Erstellt am 24. Januar 2019 · Arbeitsleben · von

Lass die Töne rein – ein Plädoyer für Kommunikation am Arbeitsplatz

Lesezeit: 2 Minuten

Mehr als ein hippes Accessoire und Berieselungsinstrument: Für viele sind Kopfhörer am Arbeitsplatz überlebensnotwendig. Die gefühlten 500 Dezibel im Großraumbüro stören nicht mehr, großspurige Kollegen verstummen schlagartig, die Selbstgespräche des Sitznachbarn beeindrucken einzig Lippenleser. Eines droht dabei aber auf der Strecke zu bleiben: die Unterhaltung, der Austausch, das Diskutieren. Ein Plädoyer für offene Ohren, offene Münder, offene Köpfe – für Kommunikation.

Lautstarker Kaffeetratsch, brüllendes Gelächter über nervige Witzchen und zum Drüberstreuen lästiges Smartphone-Gebimmel – da hilft häufig nur mehr Ohren zu und durch. Die leidige Nebenwirkung des vermeintlichen akustischen Allheilmittels: Der direkte Austausch bleibt auf der Strecke und damit die sozialen Kontakte. Im schlimmsten Fall drängt einen der Gehör- und Konzentrationsschutz ins kollegiale Abseits.

Rückzugsräume schaffen, aber im Gespräch bleiben

Drei Tipps, wie man sich am Arbeitsplatz akustische Rückzugsräume schafft und dennoch im Gespräch bleibt:

Lärm-Detox in verträglichen Dosen
„Kopfhörer auf, Office-Krach raus“ mag ein hilfreiches Motto sein – aber nur vorübergehend. Also bitte die Ohren bloß dann zustöpseln, wenn wirklich absolute Konzentration gefragt ist. Nicht zu laut und zu lange Musik hören, sonst wird aus der Fokussierung heimlich, still und leise Ablenkung. Man verliert das Wesentliche aus den Augen und unter Umständen mit der Zeit die Sensorik für die allgemeine Stimmung im Büro.

Wider die drei Affen: sehr wohl sehen, hören und auch was zu sagen haben.

Reden statt Mailen und Slacken
Der moderne Mitarbeiter mailt und slackt – und streamt währenddessen seine Playlist. Möglicherweise altmodisch, aber äußerst effektiv, wenn es um die Verstärkung der Kommunikation und damit Vertiefung der zwischenmenschlichen Beziehungen geht: statt eine digitale Nachricht zu schicken die Kopfhörer beiseitelegen und den Kollegen besuchen. Hilft nicht selten dabei, rascher Lösungen zu finden und auch Missverständnissen vorzubeugen und ganz nebenbei ein paar Kalorien zu verbrennen.

Altmodisch, aber effektiv: statt einer digitalen Nachricht den Kollegen besuchen

Nicht selbst zum Störfaktor werden
Die geliebten Sounds so konsumieren, dass sie die Kreativität fördern, aber andere nicht bei der Arbeit stören. Nicht vergessen: Man sitzt in einem (Großraum-)Büro und nicht am Dancefloor. Und: einen Song voller Inbrunst mitträllern, mag unter der Dusche eine feine Sache sein – im Office stößt das mit Sicherheit auf wenig Gegenliebe. Viel besser: sich in der Kaffee- oder Mittagspause über angesagte Musik austauschen.

„Zügig“ zur Ruhe kommen

Autofahren kann stressig sein – besser Zug oder Bus nehmen, um nach getaner Arbeit oder auf einer Dienstreise vom Bürotrubel runterzukommen: Da lässt es sich oft nicht nur viel ruhiger arbeiten, man schaltet auch besser ab. Was aus den Kopfhörern kommt, kann endlich wirklich bewusst genossen werden, oder man lässt den Blick ganz einfach über die Landschaft schweifen. Und vielleicht lädt einen ja der freundliche Sitznachbar zu einer netten Plauderei ein. So wird ungezwungen der Kommunikation gefrönt und der Kopf ganz gechillt frei.

Bildnachweis: Monkey Business Images, Julien Tromeur / shutterstock


Tobias Prietzel

Als Stimme von karriere.at recherchiert, spricht und schreibt Toby – u.a. für unseren Blog. Eines seiner größten Autorenvorbilder, wenn es um Einfallsreichtum und Spannung geht, ist Stephen King.

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