1. Februar 2017 · Arbeitsmarkt, HR · von

Millennials: Sehnsucht nach einem sicheren Arbeitsplatz wächst

Das Jahr 2016 war durchaus turbulent – das hat Spuren hinterlassen. Pessimismus und Unsicherheit tragen dazu bei, dass die Wechselbereitschaft von Millennials sinkt. Laut Deloitte Millennial Survey sinkt die Zuversicht unter jungen Arbeitnehmern. Dass ihr Umfeld wirtschaftlich und politisch besser wird, das glaubt nur ein Drittel. Ein sicherer Job gewinnt immer mehr an Bedeutung. Für Arbeitgeber bedeutet das, dass die Wechselbereitschaft der Millennials abnimmt.

„Die Stimmung unter den Millennials hat sich innerhalb eines Jahres eingetrübt. Vor allem die Angst vor Krieg, Terror und wirtschaftlicher sowie politischer Unsicherheit haben diesen Stimmungswandel verursacht“, analysiert Elisa Aichinger, Managerin bei Deloitte Österreich die Ergebnisse der weltweit durchgeführten Studie. Dafür wurden rund 8.000 nach 1982 geborene Arbeitnehmer mit akademischem Abschluss aus 30 Ländern befragt.

  • Sinkende Jobwechselbereitschaft und der Wunsch nach mehr Sicherheit im Berufsleben: 31 Prozent möchten länger als fünf Jahre beim derzeitigen Arbeitgeber bleiben.
  • Nur rund ein Drittel der Befragten in den entwickelten Ländern rechnet damit, dass es ihnen im Vergleich mit ihren Eltern künftig finanziell besser gehen wird und sie glücklicher als diese sein werden.
  • In entwickelten Ländern nennt die Mehrheit (56 Prozent) Krieg, Terrorismus und politische Spannungen als größte weltweite Herausforderungen.
  • Arbeitgeber, die soziales Engagment im Job ermöglichen, können so die Loyalität ihrer Arbeitnehmer erhöhen.

Das gestiegene Bedürfnis nach einem sicheren, fixen Job hat auch Auswirkungen auf die bevorzugten Beschäftigungsformen. Zwei Drittel möchten am liebsten eine feste Vollzeitanstellung. Das darf jedoch nicht auf Kosten der Freiheiten im Job gehen. Das Verlangen nach Sicherheit sollten Arbeitgeber deshalb nicht falsch interpretieren. Freiraum zu geben ist eine Voraussetzung dafür, junge Arbeitnehmer zu halten.

Junge Arbeitnehmer fordern Flexiblität

Die Möglichkeit, seinen Arbeitsalltag flexibel zu gestalten, spielt für die Befragten bereits jetzt eine große Rolle und wird als positiver Faktor angesehen. 84 Prozent sagen, dass ihr aktueller Arbeitgeber bereits Flexibilität bietet. Diese individuelle Arbeitsumgebung fördert Engagement und Produktivität. Weiterer Pluspunkt: Zufriedenheit und persönliches Wohlbefinden steigen, wenn junge Arbeitnehmer ihre Arbeitstage zu einem großen Teil selbst gestalten können.

Digitalisierung löst Skepsis aus

Der Digitalisierung stehen viele der Befragten skeptisch gegenüber. 40 Prozent glauben, dass ihr Job durch Automatisierung bedroht sei. 44 Prozent denken, dass die Nachfrage nach ihren Fähigkeiten sinken wird. Eine Umschulung wird notwendig werden – dieser Meinung sind mehr als die Hälfte der jungen Arbeitnehmer. Es gibt aber auch jene, die in der Digitalisierung Chancen sehen und sich bereits fit dafür fühlen. Sie sehen steigende Möglichkeiten für wertbringende Tätigkeiten und mehr Kreativität. Elisa Aichinger betont: „Die Skepsis der Millenials muss durch entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen in eine positive Stimmung verwandelt werden.“

Millennials möchten gesellschaftlichen Beitrag leisten

Bitte nicht irgendeinen Job sondern einen, der sinnstiftendes Arbeiten ermöglicht! Nichts geändert hat sich am starken Wunsch nach sozialem Engagement und Partizipation – bevorzugt auch im Arbeitsleben. Mehr als die Hälfte der Befragten haben aktuell bereits die Möglichkeit dazu. Laut Deloitte-Studie weisen Arbeitnehmer, die sich auch im Job sozial engagieren können, eine höhere Loyalität gegenüber ihrem Arbeitgeber auf. Was die Zukunft betrifft, sind sie außerdem weniger pessimistisch.

Zur Studie

Der sechste Deloitte Millennial Survey wurde im September 2016 durchgeführt. Im Rahmen der Studie wurden weltweit insgesamt rund 8.000 Millennials aus 30 Ländern befragt. Alle Teilnehmer wurden nach 1982 geboren, verfügen über einen akademischen Abschluss, haben eine Vollzeitbeschäftigung und arbeiten zum überwiegenden Teil in privatwirtschaftlichen Unternehmen mit mehr als 100 Angestellten. Die gesamte Studie ist hier einsehbar.

Bildnachweis: nito/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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