Erstellt am 21. Dezember 2021 · Arbeitsleben, Arbeitsmarkt · von

Jahresrückblick: Was uns 2021 beschäftigt hat

Lesezeit: 4 Minuten

2021 geht dem Ende zu und wir werfen einen Blick zurück auf die 5 Top-Themen des Jahres. Was uns beschäftigt hat und was wir uns fürs neue Jahr mitnehmen können:

Pandemiejahr Nummer zwei ist fast vorbei – und anders als im Vorjahr zur selben Zeit gehen wir heuer wohl nicht mehr davon aus, Corona im nächsten Jahr völlig hinter uns zu lassen. Doch bleiben wir optimistisch: Wir lernen immer besser, damit umzugehen und nachdem bekanntlich „aller guten Dinge drei“ sind, wird das hartnäckige Virus in einem Jahr vielleicht schon kein Thema mehr sein.

Mit diesem vorsichtig hoffnungsvollen Gedanken werfen wir nun einen Blick zurück auf die bewegenden Themen 2021 und auf die Frage, was wir für nächstes Jahr daraus mitnehmen.

Die Themen des Jahres 2021

Sowohl Arbeitsmarkt als auch Arbeitsalltag waren 2021 natürlich stark geprägt von der Corona-Krise. Das zeigt sich auch in den Top-Themen des Jahres:

  1. Corona-Maßnahmen am Arbeitsplatz

Unsere repräsentative Studie im Februar 2021 drehte sich um die Auswirkungen des ersten Pandemiejahres auf die Jobwechsel-Bereitschaft der österreichischen Arbeitnehmer*innen. Darin zeigte sich: Jeder dritte Jobwechsel war durch Corona bedingt. Junge Arbeitnehmer*innen, Personen in Kurzarbeit sowie Wiener*innen zeigten sich besonders wechselwillig.

Wenig überraschend: Fast ein Drittel der Befragten wünscht sich nach einem Jahr Corona einen krisensichereren Job. Gleichzeitig waren die österreichischen Arbeitnehmer*innen in hohem Maße bereit, Corona-Maßnahmen am Arbeitsplatz mitzutragen.

  • 3-G am Arbeitsplatz

Eine besondere Corona-Präventionsmaßnahme war die Einführung der 3G-Regel am Arbeitsplatz Anfang November. Kurz vor dem Inkrafttreten wollten wir in einer Online-Umfrage wissen, wie wichtig 3G für Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen zum damaligen Zeitpunkt war. Hier zeigte sich eine gewisse Maßnahmen-Müdigkeit. Für fast jedes zweite Unternehmen war die 3-G-Regel im Joballtag im Oktober „kein Thema“. 45 Prozent der befragten Unternehmen achteten eigenen Angaben zufolge nicht darauf. Für 43 Prozent der Arbeitnehmer*innen stellt das Nichtbeachten der 3-G-Regel ebenfalls „kein Problem“ dar.

Was lernen wir daraus?

Dranbleiben ist schwer – vor allem, wenn man glaubt, das Schlimmste überwunden zu haben. 2022 sollten wir uns nicht in falscher Sicherheit wiegen und die nötigen Corona-Maßnahmen am Arbeitsplatz konsequent einhalten.

  1. Homeoffice

Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben.

„Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben“ erklärten wir zu Beginn des Jahres. Und tatsächlich scheint sich das Arbeiten von zuhause in den allermeisten Firmen durchgesetzt zu haben. Einer karriere.at LinkedIn-Umfrage zufolge befinden sich am Ende des Jahres 2021 die meisten Arbeitnehmer*innen zumindest zeitweise im Homeoffice.

Im 1. HJ wurden laut karriere.at Arbeitsmarktreport um 154 Prozent mehr Stellen mit Homeoffice-Option angeboten als im Jahr 2020. Das entspricht den Wünschen sowohl von Arbeitnehmer*innen als auch Arbeitgeber*innen, wie wir in einer Online-Umfrage erhoben.

Was lernen wir daraus?

Die Arbeitswelt wird vielfältiger. Homeoffice, Remote Work, „Workation“ oder hybrides Arbeiten sind in vielen Branchen nicht mehr wegzudenken. Dazu müssen wir technische und kulturelle Voraussetzungen schaffen – Stichwort Kommunikation. Wo ein Arbeitsplatzwechsel nicht möglich ist, etwa im Gesundheitswesen oder in Produktionsbetrieben, sollten andere Möglichkeiten geprüft werden, um mehr Flexibilität und Selbstständigkeit zu ermöglichen.

  1. Psychische Belastung im Job

Die andauernde Corona-Krise und das Homeoffice fördern die Entgrenzung von Arbeits- und Freizeit. Eine Umfrage vom März zeigte: 37 Prozent aller befragten Mitarbeiter*innen sind für ihre Vorgesetzten und Kolleg*innen jederzeit erreichbar. Eine weitere Erhebung von karriere.at vom April zeigte zudem: Mehr als die Hälfte der befragten Arbeitnehmer*innen in Österreich hat im letzten Jahr weniger als zuvor oder überhaupt keinen Urlaub gemacht.

In der Corona-Krise wurde das Thema der psychischen Gesundheit ein Stück weit enttabuisiert.

Die psychische Belastung im Job nahm als Konsequenz daraus deutlich zu. Positiver Nebeneffekt: In der Corona-Krise wurde das Thema der psychischen Gesundheit ein Stück weit enttabuisiert. Selten zuvor wurde öffentlich so viel über mentale Belastungen, Burnout und Depressionen gesprochen wie 2021.

Auch in unserem Podcast „Wie du willst!“ haben wir uns zu Beginn des Jahres in mehreren Folgen dem Thema gewidmet.

Was lernen wir daraus?

Wir alle sehen uns nach wie vor mit starken Belastungen konfrontiert. Verständnis für die Situation der anderen, Rücksichtnahme auf ihre und die eigenen Bedürfnisse sowie ausreichend Ruhephasen sind deshalb essenziell. Gönnen wir sie uns, sprechen wir darüber und unterstützen wir uns gegenseitig!

  1. Fachkräftemangel

Wohl nur zu einem Teil eine Folge der Pandemie ist der vorherrschende Fachkräftemangel. Österreichs Unternehmen suchten im Jahr 2021 so viele Arbeitskräfte wie nie zuvor. Laut einer karriere.at Online-Umfrage im November gibt jedes zweite befragte Unternehmen an, zumindest eine Stelle seit mehr als sechs Monaten nicht besetzen zu können.

53 Prozent der Unternehmen ergreifen diesbezüglich konkrete Maßnahmen, um potenzielle Kandidat*innen aktiv anzusprechen, z. B. via Social Media, Bewerberdatenbanken oder Headhunting. Allerdings ist nur die Hälfte der Unternehmen bereit, für schwer besetzbare Stellen höhere Gehälter zu zahlen – obwohl Gehalt nach wie vor der Jobwechsel-Grund Nummer eins ist.

Was lernen wir daraus?

Eine Pandemie schützt nicht vor Fachkräftemangel – in manchen Branchen verstärkt sie ihn sogar. 2022 sollten Arbeitgeber*innen daher besonderes Augenmerk auf die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter*innen, eine attraktive, authentische Arbeitgebermarke und professionelles Recruiting legen.

Mehr Infos dazu gibts in unserem E-Book:

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  1. Lehrstellen-Misere

2021 stand nicht nur im Zeichen einer kräftigen Erholung am österreichischen Arbeitsmarkt – auch das Angebot an Lehrstellen- und Praktikumsplätzen verzeichnete einen starken Anstieg. Auf karriere.at waren Ende August um 46 Prozent mehr Lehrstellen ausgeschrieben als 2019 und um 32 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese zu besetzen war – wohl auch aufgrund des weit verbreiteten Irrtums, Lehrlinge wären in der Pandemie nicht gefragt – in vielen Branchen wahnsinnig schwierig. Die Folge war eine Vielzahl von mehr oder weniger gelungenen Lehrlingskampagnen. Positivbeispiele wurden mit dem Lehrlingsmarketing-Award ausgezeichnet.

Was lernen wir daraus?

Ohne Nachwuchs keine Zukunft – gilt auch für Betriebe. Um für junge Talente attraktiv zu sein, sollte man aber nicht so tun, als wäre man eine*r von ihnen. Vielmehr gilt es, ehrliches Interesse zu zeigen: Was ist der Jugend wichtig? Welche Themen beschäftigen sie? Wie spreche ich sie an? Stelleninserate mit Emojis im Chat-Style sind einfach nur cringe.

Was hat euch beschäftigt?

Schreibt uns eure Themen des Jahres in die Kommentare!

Bildnachweis: shutterstock/bedya

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.

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