19. April 2017 · Arbeitsleben · von

Office Report: So sehen österreichische Arbeitstage aus

Nine to five in österreichischen Büros: Wie häufig wird zum Telefonhörer gegriffen? Ist Kaffee tatsächlich allgegenwärtig? Und was nervt im Laufe eines Arbeitstages mehr – der Chef oder die Kollegen? Der „Office Report 2017“ nimmt den heimischen Büroalltag genau unter die Lupe und wirft einen Blick auf Arbeitszeiten, Stressfaktoren, Pausenkultur & Co. Und wie sieht dein Arbeitstag aus?

Erstmals gewährt eine Studie umfassenden Einblick in den österreichischen Arbeitstag. Der „Office Report“ von karriere.at, bene und dem WIFI Österreich, durchgeführt von Marketagent.com, verrät, wann die Arbeitstage in Österreich starten, was im Job nervt und mit welchem Gefühl Arbeitnehmer nach einem Tag im Büro nach Hause gehen. 2.150 Österreicher zwischen 20 und 65 Jahren haben an der Studie teilgenommen, davon 85 Prozent Vollzeitarbeitskräfte. Besonders ist das Studiendesign: Erstmalig wurde abgefragt, wie ganz konkret der gestrige Arbeitstag ausgesehen hat. Die ausgewerteten Antworten verteilen sich gleichmäßig auf die Arbeitstage zwischen Montag und Freitag. Die spannendsten Erkenntnisse im Überblick:

13 Fakten rund um den Arbeitstag in Österreich

#1 Gearbeitet wird bereits vor der Ankunft im Büro

Ein Drittel der befragten Österreicher erledigt berufliche Dinge bereits auf dem Weg zur Arbeit. Vor allem werden E-Mails gelesen, beantwortet und Telefonate geführt. Wer als Einzelunternehmer tätig ist oder eine Führungsposition inne hat, arbeitet am häufigsten schon am Weg ins Büro. Rund 15 Minuten wird bereits vor der Ankunft am Arbeitsplatz gearbeitet.

#2 Der typische Arbeitsweg…

…wird in Österreich mit dem Auto zurückgelegt. Die Mehrheit kommt auf diese Weise an den Arbeitsplatz. 30 Prozent fahren mit den Öffis, 13 Prozent gehen zu Fuß.

#3 Guter Start in den Tag?

Um 7:40 Uhr beginnt der österreichische Büroarbeitstag im Mittel und die Österreicher starten meist so in den Tag: Computer hochfahren, E-Mails lesen, Kaffee trinken und mit den Kollegen plaudern – das sind jene Tätigkeiten, die morgens im Büro als erstes erledigt werden.

#4 Die Bürosituation

Großraumbüro oder kleines eigenes Königreich? Der Großteil der Befragten (38 Prozent) teilt sich ein Büro mit bis zu zehn anderen Kollegen, 11 Prozent sitzen in einem Großraumbüro. Fast ein Viertel teilt sich das Büro mit einem anderen Kollegen, ein Einzelzimmer haben 23 Prozent der Österreicher – darunter vor allem Führungskräfte.

#5 Heute schon geärgert?

Kunden, Kollegen oder der Chef: Anlässe zum Ärgern gibt es im Berufsleben immer wieder. Laut Studie geben 6 von 10 Arbeitnehmern an, sich am Vortag über etwas geärgert zu haben. Aber worüber?

  • Das Ärgernis ist ganz nah: 32 Prozent haben sich im Laufe des Tages über unfreundliche oder faule Kollegen geärgert.
  • Über das Verhalten ihres Chefs waren 16 Prozent not amused.
  • Unfreundliche oder nervige Kunden waren für 13 Prozent Anlass zum Ärgern.

#6 Friday, I’m in love!

Wenig überraschend: An Freitagen ist die Stimmung in den heimischen Büros am besten. An diesem Tag gibt es auch die wenigsten Ärgernisse im Job.

#7 Alle Tage wieder: Meetings

Kaum ein Arbeitstag ohne Besprechungen: Ein Meeting pro Tag nimmt die Mehrheit der Arbeitnehmer durchschnittlich auf sich – und das dauert knapp zwei Stunden. Die Meetingkultur dürfte gut sein, denn Besprechungen werden zu 70 Prozent als produktiv bewertet.

#8 Pause!

Wer arbeitet, der muss auch Pause machen: 70 Prozent nehmen ihre Mittagspause auch in Anspruch, sie dauert durchschnittlich 36 Minuten und wird entweder mit den Kollegen oder alleine verbracht. Wer Pause sagt, muss auch Kaffee sagen: Im Durchschnitt trinken die Österreicher zwei Tassen Kaffee pro Arbeitstag. Keine Pause ohne Klatsch und Tratsch? Mehr als die Hälfte der Österreicher sind dabei, wenn über die neuesten Geschichten geplaudert wird. Dies geschieht aber weniger in den Pausen, sondern direkt am Arbeitsplatz.

#9 Online-Shopping und Facebook während der Arbeitszeit?

Private Kommunikation hat auch im Job ihren fixen Platz: Rund 10 Minuten pro Arbeitstag werden auf Social Media Kanälen verbracht, 13 Minuten mit dem Senden privater Nachrichten per Messenger oder E-Mail. Privat telefoniert wird auch, aber weniger – durchschnittlich nur sechs Minuten täglich. Für private Erledigungen wie Online-Shopping oder Reisebuchungen werden pro Arbeitstag rund 10 Minuten aufgewendet.

#10 Stress lass nach!

6 von 10 Österreichern sind im Job stark ausgelastet, 29 Prozent fühlen sich gestresst. Das sorgt im Job am häufigsten für Druck:

  1. Zeitdruck und schlechtes Zeitmanagement
  2. Unfreundliche, nervige Kunden
  3. Viele und/oder störende Telefonate
  4. Alles muss gleichzeitig gemacht werden
  5. Zu hohes Arbeitspensum

#11 Das sind die Zeitfresser im Job

Neben Stress und hohem Arbeitspensum gibt es noch weitere Dinge, die im Laufe eines Arbeitstages viel Zeit kosten: Berufliche Anfragen per E-Mail oder Telefon, Gespräche mit Kollegen, notwendige Recherchen und IT-Probleme sind die Hauptgründe.

#12 Stress führt zum Kündigungswunsch

Mehr als jeder Dritte möchte sich im Job verändern. Rund 12 Prozent haben im Lauf des Arbeitstages ernsthaft über eine Kündigung nachgedacht, darunter vor allem Personen, die hohem Stress ausgesetzt sind und angeben, dass ihre Work-Life-Balance schlecht ist. Genauso hoch ist auch die Zahl jener, die sich im Laufe des Tages über offene Jobangebote informiert haben (12 Prozent).

#13 Bilanz zum Feierabend

  • Pünktlich raus aus dem Büro – das schaffen 66 Prozent. Um 16:30 Uhr wird durchschnittlich in den Feierabend gestartet.
  • Die häufigsten Gemütszustände beim Verlassen des Büros: Müde, zufrieden, gelassen, neutral und fröhlich.
  • 82 Prozent haben das Gefühl, während des Arbeitstages etwas Sinnvolles geleistet zu haben.
  • Ein Viertel der Österreicher arbeitet nach Feierabend noch weiter, checkt E-Mails oder erledigt Telefonate.
  • Über berufliche Angelegenheiten wird auch in der Freizeit noch gesprochen, am öftesten mit dem Lebenspartner.
  • Fast drei Viertel der Befragten können nach Dienstschluss gut abschalten und den Job vergessen.

Bildnachweis: Durch/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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