19. Mai 2017 · Arbeitsleben · von

Lesestoff zum Wochenende: Pause

Weniger tun und so mehr erreichen? Klingt gut! Deshalb stellen wir euch heute in unserer Kategorie Lesestoff ein neues Buch vor, das sich den Vorzügen von längeren Pausen und Auszeiten widmet. Vom freien Nachmittag über Power Napping bis zum Sabbatical: „Pause“ ist ein mehr als 300 Seiten starkes Plädoyer für einen neuen Lebens- und Arbeitsrhythmus. Und falls ihr auf der Suche nach Lesestoff seid: Wir verlosen drei Bücher!

Weitere Artikel zum Thema

Während des Arbeitstages eine Stunde spazieren gehen oder einen Mittagsschlaf einlegen: Ist das Arbeitszeit oder Pause? Die Mehrheit würde wohl antworten, das sei ganz klar eine Pause und die geht aufs Konto der Freizeit. Die Abwesenheit vom Arbeitsplatz und die Tätigkeit, die mit der bezahlten Arbeit doch so gar nichts zu tun hat, sprechen wohl dafür. Es ist ein Beispiel für die Art von Pausen, die Alex Soojung-Kim Pang in seinem Buch „Pause. Tue weniger, erreiche mehr“ meint. Es geht hier nämlich nicht um die uns gesetzlich zustehenden Ruhepausen im Laufe eines Arbeitstages, sondern um Auszeiten, die in der modernen Arbeitswelt längst in Vergessenheit geraten sind.

Viele Pausen – viel schaffen

Laut Pang kämpft die moderne Arbeitswelt mit einem „Problem des Ausruhens“. Längere Ruhepausen sind in unserem vorgegebenen Arbeitsrhythmus einfach nicht mehr vorgesehen – es sei denn, man verfügt über völlig freie Zeiteinteilung. Acht Stunden tägliche Arbeit am Stück, nur unterbrochen von den gesetzlich zustehenden Pausen. So sieht die Realität für die Mehrheit der Arbeitnehmer aus. Wer viele Arbeitsstunden schafft, der schafft auch viel – oder doch nicht?

In „Pause. Tue weniger, erreiche mehr“ geht Pang ausführlich auf verschiedene Arten von Pausen ein und nennt zahlreiche Vertreter und ihre Lieblingsauszeiten. Vier Strategien für regelmäßige Pausen aus dem Buch gibt es bereits an dieser Stelle:

Den Tag früh beginnen

Wer guten Gewissens Ruhepausen einlegen möchte, der muss den Tag früh beginnen. Vor allem Kreative haben das erkannt und starten sehr früh in den Tag. Dilbert-Schöpfer Scott Adams arbeitet jeden Tag ab 5 Uhr morgens für gut vier Stunden, danach ist Schluss mit Kreativarbeit. Der Architekt Frank Lloyd Wright stand jeden Tag um 4 Uhr früh auf, arbeitete drei Stunden lang und legte sich dann nochmals schlafen. Viele Kreative haben sich den frühen Start in den Morgen auch angewöhnt, weil sie zu Beginn ihrer Karriere (oder auch dauerhaft) einem fixen Job nachgingen und ihre Projekte trotzdem unterbringen mussten. Ein früher Start ist übrigens auch für Nachteulen nicht zu verachten: Die schwache Phase des Tages kann ihnen nämlich zu unverhofften Geistesblitzen verhelfen.

Planung & Routine

Routinen steigern die Kreativität und Effizienz, das wissen auch viele Kreative. Selbst Menschen, die völlig frei über ihre Zeit verfügen können, halten sich oft an fixe Arbeitszeiten und leben ihre Arbeitstage nach dem gleichen Muster. Autor Stephen King schreibt z.B. jeden Tag methodisch vier bis sechs Stunden und hält sich strikt daran. Woher soll die Muse sonst wissen, wo er anzutreffen ist? Es gibt also eine positive Beziehung zwischen Routine und Kreativität, wichtig ist hier nur die Dosis: Zu viel Routine kann kreatives Denken hemmen. Das richtige Maß an Tagesplanung und Routinen schaltet hingegen Ablenkungen aus, erleichtert den Alltag und erzeugt gerade so viel Druck, dass die Kreativität angeregt wird.

Spaziergang

Der tägliche Spaziergang gehört bei vielen Denken und Machern einfach dazu. Uber-Chef Travis Kalanick geht wöchentlich 65 Kilometer, Steve Jobs war bekannt für seine Walking Meetings. Spazier-, Geh und Radwege, die sich über Firmengelände schlängeln – im Silicon Valley keine Seltenheit. Aus gutem Grund: Wenn sich Probleme oder schwierige Fragen im Sitzen nicht lösen lassen, ist es Zeit, Bewegung in die Sache zu bringen. Im Gehen zu sprechen statt am Konferenztisch zu sitzen, das hat auch schon so mancher Verhandlung auf die Sprünge geholfen. Wer keine Spaziergänge während des Arbeitstages einlegen kann, kann ein Stück des Weges von und zur Arbeit zu Fuß zurücklegen.

Anhalten – zum richtigen Zeitpunkt

Die Arbeit kurz vor dem nächsten Schritt unterbrechen und erst morgen daran weiterarbeiten: Die Unterbrechung der Arbeit zum richtigen Zeitpunkt ist eine wirksame Form des gezielten Ausruhens. So nimmt man sich ein bisschen Energie mit in den nächsten Tag, um leichter wieder in den Fluss zu kommen. Ernest Hemingway verfolgte diese Strategie mit Erfolg: „So kann dein Unterbewusstsein die ganze Zeit an der Sache weiterarbeiten. Aber wenn du darüber bewusst nachdenkst oder dir Sorgen machst, tötest du es ab, und dein Gehirn wird schon müde sein, bevor du anfängst.“ An manchen Tagen ist es also überlegenswert, den Arbeitsplatz früher zu verlassen und den letzten Arbeitsschritt auf Morgen zu vertagen.

Zum Autor

Alex Soojung-Kim Pang arbeitet im Silicon Valley im Bereich der Managementberatung und ist Gastwissenschaftler an der Stanford University im Fach History and Philosophy of Science. Sein Interesse gilt dem Schnittpunkt von Menschen, Technologien und den Welten, die sie kreieren. Neben zahlreichen fachwissenschaftlichen Artikeln veröffentlichte er 2013 „The Distraction Addiction“.

Verlosung

Pause von Alex Soojung-Kim PangWir verlosen drei Exemplare des Buchs! Einfach bis einschließlich Sonntag, 28. Mai 2017 eine E-Mail mit dem Betreff „Pause“ samt Postadresse an marketing@karriere.at senden. Die drei Bücher werden unter allen Einsendungen verlost – der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden per E-Mail informiert.

Bildnachweis: Oksana Yurlova / Shutterstock, Verlag Random House

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren