21. Juli 2017 · Arbeitsleben · von

Großer Mund, große Karriere?

Wer als Führungskraft einen breiten Mund hat, ist als Manager besonders erfolgreich: Ein absurder Gedanke oder ist an äußerlichen Merkmalen in Zusammenhang mit Führungskarrieren was dran? Forscher haben genau das untersucht.

Der Chef, das Großmaul?

Ob jemand Führungskraft wird, das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Auf jeden Fall entscheiden andere Personen darüber, ob jemand Chef wird – oder auch nicht. Bei der Auswahl stützen sie sich auf verschiedene Faktoren: Leistung, Führungsqualitäten etc. Aber kann das Aussehen und insbesondere das Gesicht ebenfalls ein auschlaggebender Faktor sein?

Studien zufolge hängen die Wahl und die Leistung von Führungspersönlichkeiten, z.B. aus Politik und Wirtschaft, durchaus mit dem Aussehen ihres Gesichts zusammen. Zusammenhänge zwischen der Beurteilung von Führungsfähigkeiten von Geschäftsführern und Unternehmensprofiten wurden bereits gefunden. Unklar ist jedoch noch, welche Merkmale im Gesicht für diese Zusammenhänge verantwortlich sind.

Der Mund als Zeichen der Dominanz?

Die Plattform Forschung erleben der Universität Mannheim berichtet von einer Studie zu diesem Thema: Die beiden Forscher Daniel Re und Nicholas Rule nahmen an, dass der Mund – ganz konkret, dessen Breite – eine Rolle spielen könnte. Dieses Gesichtsmerkmal hängt aus evolutionärer Sicht mit körperlicher Dominanz zusammen. Das könnte hinsichtlich von Führungsqualitäten eine Rolle spielen. In einer ihrer Studien untersuchten die Forscher deshalb den Zusammenhang zwischen der Breite des Mundes von leitenden Führungskräften in US-Top-Unternehmen und dem Erfolg der Organisationen.

Dafür wurden Portraits von den Geschäftsführenden der 25 erfolgreichsten Unternehmen in den USA gesucht. Die Forscher haben jeweils die Breite des Mundes untersucht, danach bewerteten Teilnehmer in einer Online-Studie anhand der Fotos, für wie erfolgreich sie die Personen als Führungskräfte hielten.

Das Ergebnis: Je breiter der Mund, umso eher wurde die Person als erfolgreiche Führungspersönlichkeit bewertet. Die Unternehmen von Personen mit breitem Mund waren auch tatsächlich erfolgreicher und wiesen einen höheren Profit auf. Weitere Studien untermauerten die Annahme, dass die Breite des Mundes und keine anderen Merkmale für diese Effekte verantwortlich ist. Ein breiter Mund zeugt demnach von Dominanz, allerdings wird er nicht mit Kompetenz oder Vertrauenswürdigkeit in Zusammenhang gebracht. Ob diese Dominanzwirkung den Führungskräften bei Verhandlungen zugute kommt, soll in weiteren Studien geklärt werden.

Etwas muss jedoch beachtet werden: Für die Studie haben sich die Forscher auf die Geschäftsführer von Top-Unternehmen fokussiert. So gingen sie von einem bereits vorhandenen, hohen Level an Führungsqualitäten aus. Nebensächlich erscheinende Faktoren, wie die Breite eines Mundes, könnten dann eine Rolle spielen.

Bildnachweis: Alan Sheldon / Shutterstock

Martina Kettner

Martina Kettner hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at hat sie lange über Karrierethemen gebloggt, jetzt führt sie ihre eigene Karriere in den USA weiter.

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