8. Juni 2017 · Gehalt · von

Wie das Einkommen unsere sozialen Kontakte mitbestimmt

Sprichwörter wie „Reichtum macht einsam“ spielen auf den Zusammenhang zwischen Geld und sozialen Beziehungen an. Ob es tatsächlich von der Höhe unseres Einkommens abhängt, mit wem wir unsere Zeit verbringen, haben Forscher untersucht. Eines der Ergebnisse: Finanzielle Freiheit beeinflusst tatsächlich, ob wir eher Familie oder Freunden den Vorzug geben.

Viel Geld – viele Freunde?

Geld kann glücklich oder unglücklich machen. Es erlaubt uns, materielle Wünsche zu erfüllen und ist auch einer der Bausteine für ein sorgenfreies Leben. Für ein gut gefülltes Bankkonto müssen manchmal auch Opfer gebracht werden: Überstunden, mühsame Karriereschritte oder die Investition von viel Energie in eine gute Ausbildung. Welche Rolle Geld in Bezug auf unsere Sozialkontakte spielt, ist immer wieder Gegenstand von Untersuchungen. Macht Reichtum einsam? Wie viele „falsche Freunde“ tauchen auf, sobald Vermögen da ist? Verbringen Menschen mit hohem Gehalt ihre Zeit lieber mit der engsten Familie oder erweitern sie ihren Freundeskreis?

Wissenschaftler haben festgestellt, dass sich ein hohes Einkommen negativ auf die in Gesellschaft verbrachte Zeit auswirken kann. Von einer Datenauswertung durch zwei amerikanische Forscherinnen berichtet die Plattform Forschung erleben. Grundlage für die Erhebung ist die „General Social Survey“ in den USA. Dafür werden seit 1972 jährlich verschiedene Daten von rund 30.000 Bürgern eingeholt. Wer wie viel Zeit mit Familie, Freunden, Bekannten oder Nachbarn verbringt sowie das Einkommen waren jene Daten, für die sich die Forscherinnen besonders interessierten.

Es zeigte sich, dass mit steigendem Einkommen mehr Zeit alleine und weniger mit anderen Personen verbracht wurde. Mit welchen Personengruppen reduzierte sich der Kontakt? Auch das wurde analysiert: Die geteilte Zeit mit Familie und Nachbarn nimmt ab, dafür wird mehr Zeit in Treffen mit Freunden investiert. Kontrolliert wurde auch, dass dieser Umstand nicht durch andere Faktoren zustandekommt, wie z.B. die Entfernung zum Heimatort oder der Familienstatus von Personen mit höherem Einkommen.

Warum weniger Zeit mit der Familie oder den Nachbarn verbracht wird, erklären die beiden Forscherinnen so: Das hohe Einkommen bringt mehr materielle Freiheit mit sich. Von familiärer oder nachbarschaftlicher Unterstützung macht das unabhängig. Die Freizeit wird dann mit jenen Personen verbracht, von denen nicht unbedingt etwas benötigt wird. Offen bleibt jedoch die Frage nach der Qualität der gepflegten Freundschaften. Auch wenn weniger Zeit mit manchen Mitmenschen wie der Familie verbracht wird, bedeutet das nicht, dass die Qualität der Beziehung schlechter ist.

Bildnachweis:  William Perugini / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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