8. März 2017 · HR · von

Zu langsam, zu starr, zu wenig innovativ: Herausforderungen für HR

Die Arbeitswelt wird immer dynamischer, Recruiting und HR-Arbeit hinken aber oft noch hinterher. Eine Erkenntnis, die laut aktueller Deloitte-Studie bei Österreichs Arbeitgebern bereits angekommen ist. Sie geben an, dass starre Strukturen und fehlende Innovationskraft das Finden und Binden von Arbeitnehmern erschwert. Wer seine HR-Arbeit auf Vordermann bringen möchte: Drei Haupttrends aus der Deloitte-Studie und was Österreichs HR dazu sagt.

Österreichs HR-Abteilungen haben Aufholbedarf – und laut einer neuen Studie von Deloitte wissen sie das auch. In den Global Human Capital Trends werden die aktuellen Herausforderungen im Personalbereich analysiert, dafür wurden mehr als 10.000 HR-Leiter und Geschäftsführer in 140 Ländern befragt – darunter auch Österreich.

Eines der Hauptergebnisse: Weltweit fühlt sich nur ein Zehntel der Unternehmen bereits fit für die Zukunft, Österreichische Arbeitgeber und Personalmanager kämpfen vor allem mit komplexen Strukturen. Was die Vorbereitung auf Trends und die Zukunft betrifft, fühlen sie sich sogar schlechter vorbereitet, als ihre internationalen Kollegen.

3 Themen und Trends, die HR auf Trab halten

  • Die agile und digitale Organisation
    Organisationen werden zunehmend komplexer und österreichische Führungskräfte gestehen, dass sie dieser Trend besonders vor Herausforderungen stellt. 60 Prozent geben an, dass ihr Unternehmen (sehr) komplex strukturiert ist. Der Einsatz von agilen, autonomen Teams und offener Kommunikationskultur statt klassischer Hierarchien kann helfen, Abläufe zu vereinfachen. Weltweit bewerten jedoch 65 Prozent der Unternehmen ihre Organisation als wenig oder gar nicht agil. Alles Handarbeit: HR-Prozesse sind gar nicht oder nur teilweise automatisiert, das geben 68 Prozent der befragten Österreicher an. Ihr HR-System bewerten nur 22 Prozent als effizient und wirksam.
  • Die alte Karriereleiter hat ausgedient
    Einmal von unten nach oben – das war einmal. Flexible Karriere, wie z.B. die Mosaikkarriere, bestimmen die Laufbahnen mittlerweile. Ohne kontinuierliches Lernen, Anpassungsfähigkeit, Entwicklung und persönlicher Entfaltung geht es natürlich nicht. Gut, dass 83 Prozent der Führungskräfte diesen Faktoren bereits hohe Priorität geben. 61 Prozent der österreichischen Unternehmen arbeiten bereits an ihren Karrieremodellen oder haben vor, das zu tun.
  • Innovatives Recruiting holt sich Talente
    Arbeitgeber sind nach wie vor auf der Suche nach Mitarbeitern, die ausreichend Kompetenzen für die Arbeitswelt der Zukunft mitbringen. Weltweit sagen 81 Prozent, dass die Gewinnung von neuen Arbeitnehmern (sehr) wichtig für Unternehmen ist. Die richtigen Recruiting-Instrumente helfen beim Aufbau langfristiger Beziehungen zwischen Arbeitgebern und interessanten Talenten.  „Österreichische HR-Abteilungen agieren beim Recruiting meist noch sehr traditionell. Die Suche nach geeigneten Kandidaten erfordert aber einen innovativen Zugang“, betont Margareta Holz, Partnerin bei Deloitte Österreich. Digitale Kanäle, neue Technologien und frische Strategien gewinnen an Bedeutung, wenn es darum geht, geeignete Mitarbeiter zu finden.

Über die Studie

Der Deloitte Report „Global Human Capital Trends 2017“ fasst Trends und Herausforderungen der Arbeitswelt zusammen. Die Studie wurde in diesem Jahr  zum fünften Mal durchgeführt. Weltweit wurden über 10.000 HR-Leiter und Geschäftsführer in 140 Ländern befragt. Unter den Teilnehmern waren rund 100 Führungspersonen österreichischer Unternehmen. Der gesamte Report kann hier heruntergeladen werden.

Bildnachweis: Rawpixel.com/Shutterstock

Martina Kettner

Martina Kettner hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at hat sie lange über Karrierethemen gebloggt, jetzt führt sie ihre eigene Karriere in den USA weiter.

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