11. Juli 2018 · HR · von

Benefits für Mitarbeiter – Arbeitgeber überschätzen ihr Angebot

Das finanzielle Motivationssystem hat seinen Reiz verloren. Im Kampf um Talente müssen Unternehmen ihren Mitarbeitern mittlerweile mehr bieten als Gehaltszuschüsse, um sie langfristig an sich zu binden. Die Personal- und Managementberatung Kienbaum Wien hat mehr als 100 österreichische Unternehmen bezüglich der von ihnen gebotenen Benefits befragt und die Auswertungen im Rahmen einer Studie präsentiert.

Benefits werden immer wichtiger

Die Ansprüche von Arbeitnehmern an ihr Arbeitsumfeld wachsen. So sind Unternehmen mittlerweile gezwungen, sich mit den Wünschen ihrer Mitarbeiter auseinanderzusetzen, um sie im Betrieb halten zu können. Vier Fünftel der befragten Unternehmen gaben daher an, Zusatzleistungen in ihrer Gesamtvergütungsstrategie bewusst mehr Bedeutung zuzuschreiben. Wonach Mitarbeiter sich besonders sehnen sind Anerkennung und Wertschätzung, so Alfred Berger, Leiter Compensation und Performance Management von Kienbaum.

Als Ziele hinter den Benefit Programmen steckt hinter Mitarbeiterbindung und Mitarbeitermotivation auch die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität. Im Durchschnitt lassen sich die Unternehmen die Zielerreichung – abhängig von der Position innerhalb der Betriebshierarchie – monatlich zwischen 600 Euro und 2.125 Euro kosten.

Falsche Einschätzung hinsichtlich Attraktivität der Benefits

Bei der Einschätzung ihrer Benefit Portfolios spalten sich die Geister: So schätzen 40 Prozent der Befragten ihr Angebot als marktüblich ein, während sich ein Drittel als unter dem Marktangebot empfindet. Fast ein Viertel der Teilnehmer (22 Prozent) gibt an, dass ihr Portfolio das Angebot anderer Betriebe laut eigener Einschätzung sogar noch übertrifft. Allerdings können diese Aussagen nicht bewiesen werden, da mehr als 80 Prozent der Befragten ihre Maßnahmen nicht messen. Das ist jedoch ein großes Handicap, denn die reine Existenz von Benefits reicht nicht. Sie müssen sich vor allem mit den Bedürfnissen der Mitarbeiter decken.

Flexible Benefits? Gibts nicht!

  • Die Klassiker der Benefits – Firmenhandy, Firmenwagen, Essensgutscheine – gehören in den meisten Unternehmen mittlerweile zum guten Ton. Drei Viertel der Befragten schätzen diese Klassiker auch als die wichtigsten Zusatzleistungen ein.
  • Ihren Mitarbeitern kostenlose Snacks und Getränke zur Verfügung zu stellen betrachten lediglich 43 Prozent als eine Selbstverständlichkeit, obwohl diese Nebenleistungen gerne in Anspruch genommen werden.
  • Aber auch eine betriebliche Altersvorsorge und die Möglichkeit zum Home Office sind etablierte Favoriten und werden in über 50 Prozent der Betriebe angeboten.
  • Generell erfreuen sich gesundheitliche Maßnahmen großer Beliebtheit, wie beispielsweise Massagen, Impfaktionen oder das Vorhandensein eines Betriebsarztes.
  • Was Benefit Pakete angeht, die die Mitarbeiter individuell auf ihre Wünsche zuschneiden können, hinken die Unternehmen noch stark hinterher. Auf die jeweilige Person angepasste Lösungsmöglichkeiten sind bei mehr als 90 Prozent der Befragten nicht möglich.
Bianca Schedlberger

Biancas Traumjob seit Kindertagen? Schriftstellerin, irgendwann. Bis dahin wird für karriere.at fleißig getextet, unter anderem auch Blogposts.

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