8. Februar 2018 · HR, Jobsuche · von

Jobsuche der Zukunft: 9 Tipps für Recruiter

Wer nicht mit der Zeit geht, wird Teil der Straße statt Teil der Dampfwalze, so heißt es sinngemäß in einem Zitat des US-Autors Stewart Brand. Technologischer Fortschritt macht auch nicht vor dem Recruiting-Business halt. Wie die Jobsuche der Zukunft aussieht, damit hat sich der Studienbereich Personal und Organisation der FH Wien der WKW für Management und Kommunikation in einer Studie auseinandergesetzt.

Jobsuche 4.0 – so lautet der Titel der Studie, die von den Studenten für karriere.at in den vergangenen beiden Semestern durchgeführt wurde. Die Studienergebnisse liefern ein deutliches Bild über die Erwartungshaltung von Jobsuchenden und geben auch Aufschlüsse darüber, wo sich Jobbörsen und Arbeitgeber mit ihren Karriereseiten und Stelleninseraten noch verbessern können. Oder sollten. Denn nicht nur beim Thema Mobile (mittlerweile erfolgt mehr als jeder zweite karriere.at-Zugriff über Smartphones!) zeigt sich: HR-Inhalte im Web sind häufig noch nicht ganz „State of the Art“ – ob es nun eine Karrierepage auf der Unternehmensseite ist, der Online-Recruitingprozess oder das mobil nicht funktionierende Stelleninserat.

9 Fakten, die Jobsuchende beeinflussen

  1. Design und Layout von Jobplattformen wird von rund zwei Dritteln (64 Prozent) der Studienteilnehmer (n=210) als „sehr wichtig“ beurteilt. Ein weiteres Drittel (33,5 Prozent) hat keine klare Meinung. Lediglich 2,5 Prozent (!) der Befragten ist die optische Anmutung einer Karrierepage bzw. Jobbörse nicht wichtig.
  2. Exakt jeder zweite Studienteilnehmer (50 Prozent) denkt bei Kanälen zur Jobsuche zuerst an Online-Portale wie karriere.at, 33 Prozent würden in erster Linie ihr persöliches Netzwerk nutzen. 8 Prozent beginnen ihre Jobsuche gleich auf einer konkreten firmeninternen Plattform und 6 Prozent in Printmedien.
  3. Besonders selten nutzt die junge Zielgruppe (unter 25 Jahre) Printmedien: Drei Viertel geben an, „nie“ in einem gedruckten Karriereteil nach Jobs zu suchen, 16 Prozent tun dies höchstens zwei Mal pro Monat. Es stimmt, dass ältere Arbeitnehmer (ab 39 Jahre) tendenziell noch besser via Print zu erreichen sind. In dieser Zielgruppe informiert sich allerdings auch nur jeder fünfte Befragte (20 Prozent) wöchentlich in Zeitungen über Jobangebote.
  4. Persönliche Statements von „wirklichen Mitarbeitern“, die eine Unternehmenswebsite oder ein Arbeitgeberprofil auf einem Karriereportal aufwerten, werden von 60 Prozent der Studienteilnehmer als positiv wahrgenommen. Anders verhält es sich übrigens mit Werbung im herkömmlichen Sinn. Diese wird über weite Strecken abgelehnt.
  5. Auch das Image der Seite, auf der ein Stelleninserat gepostet wird, beeinflusst das Such- bzw. Bewerbungsverhalten der Kandidaten, wie 55,7 Prozent angeben.
  6. Ob ein Kandidat eine Karriereplattform bzw. Firmen-Karrierseite mehr als einmal besucht, hängt in erster Linie von der Qualität der Jobangebote ab, gefolgt von Layout bzw. Design.
  7. Zielgruppenspezifisch ausgewertet ebenfalls spannend: Für fast alle jüngeren User unter 25 Jahre (95 Prozent) sind Such- und Filterfunktionen ein absolutes Qualitätskriterium. Erst dann kommen die übersichtliche Struktur (87 Prozent) und eine gute Usability der Seite (69 Prozent). Bei der Gruppe der über 39-Jährigen liegt hingegen die Übersichtlichkeit ganz vorne (93 Prozent), gute Such-/Filterfunktionen sowie eine leichte Bedienbarkeit erwarten sich hier drei von vier Befragten (73 Prozent).
  8. Erwartungsgemäß ist es nicht egal, ob ein ausschreibendes Unternehmen dem Thema genderneutrale Formulierung von Jobtiteln Aufmerksamkeit schenkt: Während sechs von zehn Frauen dies als wichtig bzw. sehr wichtig erachten, liegt dieser Wert unter Männern bei vier von zehn.
  9. Rekrutiert ein Unternehmen hauptsächlich Mitarbeiter mit Berufserfahrung, so kann es auch ausschlaggebend sein, ob eine Gehaltsangabe im Inserat vorhanden ist. 45 Prozent der Kandidaten über 30 halten diese für die Stellenwahl für „sehr wichtig“. Unter 30-Jährige stimmen dem nur zu 30 Prozent zu.

Lässt sich ein Fazit daraus ziehen? Natürlich: Es zahlt sich immer aus, sein Angebot auf die am stärksten benötigte (Alters-)Zielgruppe hin auszurichten und laufend anzupassen, damit die Jobsuche auch wirklich zukunftsfit bleibt.

Bildnachweis: lassedesignen / Shutterstock

Christoph Weissenböck

Christoph war viele Jahre bei karriere.at im Content-Team. Er ist leider weg, seine Beiträge bleiben zum Nachlesen aber hier im Blog.

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