25. Oktober 2017 · Arbeitsleben · von

Praktikum: Ein Schritt weiter auf dem Weg zum Traumberuf

Langweilige Arbeiten für einen Hungerlohn? Vielleicht im Praktikum aus der Hölle, das hat aber hoffentlich Seltenheitswert. Heute gibt es praktische Tipps für die Suche nach dem richtigen Praktikum von TEDx-Gastautorin Elisabeth Kling.

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Literweise Kaffee kochen und servieren, stapelweise Dokumente kopieren, als Mädchen bzw. Junge für alles rund um die Uhr erreichbar und anwesend sein. Hat man Glück, darf man den Chef oder einen Kollegen mal zu einem Termin begleiten, ab und zu bei Besprechungen Protokolle schreiben bzw. Präsentationen vorbereiten. Und das Ganze natürlich auch noch für einen Hungerlohn, vom dem man nicht einmal das tägliche Mittags-Sandwich bezahlen kann. Alptraum. Aufwachen aber absolut möglich! Heutzutage haben Praktika nichts mehr mit solchen Horror-Vorstellungen zu tun. Es gilt, das Beste für beide Seiten herauszuholen. Sowohl für den Praktikanten, als auch für den Arbeitgeber.

Ziemlich sicher findet man sich noch während der Ausbildung bzw. nachdem man diese absolviert hat in einer Praktikumssituation wieder. Entweder der Studienplan verlangt es, oder man möchte sein theoretisches Wissen gern mit praktischen Erfahrungen untermauern und sich so seine ersten Sporen in der Arbeitswelt verdienen. Abgesehen von den sogenannten „Hard Skills“, die berufstypischen Qualifikationen, die man sich während eines Praktikums aneignet, sind besonders die „Soft Skills“ oft ausschlaggebend, wenn’s darum geht, beim nächsten Arbeitgeber zu punkten oder eventuell sogar den Praktikumsvertrag in ein normales Dienstverhältnis zu verwandeln.

Praktisches zum Praktikum: davor, danach & währenddessen

  • Sucht man nach einem Praktikum, geht’s natürlich über die „üblichen verdächtigen“ Portale, Foren und Internetseiten. Viele möchten es selbst schaffen, ein Praktikum an Land zu ziehen, und scheuen sich deshalb davor, persönliche Kontakte zu nutzen. Das ist aber der falsche Ansatz. Einfach mal Nachfragen schadet nie, deshalb ist es wichtig, mit Leuten in Kontakt zu treten, sich von der besten Seite zu zeigen und zu Networken. Aufbau und Pflege von persönlichen sowie beruflichen Kontakten ist heutzutage besonders wichtig fürs berufliche Weiterkommen und auch von (künftigen) Arbeitgebern gerne gesehen.
  • Bei Vorstellungsgesprächen ist eine gute Vorbereitung schon die halbe Miete. Es gilt ja, neben den Qualifikationen, auch herauszufinden, ob man mit einem Praktikumsanbieter zusammenpasst, oder auch nicht. Sich im Vorfeld genau anzusehen, wie ein Unternehmen tickt und zu überlegen, warum man genau dorthin passt, ist empfehlenswert und bietet eine gute Basis für ein Gespräch auf Augenhöhe.
  • Bei Pflichtpraktika sind die Konditionen oft festgelegt und der Verdienst eher gering. Mal ehrlich, reich wird man meist nicht als Praktikant. Trotzdem darf man selbstbewusst ins Gespräch gehen, sich beim Thema Gehalt nicht in die Rolle des Bittstellers begeben. Arbeit muss abgegolten werden, Zeit und Leistung sind wertvoll. Neben finanzieller Abgeltung gibt es oft zahlreiche andere Angebote, die ein Firmenportfolio zur Verfügung stellen kann. Auch hier schadet es nicht, einfach nachzufragen.
  • Feedback bekommen und geben. In diesem Fall ist eben nicht das Schweigen, sondern das Reden Gold wert. Nach Erledigung einer Aufgabe bzw. auch währenddessen kann das Einholen von Feedback manchmal ausschlaggebend sein, um ein Projekt zur Zufriedenheit aller abzuschließen. Es empfiehlt sich zu sagen, warum eine Aufgabenstellung besonders fordert bzw. besonders begeistert. Im Gegenzug kann auch die eigene Einschätzung angeboten werden, oft sind es gerade Personen, die neu im Unternehmen sind, die auf Schwachstellen aufmerksam machen oder Prozessveränderungen herbeiführen.
  • Verantwortung zu übernehmen kann gerade wenn man erst seit kurzem in einem Unternehmen ist, eine ziemliche Herausforderung darstellen. Aber es lohnt sich! Gewissenhaftes Arbeiten und selbstbewusst getroffene Entscheidungen sind gern gesehen. Auch Nachzufragen und weitere Informationen einzuholen, sich evtl. doch für einen alternativen Lösungsansatz zu entscheiden oder ein Projekt von Neuem zu beginnen, zeigt, dass man sich mit den anvertrauten Aufgaben auseinandersetzt und, wenn nötig, auch flexibel auf Veränderungen reagieren kann.

Praktikanten sind heutzutage keine Arbeitskräfte zur Erledigung unerfreulicher Tätigkeiten, sondern vollwertige Mitarbeiter, die wichtige Beiträge leisten und oft für frischen Wind und neue Sichtweisen sorgen. Dies sollte sich dann nachträglich auch in einem guten Zeugnis bzw. einer Weiterempfehlung oder auch in der Übernahme in ein reguläres Dienstverhältnis niederschlagen. Abschließend: Ein Praktikum ist ein Praktikum ist ein Praktikum. Sollte während oder nach dem Praktikum feststehen, dass der Job, das Umfeld oder vielleicht sogar das Thema doch nicht (ganz) das Richtige waren, dann ist es manchmal wichtig, sich einzugestehen, dass der Kurs eventuell etwas korrigiert werden muss. Erfahrungen sind dazu da, um gesammelt zu werden. Jeder Schritt – egal ob vorwärts oder seitwärts – ist ein Schritt dem Ziel entgegen.

Redaktion

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