11. April 2018 · Arbeitsleben · von

Unentschlossen, was die Karriere betrifft? Ab ins Ausland!

Während es die einen ständig in die Ferne zieht, bleiben andere am liebsten zu Hause. Wer nicht weiß, was er mit sich und seinem Leben am besten anfangen soll, ist gut beraten, ersteres zu tun. Forschungen zufolge fallen Lebens- und Karriereentscheidungen nach einem längeren Auslandsaufenthalt viel leichter.

Wer die Gelegenheit bekommt, die Koffer zu packen und eine Zeit lang im Ausland zu verbringen, sollte diese Gelegenheit auch nützen. Forscher attestieren Weltenbummlern die Fähigkeit, am ehesten zu sich selbst zu finden: Wer seine Heimat hinter sich lässt und das Leben in einer anderen Kultur kennenlernt und meistert,  der gewinnt Klarheit darüber, wer er ist und was er vom Leben möchte. Die Ergebnisse wurden von Forschern der Rice University, Columbia University und der University of North Carolina kürzlich unter dem Titel „The Shortest Path to Oneself Leads Around the World: Living Abroad Increases Self-Concept Clarity“ veröffentlicht. Für die wissenschaftliche Arbeit wurden mehr als 1.800 Teilnehmer befragt.

„Der kürzeste Weg zu sich selbst führt um die Welt herum.“ – Hermann Keyserling

Die Forscher fanden heraus, dass das Leben im Ausland die Selbstreflexion fördert, weil sich Auswanderer mit unterschiedlichen kulturellen Werten und Normen auseinandersetzen müssen. Diese Vergleiche zwischen alter und neuer Heimat helfen herauszufinden, mit welchen Wertvorstellungen man selbst durchs Leben gehen und von welchen gedanklichen Mustern man sich vielleicht trennen möchte.

Ab ins Ausland: Besser länger als öfter

Während sich die meisten Forschungen zum Thema Auslandsaufenthalte darauf konzentrieren, ob Menschen im Ausland gelebt haben oder nicht, verfolgen die neuen Studien einen differenzierteren Ansatz. Sie stellen nämlich fest, dass die Länge des Auslandsaufenthaltes für mehr Selbstreflektion sorgt, nicht die Anzahl der besuchten Länder. Je mehr Zeit jemand im Ausland verbringt, desto selbstkritischer und reflektierter wird er. Den Forschern zufolge entwickeln diese Menschen ein besseres Verständnis für sich selbst, das schlägt sich dann auch in der Klarheit bei der Berufswahl nieder.

Frühere Studien haben gezeigt, dass Übergangserfahrungen wie etwa eine Scheidung oder der Verlust eines Arbeitsplatzes typischerweise die Klarheit des Selbstkonzepts des Einzelnen trüben. Im Gegensatz dazu ist das Leben im Ausland eine seltene Art von Übergangserfahrung, die ein besseres Selbstverständnis schafft und die Orientierung im Leben erleichtert. Neben mehr Klarheit über die eigenen Wünsche und Ziele bringen längere Auslandsaufenthalte noch weitere Vorteile mit sich: Höhere Lebenszufriedenheit, weniger Stress und eine verbesserte Arbeitsleistung.

Martina Kettner

Martina Kettner hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at hat sie lange über Karrierethemen gebloggt, jetzt führt sie ihre eigene Karriere in den USA weiter.

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