28. September 2017 · Arbeitsleben · von

Hast du Probleme, nein zu sagen?

Die Dankbarkeit eines Kollegen oder das Lob vom Chef – es gibt viele Gründe sich gut zu fühlen, wenn man zu einer Sache ja gesagt und sie erledigt hat. Sagst du allerdings zu oft ja, dann erledigt die Sache irgendwann dich. Wenn du zu den ständigen Ja-Sagern gehörst und dir ein Nein nur schwer über die Lippen kommt: Willkommen zum Crashkurs.

Kleine Anleitung zum höflichen Nein

Hilfsbereitschaft und Engagement sind gute Eigenschaften. Wenn du gerne mitanpackst, Aufgaben erledigst und für Kollegen und Projekte jederzeit in die Bresche springst, macht dich das vermutlich zu einem beliebten Kollegen. Das ist natürlich völlig in Ordnung. Schwierig wird es, wenn du aus Höflichkeit oder Angst ständig ja zu Dingen sagst, die du eigentlich nicht machen möchtest. Ja-Sager sammeln in ihrem Leben so nicht nur sehr viele To-Dos an, sondern auch Gegenstände, Personen und Termine.

#1 Finde heraus, was es wert ist

Noch eine Einladung trotz vollem Terminkalender oder noch eine Sache, die jemand vertrauensvoll in deine Hände legen möchte. Eigentlich fühlst du dich ja geschmeichelt, aber musst du alles annehmen, was dir angeboten wird? Wenn du vor einer Entscheidung stehst, frage dich zuerst:

  • Wenn ich dem zustimme, leiden dann meine restliche Arbeit / meine Freizeit / mein Wohlbefinden darunter?
  • Was ist mein Gewinn, wenn ich es tue? (Ein Gewinn kann auch die ehrliche Dankbarkeit eines Kollegen sein!)
  • Helfe ich damit einem Kollegen oder bringe ich das Unternehmen damit weiter?

#2 Hab keine Angst

Wenn du drauf und dran bist, zu einer unerwünschten Sache wieder einmal ja zu sagen, denke kurz nach: Welche Konsequenz hat ein Nein? Und was gewinnst du durch dein Nein? Die Auswirkungen werden wahrscheinlich nicht so katastrophal sein, wie du sie dir ausmalst. Vielleicht musst du ein paar Tage aussitzen, dass der besonders empfindliche Kollege nach deiner Absage beleidigt ist, dafür kannst du aber dein eigenes Projekt vorantreiben. Du bist vielleicht nicht everybody’s darling, dafür erarbeitest du dir Respekt.

#3 Rechtfertige dich nicht

Du kannst dein Nein natürlich kurz begründen, solltest dich dafür aber niemals rechtfertigen müssen. Wer ehrlich nach deiner Hilfe fragt oder dir etwas anbietet, sollte ein „heute kann ich mir dafür leider keine Zeit nehmen“ eigentlich ganz gut verstehen und trotzdem positiv auffassen. Wenn jemand deine Hilfsbereitschaft üblicherweise gerne ausnutzt, bist du ihm erst recht keine ausführliche Erklärung schuldig.

#4 Zeig dich kooperativ

Trotz deinem Nein kannst du deinen guten Willen demonstrieren und z.B. Alternativen anbieten: Heute kann ich dir wirklich nicht mehr helfen, aber wenn du möchtest, kann ich mir übermorgen eine Stunde Zeit dafür nehmen.

#5 Sei dankbar

Nicht jeder, der um deine Hilfe bittet, möchte seine Arbeit einfach auf dich abschieben. Wenn du gut bist in dem, was du tust, wirst du sicher oft um Hilfe gebeten. Wenn kritische Aufgaben und wichtige Tasks auf deinem Schreibtisch landen, kannst du das auch als Auszeichnung sehen – und trotzdem öfter mal nein sagen, wenn es nicht anders geht: Danke, dass du dabei an mich gedacht hast. Ich bin bis nächste Woche leider total ausgelastet.

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Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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