10. Januar 2017 · HR · von

HR & Recruiting Trends 2017: Gekommen, um zu bleiben?

Alle Jahre wieder: Recruitingtrends! Was kommt auf HR zu – was bleibt und was verschwindet wieder sang- und klanglos? Wir werfen einen Blick auf fünf Trends, die heimische HR-Abteilungen 2017 beschäftigen werden.

Die Arbeitswelt ändert sich laufend und damit auch HR und Recruiting. Die Wünsche der Generation Y? Vor einigen Jahren noch als Novum am Radar, jetzt bereits ein alter Hut. Recruiting via Smartphone? Nach wie vor aktuell – und Bewerber wollen mit dem mobilen Endgerät noch viel mehr. Das und vier weitere Trends, die vorausschauende HR-Profis 2017 auf dem Schirm haben sollten:

#1 Talente entdecken und wiederentdecken

Talente, Talente, Talente: Für 83 Prozent der Recruiter hat das Finden von Talenten in diesem Jahr oberste Priorität (LinkedIn Global Recruiting Trends 2017 Report). Neben der Suche „da draußen“ mittels Active Sourcing oder klassischen Jobinseraten, sollte HR in diesem Jahr auch „Talent Rediscovery“ als Schlagwort im Hinterkopf behalten. Dabei handelt es sich um das Wiederfinden von Kandidaten, die als Bewerber in der Vergangenheit bereits Kontakt zum Unternehmen hatten, jedoch abgelehnt wurden oder selbst abgesagt haben. Voraussetzung für das erneute Finden geeigneter Bewerber: Ein funktionierendes Bewerbermanagement für das Screening archivierter Unterlagen. Ebenfalls notwendig dafür, dass sich der Bewerber wieder für eine Vakanz interessiert: Ein guter Eindruck, den der Arbeitgeber trotz Absage hoffentlich hinterlassen hat – Stichwort Candidate Experience.

#2 Mobile First

Jobangebote sichten, Arbeitgeber recherchieren – das muss auch unterwegs per Smartphone funktionieren. Wer sein Recruiting noch nicht für mobile Endgeräte fit gemacht hat, der weiß, was 2017 zu tun ist. Die Möglichkeit, sich per Smartphone auch gleich zu bewerben, hat sich zwar noch nicht wirklich durchgesetzt, aber: Jobinserate und die Karrierewebsite mit Arbeitgeberinfos sollten mittlerweile per mobilem Endgerät problemlos zu lesen sein.

#3 One-Click-Bewerbung

Die Nutzung von mobilen Geräten verändert nicht nur, wie nach Jobs gesucht wird, sondern das komplette Bewerbungsverhalten. Das individuelle, ausformulierte Bewerbungsschreiben fällt diesem Trend zwar nicht vollständig zum Opfer. In Zeiten von Bewerberdatenbanken, Online-Business-Netzwerken und Big Data gewinnt der Lebenslauf jedoch zunehmend an Bedeutung. Die Folge: Interessiert sich ein Bewerber für einen Job, schickt er seinen CV per Knopfdruck an den Arbeitgeber. Und weil am Mobiltelefon niemand ein ausführliches Anschreiben formuliert und tippt, wird dieses Element zunehmend an Bedeutung verlieren bzw. kürzer und standardisierter ausfallen. Die „One-Click-Bewerbung“ gewinnt seit Jahren an Terrain und auch 2017 sollte sie im Auge behalten werden. Denn manchmal geht’s auf einmal ganz schnell. Einfache Bewerbungswege à la One-Click führen allerdings auch zu mehr einlangenden Bewerbungen – die wollen erst einmal bearbeitet werden. Was uns zu Punkt vier bringt:

#4 Big Data

Informelle Bewerbungsprozesse, standardisierte Abläufe und neue Recruitingkanäle führen dazu, dass sich in den HR-Abteilungen riesige Datenmengen ansammeln: Lebensläufe, Evidenzen, Kontakte, Anfragen. Große Unternehmen reagieren bereits darauf und überlassen das erste Screening von eingelangten Bewerbungen speziellen Algorithmen. Wenn 2017 wirklich das „Jahr des Algorithmus“ wird, sollten sich auch mittelständische Unternehmen rasch mit Datenanalyse auseinandersetzen – aber dabei den Faktor Mensch im Recruiting nicht vergessen.

#5 Employer Branding

Dieser Trend ist gekommen, um auch 2017 zu bleiben: Employer Branding. Bewerbern ist es auch 2017 nicht egal, für wen sie arbeiten. Wären Budgets kein Thema, würden laut LinkedIn-Studie 53 Prozent der Recruiter in Employer Branding-Maßnahmen investieren. Erst danach würden sie für neue Technologien und Sourcing Tools Geld in die Hand nehmen. Aber auch mit knappem Budget kann und muss in die Arbeitgebermarke investiert werden. Ein Mindestmaß an Arbeitgeberinformationen sollte Jobsuchenden einfach und schnell zugänglich gemacht werden – sei es im Stelleninserat, auf einer eigenen Karrierewebsite oder einem Unterbereich der eigenen Unternehmenswebsite. In einer (Arbeits)welt, in der die Grenze zwischen Job und Privatleben zunehmend verschwimmt, möchten sich Arbeitnehmer im Ökosystem Arbeitsplatz möglichst wohlfühlen.

Bildnachweis: Milleflore Images / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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