24. Februar 2017 · Arbeitsleben · von

Lesestoff zum Wochenende: Mobbing – nicht mit mir!

Mobbing ist keine Randerscheinung sondern hat als Form der psychischen Gewalt leider ihren fixen Platz in unserer Gesellschaft. Der Ratgeber „Mobbing – nicht mit mir!“ erklärt, wie Mobbende denken, welche Methoden sie anwenden und wie sich Betroffene zur Wehr setzen können.

Wir verlosen drei Exemplare des Ratgebers – alle Infos dazu unten.

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Die Decke ist schwer wie Blei.
Liegen bleiben. Weiterschlafen. Für immer. Das wäre schön. Ich muss aufstehen.
Ich muss.
Natürlich stehe ich auf. Ich tue es immer.
Bleibe ich liegen, ist es aus.

Der Auszug aus dem anonymen Tagebuch eines Mobbing-Betroffenen stammt aus dem ersten Kapitel des Buches „Mobbing – nicht mit mir!“ und veranschaulicht, womit Betroffene seelischer Gewalt tagtäglich zu kämpfen haben. Autor und Psychotherapeut Holger Wyrwa macht auch gleich zu Beginn klar, dass Mobbing keine Randerscheinung ist, kein seltenes Phänomen sondern ein Krieg, der täglich an zahlreichen Schauplätzen ausgetragen wird.

Betroffene, Täter, Verbündete, Mitläufer

Mehr als zwei Millionen Menschen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – sind laut Wyrwa in Deutschland Mobbing ausgesetzt – und treffen kann es jeden: Mobbing-Betroffene sind jung, alt, attraktiv, unattraktiv, intelligent, weniger intelligent, erfolgreich, erfolglos, beliebt oder unbeliebt. Zählt man dazu die mehr als zwei Millionen Täter und deren Verbündete, Mitwisser und Mitläufer, sind somit sechs Millionen Menschen an Mobbing beteiligt. Noch gar nicht mitgerechnet sind Angehörige wie Eltern, Partner oder Kinder, die die Auswirkungen von Mobbing ebenfalls miterleben.

Mobbing-Mythen und Mobbing-Typen

Im ersten Teil des Buches widmet sich Wyrwa der „Analyse eines Massenphänomens“. Sie ist gründlich, offenbart grundlegende Einblicke und räumt auch mit Mythen rund um das Thema Mobbing auf. Der zweite Teil zeigt anschaulich, dass jeder in die Mobbingfalle tappen kann, denn die psychologische Kriegsführung kann jeden treffen. Auf den Spuren des Bösen wandelt der dritte Teil des Ratgebers. Er gibt Einblick in die Welt der Täter und nimmt verschiedene Mobbing-Typen unter die Lupe. Im vierten Part untersucht der Autor die gesellschaftlichen Gegebenheiten, die Mobbing erst die Grundlage bieten. Möglichen Lösungswegen und einer besonderen Form der Gegenwehr ist der letzte Teil des Buches vorbehalten.

Mobbing, das perfekte Verbrechen?

Mobbing ist perfide, geschieht strafrechtlich in einer Art Grauzone und ist oft schwer oder gar nicht nachzuweisen. Wer mobbt, der möchte seinem Gegenüber die Kontrolle nehmen, ihn aus dem Konzept bringen. Wer unkonzentriert ist, der macht Fehler, kommt nicht zur Ruhe, hat nicht das Sagen. „Hier werden Sie nicht lange bleiben“, flüstert der Abteilungsleiter im Vorbeigehen einer neuen Kollegin zu, die gegen seinen Willen eingestellt wurde. Wie darauf reagieren? Ansprechen und auf eine ehrliche Reaktion hoffen? Was tun, wenn der Mobbende alles abstreitet? Wer schenkt einer neuen Mitarbeiterin Glauben? Die Betroffene wird wahrscheinlich hart arbeiten, sich möglichst keine Fehler erlauben aber irgendwann die Konzentration und die Kontrolle verlieren. Eine Situation, auf die der Vorgesetzte nur warten muss. Das ist nur ein Beispiel aus dem Buch das zeigt, dass Betroffene zuallererst nicht das Geringste tun können.

Letzer Ausweg Gegenmobbing: Selbst zum Gegner werden

Wenn konventionelle Schutzmechanismen gegen Mobbing nicht greifen und ein Ausweg (Kündigung) z.B. aus wirtschaftlichen Gründen noch nicht spruchreif ist, empfiehlt Wyrwa in Einzelfällen auch die „harte Tour“: Gegenangriff. Dafür gibt es allerdings Spielregeln, an die sich die Betroffenen beim Rückschlag halten müssen. Anderenfalls stellen sie sich auf dieselbe Stufe wie ihre Angreifer. Das Prinzip der Gegenwehr ist prinzipiell einfach: Den Täter mit seinen eigenen Waffen schlagen und ihn auf diesem Weg irritieren und entmachten. Das funktioniert allerdings nur in einem kleinen Zeitfenster und die dafür notwendige Kraft müssen Mobbing-Betroffene erst einmal aufbringen. Grundsätzlich, so der Autor, sei es psychotherapeutisch und ethisch nicht vertretbar, allen Betroffenen zu empfehlen, ihre Mobber zu mobben.

Verlosung: Bücher zu gewinnen

Mobbing - nicht mit mir von Holger WyrwaWir verlosen drei Exemplare des Buchs! Einfach bis einschließlich Sonntag, 12. März 2017 eine E-Mail mit dem Betreff „Mobbing-Ratgeber“ samt Postadresse an marketing@karriere.at senden. Die drei Bücher werden unter allen Einsendungen verlost – der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden per E-Mail informiert.

Bildnachweis: Cherries/Shutterstock; Verlag Goldmann

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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