12. Mai 2017 · HR · von

2017 für Österreichs HR: Chancen, Hindernisse, Zukunftspläne

Die HR-Arbeit gewinnt in heimischen Unternehmen an Bedeutung – das bringt für viele Personalabteilungen ein Plus an Budget oder personeller Verstärkung für Recruiting und Personalarbeit. Wo die Prioritäten der HR-Abteilungen in diesem Jahr liegen und wo sich Geschäftsführung und HR einig bzw. gar nicht einig sind, der aktuelle Kienbaum HR-Klima-Index kennt die Antworten darauf.

Einen aktuellen Überblick zur Situation der heimischen HR-Abteilungen gibt der neue HR-Report von Kienbaum. Für die Studie wurden 111 Führungskräfte aus österreichischen Unternehmen befragt. Gute Nachrichten: In den teilnehmenden Unternehmen gewinnt der Personalbereich weiter an Bedeutung. Bei kleineren Unternehmen (bis 250 Arbeitnehmern) ist der Trend besonders stark zu beobachten: 53 Prozent beobachten eine steigende Bedeutung des HR-Bereichs.

  • Mehr Ressourcen für HR: 37 Prozent erhöhen ihr Budget für Personalarbeit. Zwölf Prozent werden für diesen Bereich in Zukunft weniger Geld ausgeben. 27 Prozent der Arbeitgeber rechnen in diesem Jahr außerdem mit einem Personalplus in der eigenen HR-Abteilung.
  • Personalarbeit in der Organisation: HR ist in nur 14 Prozent der österreichischen Unternehmen auch in der Geschäftsführung oder im Vorstand vertreten. In strategische Projekte und Initiativen sind Personalabteilungen nicht immer eingebunden: In mehr als der Hälfte der Unternehmen ist HR nur in 40 Prozent oder weniger aller Projekte und Initiativen mit dabei.

HR-Arbeit: Die Schwerpunkte ändern sich

Was steht 2017 auf der Agenda heimischer Arbeitgeber? Im Jahresvergleich zeigt sich hier eine Verschiebung der priorisierten Themenfelder. Die Steigerung der Führungsqualität gewinnt an Bedeutung, das Thema Arbeitgeberattraktivität rückt dafür zurück auf Platz 2. Weiterbildung, Rekrutierung und Nachfolgeplanung sind ebenfalls Themen, die im Vergleich zum Vorjahr mehr in den Fokus rücken. An Bedeutung verlieren dafür diese Arbeitsfelder: Die Erhöhung der Besetzungsqualität, die Altersstruktur im Unternehmen, Diversity und Talent Management.

Was die Gewichtung der Themenfelder betrifft, sind sich Geschäftsführung und HR-Management übrigens nicht immer einig.

  • Die Steigerung der Führungsqualität ist HR-Vertretern wichtiger, als den Geschäftsführern.
  • Die Erhöhung der Besetzungsqualität befindet die oberste Führungsriege als bedeutender, als das HR-Vertreter tun. Motivation und Engagement ist ebenfalls ein Thema, dem die Geschäftsführung mehr Gewicht gibt als HR-Abteilungen das tun.
  • Recruiting gehört bei HR-Vertretern zu den Schwerpunktthemen für 2017, für die Geschäftsführer ist das weniger bedeutend.

Arbeitszeitmodelle

Abgefragt wurde auch, welche Arbeitszeitmodelle derzeit angewandt werden und was für die Zukunft geplant ist. All-In-Verträge und Gleitzeit mit Kernzeit sind aktuell die vorherrschenden Modelle. Deren bedeutung wird in Zukunft allerdings abnehmen. Laut Kienbaum-Befragung stark auf dem Vormarsch: Individuelle Arbeitszeiten oder ein Modell, das auf Tages- oder Wochenarbeitszeit basiert.

Was die Arbeitszeitgestaltung betrifft, wird das Einhalten der gesetzlichen Rahmenbedingungen übrigens als größte Herausforderung wahrgenommen. 90 Prozent der Befragten sehen das als Problem. Das Anpassen des Personals an die betrieblichen Erfordernisse, die Belastung der Mitarbeiter und die Anforderungen der Kunden sind ebenfalls Probleme in Verbindung mit der Regelung von Arbeitszeiten.

Digitalisierung

Noch ein Blick auf das überall vorherrschende Thema Digitalisierung: Die große Mehrheit der Arbeitgeber sieht sich von diesem Thema in unterschiedlicher Gewichtung betroffen, darauf vorbereitet sind allerdings die wenigsten. Vereinzelte Digitalisierungsstrategien gibt es in 60 Prozent der Unternehmen, gearbeitet wird dabei jedoch ohne System und Blick auf das große Ganze. 27 Prozent haben bereits eine fertig ausgearbeitete Strategie mit abgeleiteten Projekten und Zielen. 13 Prozent wurden in diesem Bereich noch gar nicht tätig.

Bildnachweis: CHOATphotographer/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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