20. März 2018 · Bewerbung, Jobsuche · von

Fotos, Lücken, Privatleben: Eure FAQ zu Jobsuche und Bewerbung

Täglich erreichen uns zahlreiche Fragen rund um Lebenslauf, Bewerbung und Jobsuche. Heute fassen wir wieder einige der meistgestellten Fragen in einem Q&A zusammen. Mit diesen Anliegen wenden sich karriere.at-User besonders häufig an uns:

Q: Meine Qualifikationen sind gut, trotzdem erhalte ich auf meine Bewerbungen ständig Absagen. Was kann ich tun?

A: Oft sind Bewerber verwundert, wenn sie es trotz gutem Lebenslauf nicht bis zum Jobinterview schaffen. Das kann verschiedene Gründe haben, einer davon ist dieser: Der Lebenslauf bzw. die Bewerbung wurde nicht an den ausgeschriebenen Job angepasst. Die Informationen im CV sind zu allgemein gehalten, kein Arbeitgeber kann sich unter den Angaben etwas vorstellen. „Bürotätigkeit“ kann z.B. vielfältig sein: Telefonzentrale, Angebotserstellung, Assistenztätigkeiten, Ablage, Eventorganisation. Was davon zutrifft, das kann ein Personaler dann nur raten. Formuliere für jede berufliche Station zwei bis drei Sätze oder nenne zumindest Stichworte, die deine Hauptaufgaben grob umreißen. Mach den Vergleich: Was wird im Jobinserat verlangt und wo kann der Empfänger diese Anforderungen im Lebenslauf finden?

Q: Wie gehe ich damit um, wenn ich von Arbeitgebern kein Feedback erhalte? Das Warten ist aufreibend, oft kommt dann einfach eine Standardabsage.

A: Verständlich, du investiert Zeit und Mühe in deine Bewerbung und weißt im Fall einer Absage dann nicht, woran es letztlich gescheitert ist. Hörst du zwei bis drei Wochen nach deiner Bewerbung nichts vom Arbeitgeber, darfst du ruhig nachhaken. Auch mit einer Standardabsage musst du dich nicht zufriedengeben, auch hier kannst du nachfragen. Ob das Feedback des Unternehmens auch wirklich ehrlich ausfällt, kannst du natürlich nicht wissen – wenn du nicht nachfragst, bleibst du aber garantiert im Ungewissen.

Q: Darf ich im Lebenslauf einen langen Krankenstand anführen?

A: Das solltest du sogar. Ist die berühmte „Lücke im Lebenslauf“ länger als rund drei Monate, wird sich der Personaler beim Erhalt deines CVs nämlich fragen: Was hat er/sie in diesem Zeitraum gemacht? Solltest du es trotz unkommentierter Lücke zum Jobinterview schaffen, musst du dich spätestens dort erklären. Besser gleich im Lebenslauf die Karten auf den Tisch legen. Achte bei der Angabe auf eine möglichst neutrale oder positive Formulierung, schreibe z.B. „Genesungszeit nach Krankheit (vollständig ausgeheilt)“.

Q: Ich lasse mich nur ungern fotografieren. Brauche ich wirklich ein Bewerbungsfoto oder gehts auch ohne?

A: Ein Foto mitzuschicken, das ist in Österreich immer noch üblich und wird von HR-Verantwortlichen generell erwartet. Sieh es als Gelegenheit, dich gut zu präsentieren, denn bei fehlendem Bild macht sich ein Personaler vielleicht online auf die Suche nach dir. Was er dann findet, liegt nicht immer in deiner Hand. Selbstverständlich ein No-Go, in manchen Bewerbungsunterlagen aber immer noch zu finden: Schlechte Schnappschüsse, Urlaubsfotos, Selfies oder Ganzkörperfotos. Ein Bewerbungsfoto darf, wenn es zu deiner Persönlichkeit und dem angestrebten Job passt, durchaus kreativ und individuell sein – vertraue dabei aber auf einen Profi und lasse dich beraten.

Q: Ich bin noch in einem Dienstverhältnis, möchte jedoch einen neuen Job suchen. Ich habe Angst, dass mein Chef oder Kollegen davon Wind bekommen. Wie halte ich meine Jobsuche möglichst geheim?

A: Als Faustregel gilt: Deine Jobsuche ist Privatsache, erledige sie deshalb während deiner Freizeit und lasse dich nicht während deiner Arbeitszeit dabei erwischen. Vorsicht vor Businessprofilen im Netz: Auch wenn sie fürs Networking gedacht sind, können häufige Updates deines Online-Profils auffällig wirken. Neues Foto und das gleichzeitige Einpflegen von Informationen, die geradezu „Ich bin auf Jobsuche!“ schreien, das kann deine Führungskraft oder Kollegen durchaus auf den Plan rufen.

Q: Soll ich mit meiner Bewerbung alle Zeugnisse, Urkunden und Auszeichnungen mitschicken, die ich habe? Kann sich ein Arbeitgeber so ein gutes Bild von mir machen?

A: Qualität geht vor Quantität! Wenn du im Lauf der Zeit bereits sehr viele Zeugnisse oder Auszeichnungen erhalten hast, musst du nicht jedes einzelne Dokument mitschicken. Beschränke dich auf die aussagekräftigsten oder aktuellsten Dokumente. Kein Recruiter wühlt sich gerne durch 16 Seiten Anhang. Gut zu wissen, dass du vielleicht einen Erste Hilfe Kurs absolviert hast, für den Job ist es jedoch nicht unbedingt relevant. Du kannst im Lebenslauf vermerken, dass du weitere Zeugnisse auf Anfrage gerne nachreichst oder zum Bewerbungsgespräch mitnimmst.

Q: Wieviel Privates soll ich in der Bewerbung über mich verraten? Besser sachlich bleiben oder auch von mir als Person schreiben?

A: Viele Unternehmen legen neben fachlichen Qualifikationen auch Wert auf Bewerber, die mit ihrer Persönlichkeit zum übrigen Team passen. Einige Informationen zu Interessen und Hobbys runden das Bild eines Kandidaten erst ab. Die Angabe von persönlichen Interessen ist natürlich nicht Pflicht, du kannst dich damit aber aus der Masse an Bewerbern positiv abheben. Nenne drei bis vier Interessen, beschränke dich nicht auf allgemeine Stichworte sondern gib deiner Bewerbung eine persönliche Note: In meiner Freizeit lese ich gerne Krimis skandinavischer Autoren und versorge Freunde und Familie mit süßen Köstlichkeiten. Meine Reiselust führt mich im November nach Südafrika.

Noch mehr Antworten auf eure Fragen

Martina Kettner

Martina Kettner hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at hat sie lange über Karrierethemen gebloggt, jetzt führt sie ihre eigene Karriere in den USA weiter.

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