13. Februar 2017 · Arbeitsleben · von

Erfolg durch Humor? So punktest du mit Witzen am Arbeitsplatz

Kompetenter wirken und Karriere machen mit Witzen – kein Witz ;-) Humor und Job ist eine schwierige Kombination, kann aber durchaus funktionieren. Ein Forscherteam hat sich diesem Thema gewidmet und spannende Erkenntnisse daraus gezogen. Außerdem: To-Dos & No-Gos punkto Humor im Office und wie man Lustigsein lernen kann.

Gemeinsam lachen verbindet. Aber im Job? Das ist so eine Sache… Es gibt Unternehmen, da „rennt der Schmäh“ quasi immer, und andere Arbeitgeber schätzen heitere Stimmung im Büro höchstens im Fasching. Ganz generell kann man sagen, dass ein Arbeitsplatz, an dem es lustig zugeht, und Kollegen, die fröhliche Laune verbreiten, geschätzt werden. Bloß gilt es, gewisse Grenzen zu wahren. Drei Wissenschaftler der renommierten Wharton School der Universität von Pennsylvania haben in einer Versuchsreihe getestet, wie Menschen auf Humor am Arbeitsplatz reagieren, und etwas Interessantes herausgefunden.

Dass humorvolle Menschen im Bürouniversum gut ankommen, bestätigen auch die Wissenschaftler. Lustige Mitarbeiter werden sowohl von Kollegen als auch von Führungskräften mehr geschätzt als ernste Arbeitnehmer. Und auch im Bewerbungsgespräch können Witze (vielleicht entscheidende) Pluspunkte bringen.

Spaßvögel genießen mehr Prestige

In den Experimenten wurden die Teilnehmer mit einer Person konfrontiert, die ihnen entweder einen ernstgemeinten Kommentar entgegenbrachte oder einen Witz. Die Forscher konnten schließlich einen Zusammenhang zwischen Humor und Selbstbewusstsein, Kompetenz und Status feststellen.

„Humor zu zeigen signalisiert immer Selbstbewusstsein – egal wie man ihn verwendet!“

Ein richtig platzierter Witz im Job steigert das Ansehen gegenüber Kollegen und auch die Karriereleiter lässt sich so einfacher erklimmen. Ist man humorvoll, gilt man schnell als selbstbewusst und kompetent. Spaßvögel kommen gut an – egal, ob sie „gute“ oder „schlechte“ Witze erzählen.

Karriere machen mit Humor

Personen, die Witz im Job gekonnt einsetzen, werden laut den Untersuchungen auch eher als Teamleiter eingesetzt. Daraus kann geschlossen werden, dass Humor nicht nur die Wahrnehmung von Personen beeinflusst, sondern auch deren Verhalten. Man sollte sich mit seinem Schmäh im Büro also im Klaren darüber sein, was dieser für Auswirkungen haben kann.

Humor ist riskant!

Während ein schlechter Witz oft bloß mit betretenem Schweigen bestraft wird, können unangemessene Witze den Erzähler rasch ins Aus befördern. Bewegt man sich mit seinen humorvollen Ergüssen außerhalb der gesellschaftlichen Norm, schadet man schnell dem eigenen Ruf. Zwar können solche Menschen durchaus als selbstbewusst gesehen werden, allerdings gelten diese laut den Forschern als weniger kompetent. Ein unangemessener Witz kann ein so starkes Signal für mindere Intelligenz sein, dass dies alle Vorteile von Selbstbewusstsein überstrahlt. Der „Klassenclown“ im Büro zu werden ist also nicht empfehlenswert.

Generell empfinden wir das als lustig, was mit der Norm des Publikums bricht, schreiben die Wissenschaftler. Allerdings müsse dieser Bruch schon die Grenzen des Anstands wahren. Sonst geht der gutgemeinte Schwank schnell nach hinten los.

So kann Humor deinen Erfolg beim Bewerbungsgespräch pushen

Um die Wirkung von Witzen in einem Arbeitskontext zu erforschen, wurden Hunderte von Probanden in Bewerbungsgesprächen mit diversen Situationen konfrontiert. Ein Kandidat wechselte bei seinen Antworten zwischen Scherzen und ernsten Antworten, brachte dabei sein Gegenüber zum Schmunzeln oder führte sie an die Grenzen des Vertretbaren.

Prestige zeigen: Eine Louis Vuitton Tasche ist sehr kostspielig – ein Witz gratis!

Ein Kandidat antwortete auf die Frage, warum er für eine Schweizer Tourismusagentur arbeiten wolle, folgenderweise: „Die Berge sind ideal zum Skilaufen und Wandern.“ Ein anderer fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Und das Land hat ein dickes Plus auf der Fahne – großartig.“ Letzterer war es, den die Beobachter als besonders selbstbewusst und kompetent einstuften. Selbstverständlich ist es entsprechend schwerer, sich in einer Runde voller Unbekannter (deren Art von Humor man nur schwer einzuschätzen vermag) durch lustige Bemerkungen positiv hervorzuheben. Allerdings kann ein Quäntchen Humor am richtigen Platz ungleich schwerer wiegen, als alle anderen Qualifikationen zusammen: Sympathie ist eben Trumpf!

Tipp: Lieber vorsichtig herantasten und auf spaßige Bemerkungen des Gegenübers eingehen – dann kann man zumindest davon ausgehen, dass der Gesprächspartner gleichgesinnt ist.

Humor kann man lernen!

Ein paar Witze über den Tag verstreut und schon ist man der Lieblingskollege oder das Gehalt erhöht sich wie von Zauberhand? Das hört sich nach einer einfachen Möglichkeit an, schnell Karriere zu machen… Tatsächlich ist aber dringend davon abzuraten, von einem Tag auf den anderen ein Komiker sein zu wollen – das Umfeld kennt einen meist zu gut und dann wird es schnell peinlich:

  • Besser langsam herantasten
  • Sich fragen: Welchen Humor habe ich selbst?
  • Was kann ich gut vertreten, was passt zu mir?

Als nächstes will sich das Forscherteam übrigens die Zusammenhänge zwischen Machtstrukturen und Humor ansehen. Beispielsweise nimmt man an, dass Menschen in höheren Positionen weniger Scheu haben, humorvoll zu sein. Das könnte einen Kreislauf bedingen: Je mehr Macht, umso humorvoller und umso besser wird man im Umgang mit Humor und kann ihn dementsprechend noch effektiver einsetzen.

Wer außerdem auf lustige Stimmung am Arbeitsplatz baut, sollte hier weiterlesen: Spaß im Büro.

Bildnachweis: file404/Shutterstock

Tanja Karlsböck

Tanja Karlsböck verfasst Blogposts rund umʼs Arbeitsleben, denn Schreiben ist ihre liebste Kulturtechnik.

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