19. Februar 2018 · Arbeitsleben · von

Motivation am Montag: So helfen dir kleine Belohnungen durch die Woche

Viele kennen das Problem: Gerade an Montagen ist Motivation ein kostbares Gut. Nach zwei Tagen Freiheit am Wochenende wartet nun all das, was man am Freitag  aufgeschoben hat. Puh – schon wieder fehlt der Antrieb. Forscher sagen nun: Es gibt Hoffnung, denn Motivation lässt sich auch durch gezielte Belohnungen erzeugen!

Egal ob Neujahrsvorsatz, Prüfungsstoff oder nie enden wollende, langweilige Projekte im Beruf: Je mehr Ablenkungen lauern, umso schneller ist die Motivation auch futsch. Willkommen Prokrastination. Forscher der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) und der Wirtschaftsuniversität Wien haben nun herausgefunden, dass kleine Belohnungen lang anhaltende Motivations-Boosts sein können – wenn sie richtig dosiert werden.

Um das herauszufinden, haben die Wissenschaftler Studierende mit Bonuspunkten belohnt, wenn sie Übungen machten. Ganz wichtig dabei: Die Bonuspunkte durften nicht mehr als 5 Prozent der für das Bestehen der Übung nötigen Punktanzahl ausmachen. Hätten die Studenten also nur für die Bonuspunkte gelernt, wäre der Lernaufwand umsonst gewesen. Und tatsächlich: In der Testgruppe gaben um 30 Prozent mehr Studenten ihre Übungen ab als ohne Belohnungs-System.

Motivation kommt beim Machen

Was lösten die Bonuspunkte bei den Übungsteilnehmern aber aus? Sie wirkten als Kickstarter: Die Studierenden suchten sich, angespornt durch die Zusatzpunkte, unterbewusst zusätzliche Rechtfertigungen, sich mit dem Lernstoff abzuplagen. Angenehmer Nebeneffekt war, dass sie nach und nach den Stoff sogar interessant fanden. „Es ist beim Lernen wie eben sonst auch: Der Appetit kommt beim Essen“, erklärt Univ.-Prof. Wolfgang Güttel, Vorstand des Institute of Human Resource and Change Management der JKU: „Die Bonuspunkte haben also lediglich einen Kreislauf in Gang gesetzt.“

Zu große Belohnung killt Motivation

Ganz wichtig ist dabei die richtige Dosierung der Anreize, so die Forscher: Bei großen Belohnungen stellt sich rasch ein Gefühl der Selbstverständlichkeit ein. Bleibt der Anreiz dann einmal aus, folgt Frustration und ein Rückfall in alte, unmotivierte Muster wird wieder wahrscheinlicher. Dieser Effekt lässt sich übrigens in verschiedensten Zusammenhängen nachweisen, egal ob nun beim Lernen, bei Diäten oder bei Change-Prozessen in Unternehmen.

Neueste Erkenntnis der Forschung: Wir können uns Motivation selbst schaffen.

Die Studie, über die mittlerweile auch schon renommierte Fachzeitschriften wie das Harvard Business Review berichtet haben, ist auch aus einem weiteren Grund interessant. Seit den 1970er Jahren ist man davon ausgegangen, dass Motivation ausschließlich zerstört, nicht aber erzeugt werden kann.

Schokolade oder ein Katzenvideo

Im Arbeitsalltag angewendet heißt das: Ein klein wenig Selbstbestechung kann nicht schaden. Im Gegenteil: Wer sich selbst belohnt, bleibt länger am Ball und hat mehr Spaß daran. In der täglichen Arbeit kann man sich etwa kleinere, schnell zu erledigende Tasks vor dem großen Projekt vornehmen, um schon ein paar Punkte von der To-do-Liste streichen zu können. Mit dem Gefühl, schon etwas geschafft zu haben, schmeißt man sich dann gleich mit mehr Elan auf das Langzeitprojekt. Auch konkrete kleine Belohnungen wie ein Spaziergang an der frischen Luft, ein Stück Schokolade oder ein lustiges Onlinevideo schaffen eine schöne Aussicht und halten uns motiviert.

Bildnachweis: Africa Studio / Shutterstock

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren