2. November 2017 · Arbeitsleben, HR · von

Leadership, Stress und eine zweifelhafte Sichtweise auf Burn-out

Stressige Arbeitstage, eine schlechte Work-Life-Balance und Burn-out gibt es quer durch alle Hierarchiebenen. Ein aktueller Report hat erfragt, wie Führungskräfte mit Stress und Burn-out-Gefährdung umgehen. Zu Tage kommt dabei jedoch auch ein zweifelhafter Ruf, den Burn-out bei manchen Managern genießt.

Erfolg im Job geht manchmal Hand in Hand mit hoher Arbeitsbelastung. Stress und Hektik bestimmen dann die Arbeitstage und das Privatleben bleibt auf der Strecke. Wie es um die Work-Life-Balance österreichischer und deutscher Führungskräfte bestellt ist, geht aus dem aktuellen Hernstein Report hervor. Dafür wurden im Frühjahr dieses Jahres 1.585 Führungskräfte und Unternehmer befragt.

  • Gute Vereinbarkeit von Job und Privatleben sehen 57 Prozent der Führungskräfte gegeben. Ihre beruflichen Anforderungen und privaten Interessen lassen sich gut vereinbaren. 13 Prozent – Männer und Frauen gleichermaßen – bewerten ihr berufliches und privates Gleichgewicht jedoch als gefährdet.
  • Je weiter oben Führungskräfte in der Hierarchie stehen, desto eher gelingt die gute Balance zwischen Work und Life: 68 Prozent der Manager in oberen Führungsebenen sagen von sich, dass sie das Gleichgewicht zwischen beiden Lebensbereichen gut halten können.
  • Unter Stress im Job leiden hingegen besonders jüngere Führungskräfte und jene im unteren und mittleren Management. 15 Prozent der Führungskräfte im unteren Management sagen, dass sie Privatleben und Job nur schlecht vereinbaren können.

Wenig Zeit und Gedanken an den Job in der Freizeit

Abgefragt wurden auch die Belastungsfaktoren im Berufsalltag der Führungskräfte: 37 Prozent geben an, häufig unter Zeitdruck und Stress zu arbeiten. Rund die Hälfte der Befragten hat genügend Zeit, um Arbeitsaufgaben zu erledigen. Zeit ist dabei vor allem im unteren Management knappes Gut. In der Freizeit werden etwas mehr als die Hälfte von Gedanken an berufliche Themen und Vorfälle eingeholt. Ausreichend Erholung in der Freizeit sehen aber 57 Prozent für gegeben.

Burn-out als salonfähiges Phänomen?

Erschöpft und ausgebrannt: Burn-out verschont auch Führungskräfte nicht. Knapp ein Drittel der befragten Manager sehen sich selbst als stark oder teilweise Burn-out gefährdet. „Pass besser auf dich auf!“ 36 Prozent sind mindestens einmal von ihren Mitmenschen auf eine Burn-out-Gefährdung hingewiesen worden.

Burn-out genießt bei einigen Führungskräften zweifelhaften Ruf: Immerhin ein Viertel denkt, dass Burn-out ein Zeichen von hohem Engagement ist. Noch mehr – nämlich 41 Prozent – denken allerdings, dass Burn-out ein Zeichen von Schwäche sei. Wer unter Burn-out leide, sei demnach einfach nicht leistungsfähig genug.

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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