Erstellt am 2. Juli 2019 · Arbeitsleben · von

Aus den Augen, aus dem Sinn? Mitarbeiter im Homeoffice müssen sich mehr beweisen

Lesezeit: 2 Minuten

Wer im Homeoffice arbeitet, bekommt weniger wichtige Aufgaben und weniger Anerkennung, besagt eine Studie. Um das zu ändern, müssten sie sich mehr beweisen als die Kollegen vor Ort – oft zulasten von Familie und Freizeit.

Den Traum vom Homeoffice träumen viele Arbeitnehmer – es klingt ja auch zu verlockend: sich nicht ins Büro stressen müssen, Pausen machen, wann man will, und den ganzen Tag in Jogginghosen arbeiten dürfen. Dass es ganz so einfach aber nicht ist, haben wir schon in unserem Artikel über Remote Work erklärt. Eine Studie der University of California, Santa Barbara zeigt nun, dass man für Homeoffice nicht nur sehr viel Disziplin braucht, sondern mitunter sogar mehr leisten muss als die Kollegen im Büro.

Telearbeiter bekommen die schlechteren Jobs

„Aus den Augen, aus dem Sinn“ – es scheint etwas Wahres dran zu sein, an diesem Sprichwort. Denn Mitarbeiter im Homeoffice bekommen weniger wichtige Aufgaben zugeteilt, erhalten weniger Anerkennung für ihre Arbeit von Kollegen und Vorgesetzten und werden seltener befördert. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Get Noticed and Die Trying: Signals, Sacrifice, and the Production of Face Time in Distributed Work“, die mit Mitarbeitern zweier großer internationaler Unternehmen durchgeführt wurde.

Im Homeoffice muss man sich mehr beweisen

Um nicht benachteiligt zu werden, müssen sich Telearbeiter deshalb mehr ins Gedächtnis ihrer Mitarbeiter und Chefs rufen, so die Studienautoren. Das versuchen Remote Worker, indem sie für ihre Kollegen stets erreichbar sind, per Video von zuhause oder unterwegs an Konferenzen teilnehmen oder Mails sofort beantworten – schneller und zuverlässiger als die Kollegen im Büro, so die Studie.

Anwesenheit im Büro stärkt das Vertrauen

Die Kollegen vor Ort erscheinen nämlich allein durch ihre Anwesenheit im Büro „präsenter“ und können durch kleine Plaudereien zwischendurch die persönliche Beziehung untereinander und mit den Führungskräften stärken. Das sorgt dafür, dass ihnen mehr Vertrauen entgegengebracht werde, ihre Aufgaben zuverlässig zu erledigen. Bei Mitarbeitern im Homeoffice fehlt diese zwischenmenschliche Komponente, was der besondere Arbeitseinsatz kompensieren soll.

Unzufrieden und ausgebrannt durch Remote Work

Fehlende Anerkennung, seltenere Gehaltserhöhungen und Beförderungen sowie das Gefühl, immer mehr leisten zu müssen als die anderen, führen bei den in der Studie befragten Remote Workern häufig zu Unzufriedenheit. Auch die Burnout-Gefahr sei bei Mitarbeitern im Homeoffice höher, berichten die Autoren. Das liege daran, dass Remote Worker ihre familiären Verpflichtungen oder Freizeittermine häufiger zugunsten der Arbeit vernachlässigen als Kollegen, die im Büro arbeiten.

Homeoffice braucht Disziplin und klare Regeln

Damit Telearbeiter nicht benachteiligt werden, braucht es, so die Studienergebnisse, klare Regeln, die von Mitarbeitern und Führungskräften eingehalten werden: Fixe Arbeitszeiten beziehungsweise eine maximale Anzahl von Arbeitsstunden pro Tag, echter Urlaub, in denen der Mitarbeiter nicht erreichbar ist, regelmäßiger (persönlicher) Austausch mit den Kollegen im Homeoffice und faire Aufgabenverteilung.

Mehr Infos zu Telearbeit findet ihr hier:

Bildnachweis: shutterstock/Pixel-Shot

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.

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