Erstellt am 20. Mai 2020 · Arbeitsleben, HR · von

Homeoffice nach der Krise beibehalten? 93 Prozent sind dafür

Lesezeit: 3 Minuten

Soll man Homeoffice nach der Krise beibehalten? Diese Frage beschäftigt momentan viele Arbeitgeber. Wir haben Arbeitnehmer und Unternehmensvertreter gefragt, wie sie dazu stehen, und das Ergebnis ist eindeutig – auf beiden Seiten.

Die Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise haben zu einer massiven Zunahme von Homeoffice geführt. Wer kann, arbeitet von zuhause aus – und das sind überraschend viele. Jetzt, wo es schrittweise zurück ins Büro geht, stellt sich jedoch die Frage: Homeoffice beibehalten oder wieder zurück zu Anwesenheitspflicht am Arbeitsplatz? Genau das wollten wir von Arbeitnehmern und Arbeitgebern wissen.

Homeoffice nach Corona: Die Mehrheit will es beibehalten

Ist Homeworking auch in Zeiten nach Corona eine Option? So lautete eine aktuelle Umfrage auf karriere.at. 72 Prozent der 600 befragten Arbeitnehmer haben dazu eine klare Meinung: „Nicht jeden Tag. Aber man sollte die Wahl haben.“ 21 Prozent wünschen sich Homeoffice sogar als dauerhafte Arbeitsweise. Nur fünf Prozent gaben an, lediglich in Ausnahmefällen auf das Modell zurückgreifen zu wollen. Zwei Prozent möchten nach der Krise gar nicht mehr ins Homeoffice, da ihnen die Arbeit mit den Kollegen zu sehr fehlt. Auswertung Umfrage Homeoffice nach Corona B2C

Das zeigt, dass man manche Dinge erst ausprobieren muss, um Gefallen daran zu finden. Denn bei unserer Studie „(R)Evolution Arbeit“ im vergangenen Jahr wünschten sich gerade mal 48 Prozent der Befragten die Möglichkeit, im Homeoffice arbeiten zu dürfen.

Auf Unternehmensseite zeigt sich ein ganz ähnliches Bild: Insgesamt 89 Prozent der Arbeitgeber können sich gut mit dem Konzept Homeoffice anfreunden. 73 Prozent der 189 beteiligten HR-Manager, Geschäftsführer und Führungskräfte möchten ihren Mitarbeitern auch nach Corona die Wahl zwischen Homeoffice und Präsenz am Arbeitsplatz lassen. 16 Prozent sind gar überzeugt, ihre Mitarbeiter wollen nichts anderes mehr. Homeoffice nur dann zu ermöglichen, wenn es unbedingt nötig ist, wollen sechs Prozent der Arbeitgeber. Und fast ebenso viele, fünf Prozent, sprechen sich generell dagegen aus. Sie wollen „einen lebendigen Betrieb“.

Ausertung Umfrage Homeoffice nach Corona B2B

Homeworking bietet auch nach der Krise Flexibilität und Mitarbeiterschutz

„Spätestens seit Corona ist Homeworking aus Österreichs Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken“, sagt Thomas Olbrich, Chief Culture Officer bei karriere.at, der sich grundsätzlich für belebte Firmengebäude ausspricht: „Sie sind das Um und Auf für eine kommunikative und damit vitale Unternehmenskultur.“ Die Möglichkeit, fallweise von zuhause aus zu arbeiten, widerspricht dem aber nicht. „Das garantiert Flexibilität und ist zudem in Krisenzeiten ein wertvolles Instrument zum Mitarbeiterschutz. Die vergangenen Wochen haben das eindrucksvoll gezeigt.“

Gründe für Homeoffice: Warum die Möglichkeit weiterhin bestehen sollte

Klar ist, wer auch künftig die Möglichkeit, von zuhause aus zu arbeiten, anbietet, erfüllt einen großen Wunsch der Mitarbeiter und steigert damit die Attraktivität als Arbeitgeber. Es gibt aber noch andere Gründe, warum Homeoffice auf Zeit Sinn macht:

  • Weniger Platzbedarf: Arbeitet ein Teil der Belegschaft abwechselnd im Homeoffice, können Arbeitsplätze von mehreren Mitarbeitern geteilt werden. Diese sollten selbstverständlich mit Desksharing einverstanden sein.
  • Gut für die Umwelt: Je seltener man mit dem Auto zur Arbeit fahren muss, umso weniger CO2-Ausstoß wird verursacht. Regelmäßiges Homeoffice kann also auch zum Klimaschutz beitragen und zeigen, dass man als Arbeitgeber Wert auf Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag legt.
  • Bessere Work-Life-Balance: Der Weg in die Arbeit spart auch jede Menge Zeit, vor allem denen, die weit vom Arbeitsplatz entfernt wohnen. Damit gewinnen Mitarbeiter mehr Freizeit.
  • Größeres Recruiting-Gebiet: Einen Teil der Arbeitszeit von zuhause aus erledigen zu dürfen, kann auch Kandidaten aus anderen (Bundes-)Ländern überzeugen, sich zu bewerben. Damit vergrößert sich der Recruiting-Radius und die Chance auf passende Mitarbeiter steigt.

Grundregeln fürs Homeoffice: So klappt die Zusammenarbeit

Auch wenn Homeoffice in den vergangenen Wochen vielleicht noch nicht reibungslos funktioniert hat, sollte man es nicht gleich völlig beenden. In diesem Artikel geben wir Tipps, was es für erfolgreiches Arbeiten von zuhause aus braucht:

Bildnachweis: shutterstock/Undrey; karriere.at

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.