prokrastination musst du dich nicht unbedingt trennen – zumindest nicht von heute auf morgen: Hier zwei Wege, wie du deiner Aufschieberitis frönen kannst und trotzdem produktiv bleibst.

Weitere Artikel zum Thema

Deine Aufschieberitis verstehen

Warum überhaupt prokrastinieren? Wir schieben Dinge auf, wenn sie uns langweilig, schwierig oder mühsam erscheinen. Besonders jene Aufgaben, deren Belohnung lange oder ganz ausbleibt, erscheinen dann wenig verlockend. Viel besser ist doch alles, was du in deinen Prokrastinationspausen tust: Der Blick auf Facebook belohnt dich mit Neuigkeiten oder Zerstreuung, eine Runde Candy Crush am Smartphone mit zehn Minuten „Hirn ausschalten„. Möchtest du deine Prokrastination verstehen, analysiere doch einmal, was du eigentlich während dieser Aufschieberitis-Phasen machst. So findest du heraus, welche Art der Belohnung du suchst.

Gönn dir! Ja zur Prokrastination

Dinge aufzuschieben ist nicht per se schlecht. Prokrastination kann uns vor Überarbeitung schützen, in Phasen der Ziellosigkeit gelingt es auch, neue Ideen zu generieren. Der Anspruch, den ganzen Arbeitstag über kein einziges Mal Instagram, private E-Mails, Facebook & Co zu checken, ist – seien wir ehrlich – ziemlich überzogen. Charles Duhig, Autor von „The Power of Habit“ empfiehlt, sich fixe Zeiten für das süße Herumbummeln zu setzen: Zu jeder vollen Stunde gönnst du dir fünf Minuten auf Instagram, Twitter, Facebook oder frönst einem Online-Game – ganz ohne schlechtes Gewissen. Wichtig ist dabei, dass du deine Phasen der Aufschieberitis aktiv kontrollierst und aus zehn Minuten Online-Zeit nicht plötzlich eine halbe Stunde wird. Schieb doch das Lesen des restlichen Artikels kurz auf und sieh dir dieses Video an:

Strukturierte Prokrastination

John Perry hat für sich den Ansatz der „strukturierten Prokrastination“ entdeckt. Wer zu besonders stressigen Prüfungszeiten eine blitzsaubere Wohnung hatte, kennt das Konzept bereits: Man erledigt eine Sache zwar nicht, dafür aber eine andere. Am Ende des Tages hat man dann nicht für den Test gelernt, aber die Wohnung ist sauber. Mit etwas Vorsicht genossen, kannst du dir das Prinzip zu Nutze machen.

Grundlage für Perrys Konzept der strukturierten Prokrastination ist eine Liste mit allen Aufgaben und To-dos. Diese werden hierarchisch geordnet, von der dringendsten oder wichtigsten Aufgabe bis hin zu jenen Dingen, die noch warten können. Hast du keine Lust auf  To-dos vom oberen Teil der Liste, weichst du einfach auf die weniger wichtigen Aufgaben aus. Du prokrastinierst, erledigst aber dennoch etwas. Klar, der wöchentliche Bericht sollte bald fertig werden aber hey – du hast jetzt immerhin dein E-Mail-Postfach gründlich aufgeräumt! Aber Vorsicht: Diese Taktik funktioniert natürlich nicht endlos, denn irgendwann musst du auch die wirklich wichtigen Dinge anpacken. Pass also auf, damit du dich nicht in Schwierigkeiten hineinprokrastinierst.

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

karriere.at verwendet Cookies, um dein Benutzererlebnis zu verbessern und personalisierte Werbung anbieten zu können. Weitere Informationen und deine Opt-Out Möglichkeit findest du auf unserer Datenschutzseite.