Erstellt am 1. Oktober 2020 · Arbeitsleben · von

Das No-(Food)-Waste-Office: 6 Tipps für die nachhaltige Büro-Küche

Lesezeit: 3 Minuten

Ein Drittel aller Lebensmittel wird weggeworfen. In Wien wird pro Tag so viel Brot verschwendet, wie in Graz gegessen wird. Lebensmittelverschwendung ist nicht nur ein Thema in privaten Haushalten, sondern auch am Arbeitsplatz. Mit diesen sechs einfachen Tipps, zeigen wir dir, wie die Büro-Küche ganz schnell Zero Waste wird.

Ein Gastbeitrag von Antonia Mandl, Zero Waste Austria

Wer auf eine nachhaltige Büro-Küche achtet, verschwendet nicht nur weniger Lebensmittel im Büro und spart Verpackungen ein, sondern schafft auch Bewusstsein. Vorab ein Tipp: Wichtig ist es, Schritt für Schritt vorzugehen und Mitarbeiter und Kollegen aktiv in den Umstellungsprozess einzubeziehen. Nur so versteht jeder, dass er aktiv etwas für den Umweltschutz und das No-(Food)-Waste Büro tun kann.

Mit diesen sechs einfachen Tipps erzielst du auch im Büro eine große Wirkung:

1. Gib Anonymität keine Chance!

Im Büro-Kühlschrank stehen Lebensmittel, die plötzlich niemandem mehr gehören, abgelaufen sind und weggeworfen werden müssen?
Stellt eine Beschriftungs-Policy auf. Nicht nur mit dem eigenen Namen, sondern auch mit der Info, wann etwas geöffnet wurde. So ist jeder für seine eigenen Lebensmittel verantwortlich und du kannst bei geteilten Lebensmitteln besser einschätzen, ob sie noch gut sind. Etabliert zusätzlich ein Gemeinschaftsregal. Gerade bei schnell Verderblichem kannst du der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken, indem einfach mit Kolleginnen geteilt wird. Apropos – Meal Prep ist auch eine wunderbare Möglichkeit, um nachhaltig zu kochen:

 

2. Werde zum Foodwaste Beauftragten

Was tun, wenn am Ende der Woche noch Lebensmittel im Kühlschrank sind, die das Wochenende nicht überstehen oder beim Meeting wieder die Hälfte übrig gelassen wurde? Ernennt einen Food Waste Beauftragten. Diese Person ist dafür zuständig, sich um übrig gebliebene Lebensmittel zu kümmern, sie zu verteilen oder selbst mit nach Hause zu nehmen. Die Aufgabe kann monatlich wechseln, sodass jeder abwechselnd die Verantwortung trägt.

Kühlschrank in der nachhaltigen Büro Küche

Auch für den Fall, dass niemand im Büro etwas mitnehmen mag, gibt es eine Lösung: Das Büro-Essen einfach in einem Fair-Tailer deponieren. Dort werden übriggebliebene Lebensmittel hingebracht, die dann zur freien Entnahme für andere verfügbar sind.

3. Das No-(Food)-Waste Meeting

Bestellt für das nächste Meeting oder Gemeinschaftsessen doch einfach ein Biokistl. Der Adamah Biohof bereitet beispielsweise extra Meetingkisterl zu, bei denen du vorab gleich die Teilnehmerzahl angeben kannst. So könnt ihr nicht nur besser abschätzen, was man für wie viele Personen tatsächlich braucht, sondern spart auch gleich jede Menge unnötiger Verpackungen. Alternativ rettest du Essen mit Too Good To Go, der App gegen Lebensmittelverschwendung. Vor allem Kuchen und Gebäck sind dort fast immer für wenig Geld zu haben. Es soll lieber Catering sein? Mittlerweile bieten viele Food Waste Initiativen wie die Wiener Brotpiloten tolle Buffets aus geretteten Lebensmitteln an. Unbedingt mal ausprobieren!

4. Nachwachsende Rohstoffe statt Plastik
Putzen im nachhaltigen Büro

Besonders in der Küche könnt ihr mit ein paar einfachen Änderungen deutlich umweltfreundlicher agieren. Stellt zum Beispiel auf biologische Reinigungsmittel um, damit keine giftige Chemie ins Abwasser gelangt. Tauscht die Spülbürste aus Plastik gegen eine aus Holz mit Naturborsten, Einwegseifenspender gegen nachfüllbare und Plastikschwämme gegen welche aus nachwachsenden Rohstoffen. So vermeidet ihr nicht nur Plastikabfall als solchen, sondern auch, dass durch Abrieb Mikroplastik das Rohr runterrinnt. All das bekommst du mittlerweile in herkömmlichen Drogerien oder bei Wiens erster plastikfreier Drogerie mit Onlineshop.

5. No Waste Coffee

Simpel aber effektiv: Der eigene Coffee-to-Go-Becher. Wusstet ihr, dass in Österreich 800.000 Einwegbecher pro Tag im Müll landen? Das nächste Mal beim Kaffeeholen also einfach mit dem eigenen Becher kommen. Oft gibt es in Cafés oder Coffeeshops sogar Rabatt, wenn man den eigenen Becher mitbringt.

Im Büro unbedingt auf Bohnenkaffee umstellen. Im Jahr 2018 wurden in Deutschland laut einer Schätzung der Deutschen Umwelthilfe rund 3,5 Milliarden Kapseln in den Müll geworfen. Eine Alternative bietet der herkömmliche Bohnenkaffee. Um auch bei der Verpackung Ressourcen zu schonen, bietet die steirische Genussvinothek Hütter ihren Kaffee verpackungsfrei in Pfandbehältern an.

6. Take-Away, aber lass die Verpackung dort

Essen im nachhaltigen Büro

So gut wie beim Kaffee funktioniert es auch, wenn man sich in der Mittagspause schnell etwas zu essen holen möchte. Einfach den eigenen Behälter mitnehmen und fragen, ob man das Essen statt mit einer Wegwerfverpackung damit heimbringen kann.

Ein Tipp für Unternehmen: Stellt den Mitarbeitern Behälter zur Verfügung (am besten aus Glas oder Aluminium) die man sich fürs Essen holen auswärts ausborgen kann. Der Behälter wird nach der Verwendung gewaschen und kommt dann wieder an den Platz zurück für den nächsten Mitarbeiter.

 

Das nachhaltige Büro

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Bildnachweis: Shutterstock; Joe Crema / Unsplash

Tanja Karlsböck

Tanja macht Instagram, YouTube & Co. für karriere.at und als Abwechslung Blogposts, denn Schreiben ist ihre liebste Kulturtechnik.