1. September 2017 · Gehalt · von

Führungskräfte: Zwischen Schmerzensgeld und Statussymbolen

Chef zu sein ist das eine, es zu zeigen eine andere Sache. Ob Führungskräfte wirklich großen Wert auf Statussymbole legen und wie zufrieden sie mit ihrem Einkommen sind, hat der aktuelle Hernstein Management Report ermittelt.

Macht, Autorität und Status können mit einem Managementposten einhergehen. Die einen zeigen es mehr, die anderen weniger. Chefbüro, Businessreisen 1. Klasse oder Spesenkonto: Kommt es heimischen Führungskräften darauf an, ihren Status auch nach außen hin zu zeigen?

Laut Hernstein Management Report legen 47 Prozent der Führungskräfte keinen sehr großen Wert auf Statussymbole. Allerdings bekennt sich rund ein Viertel dazu und zeigt auch gerne den hierarchischen Erfolg.

  • Dabei ist es Führungskräften im mittleren und unteren Management weniger wichtig, ihren Erfolg sichtbar nach außen darzustellen. Dafür aber: Je höher die Managementebene, desto wichtiger werden Statussymbole.
  • Frauen und Männer unterscheiden sich übrigens nur unwesentlich, wenn es darum geht, den persönlichen Erfolg auch zu zeigen.
  • Eine ausgeprägte Neigung zu Statussymbolen findet sich vor allem bei jungen Führungskräften: Für 42 Prozent ist der hierarchische Status wichtig.

Welche Statussymbole?

Ein repräsentativer Firmenwagen, ein gut ausgestattetes Büro, Reisen 1. Klasse oder das neueste Smartphone – mit diesen Statussymbolen lassen sich Führungskräfte gerne sehen. Weniger wichtig sind ihnen hingegen Dinge wie Schmuck und Accessoires. Wunsch und Realität klaffen hier nicht weit auseinander: Was sich Chefs wünschen, besitzen sie als Führungskraft meist auch. Nur das Spesenkonto wird nicht für jeden Wirklichkeit: 22 Prozent der Befragten hätten gerne eines, nur 15 Prozent haben es tatsächlich.

Zufriedenheit mit dem eigenen Gehalt

„Ich bekomme mein Wunschgehalt!“ Das sagen nur 18 Prozent der Befragten. Deutliche Unterschiede gibt es beim Thema Gehaltszufriedenheit zwischen den Hierarchieebenen: Top-Führungskräfte denken zu 71 Prozent, dass sie angemessen entlohnt werden. Im unteren Management sind es nur 55 Prozent. Gehalt und Statusdenken können hier Hand in Hand gehen: Wer mit seinem Einkommen zufrieden ist, neigt eher dazu, seinen hierarchischen Status auch offen zu zeigen.

Für den Report wurde auch nach den Gründen für die eigene Unzufriedenheit mit dem Gehalt gefragt: 42 Prozent stecken in einem starren Gehaltsschema – es ist einfach nicht mehr Geld für sie vorgesehen. Etwas mehr als ein Viertel scheitert an wirtschaftlichen Gegebenheiten. Zehn Prozent räumen ein, schlecht verhandelt zu haben und neun Prozent trauen sich nicht, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen. Und wie führt Geld zu Zufriedenheit? 50 Prozent jener, die ihr Gehalt angemessen finden, bekamen es so vom Arbeitgeber angeboten und haben akzeptiert. 35 Prozent sagen, sie hätten gut verhandelt.

Mehr Geld, mehr Leistung? 58 Prozent fühlen sich durch ihr Gehalt zu mehr Leistung und Anstrengung motiviert. Im oberen Managementsegment motiviert Geld übrigens stärker, als auf den unteren Ebenen. Für Top-Führungskräfte ist Geld auch Zeichen für Anerkennung. 78 Prozent verbinden Wertschätzung mit ihrem Gehalt. Im unteren Management sind es nur 63 Prozent.

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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