Erstellt am 6. März 2019 · Arbeitsleben, Inside · von

Fasten in der Arbeit: Soll man Kollegen unterstützen? Pros und Contras

Lesezeit: 3 Minuten

Die Fastenzeit ist da und damit auch wieder die guten Vorsätze für ein gesünderes Leben. Die Arbeitszeit ist davon natürlich nicht ausgenommen – in den nächsten 40 Tagen gibts für viele Salat statt Schweinsbraten in der Mittagspause und die Schoko-Lade wird gemieden. Lobenswert oder nicht? Wir haben unsere Mitarbeiter befragt, ob man Kollegen beim Fasten unterstützen sollte. Hier sind unsere Pros und Contras:

Das mit dem Fasten ist so eine Sache: Während die einen, befreit von den Trägheitssymptomen durch zu viel Fett und Zucker, nie dagewesene Energie versprühen, mutieren die anderen – von Entzugserscheinungen geplagt – zu angriffslustigen Zombies, die jeden mit Blicken töten, der sich auch nur in Richtung Kaffeemaschine bewegt. Von mitgebrachten Geburtstagskuchen ganz zu schweigen. Und dann gibts auch noch diejenigen, die als missionarische Gesundheitsapostel die ganze Belegschaft mit „guten Ratschlägen“ terrorisieren. Ein so kontroverses Thema sollte von beiden Seiten betrachtet werden, haben wir uns gedacht und kurzerhand unsere Mitarbeiter nach ihrer Meinung gefragt: Soll man Kollegen nun beim Fasten unterstützen oder nicht? Das sind die Gründe dafür und dagegen.

Pro: Fasten geht mit Kollegen gemeinsam leichter!

Gemeinsam schafft man mehr, sind die Unterstützungs-Befürworter sicher. Bereits ab zwei Personen fällt es leichter, beim Fasten durchzuhalten, da man sich gegenseitig motivieren und unterstützen kann. Je mehr mitmachen, desto stärker wird die Motivation. Zudem kann man miteinander für gesundes Büroessen sorgen, gemeinsam kochen oder sich beim Mittagessen Mitnehmen abwechseln. Und wenn man sieht, dass die anderen Kollegen genauso leiden wie man selbst, ist es nicht mehr ganz so schlimm.

Ein weiterer Pluspunkt von Fasten in der Arbeit: Die vielen Versuchungen, denen man zuhause schnell erliegt, gibt es hier nicht. Und wenn doch, sind Kollegen zur Stelle, die dir beim Widerstehen helfen. Auch passive Unterstützung mit Komplimenten und gutem Zureden sind eine große Hilfe. Mit netten Worten wie „Du siehst heute viel energiegeladener/fitter/schanker aus!“ oder „Ich bin echt stolz auf dich, dass du das so durchziehst.“ fällt der Verzicht gleich leichter. Das gilt auch für den Start: Sobald ein Kollege mitteilt, dass er – auf welche Art auch immer – fasten möchte, kann man ihm den Beginn mit Lob und Zuspruch vereinfachen.

Mit Fasten ungesunde Gewohnheiten ablegen

Ein weiterer Grund, Kollegen beim Fasten zu unterstützen, ist der positive Langzeiteffekt. Denn Fasten kann insgesamt zu einer nachhaltigeren Ernährungs- oder Lebensweise beitragen, die auch nach den vierzig Tagen beibehalten wird. Ob man nun den Konsum von tierischen und nichtsaisonalen/-regionalen Nahrungsmitteln oder Social Media reduziert, gebrauchte statt neue Kleidung kauft oder auf andere Art verzichtet, mit aktiven oder passiven Unterstützern bleibt man länger am Ball.

karriere.at Mitarbeiter würden ihre Kollegen beim Fasten unterstützen

Contra: Fasten ist auch in der Arbeit Privatsache.

Wenngleich die meisten Befragten dafür sind, Kollegen zu unterstützen, haben zwei Drittel berechtigte Einwände. Einer davon ist die Zeit. Denn vierzig Tage können lang sein, vor allem, wenn man sie mit Verzicht füllt – und das vielleicht nur einem Kollegen zuliebe. Der Hauptgrund gegen die Unterstützung beim Fasten ist jedoch ein anderer. Ob religiös, ethisch oder gesundheitlich motiviert: Fasten ist etwas sehr Persönliches – und damit Privatsache. Im Sinne einer gesunden Work-Life-Balance sollte Privates daher nicht in die Arbeit übertragen werden und umgekehrt.

Mit Zwangsbeglückung erreicht man nichts

Wie es auch bei sonstigen Ernährungsgewohnheiten der Fall ist, gilt in der Fastenzeit: essen und essen lassen. Jeder das, was er mag. Wird man von Kollegen überredet, mitzumachen oder sie passiv zu unterstützen, kann das schnell in Missmut ausarten. Denn wer verzichtet, sollte auch aus seinem tiefsten Innersten dazu motiviert sein. Ist man das nicht, sorgt das schnell für schlechte Laune und vielleicht sogar zu Streit unter den Kollegen – „Du hast mich überredet und jetzt muss ich drunter leiden! Vielen Dank, du …!“ Gesund bleiben im Job geht bestimmt auch ohne Konflikte.

Zudem ist Fasten auch eine Sache von mentaler Stärke: Hilft man seinen Kollegen zu sehr, glauben sie nachher vielleicht, es nicht aus eigener Kraft geschafft zu haben. Das schmälert das gute Gefühl, stolz auf sich selbst sein zu können. In jedem Fall sollte man immer darüber sprechen, warum man jemanden unterstützt und warum nicht. „Ich bin dir da sicher keine große Hilfe.“ oder „Ich bin mir sicher, du brauchst mich dabei gar nicht.“ kommen besser an als ein bloßes „Nein!“.

Keine Lust auf Fasten? Unsere 40 Tage Office Challenge40 Tage Office Challenge

Für alle, die mit Verzicht nichts am Hut haben, aber die Fastenzeit dennoch etwas (gesundheits)bewusster nützen möchten, haben wir ab heute vierzig Tage lang kleine Challenges für euch. Jeden Tag außer Sonntag versorgen wir euch bei unserem Facebook-Event und in den Instagram-Storys mit Ideen für kleine Bewegungseinheiten, Ernährungsvorschlägen und Tipps für mehr Nachhaltigkeit. Wir freuen uns auf viele Teilnehmer!

 

Bildnachweis: Cat Box/shutterstock

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.