18. Juni 2018 · Arbeitsleben · von

Morgen ist Weltbummeltag: Wie prokrastinierst du am liebsten?

Eigentlich hättest du jede Menge zu tun. Trotzdem räumst du zuerst noch deinen Schreibtisch auf, holst dir einen weiteren Kaffee oder plauderst mit Kollegen. Der süßen Aufschieberitis widmet sich am 19. Juni sogar der „Weltbummeltag“. Viking hat österreichische Arbeitnehmer gefragt, auf welche Weise sie am liebsten Zeit verbummeln und wie viel Zeit durchschnittlich fürs Prokrastinieren draufgeht. Das sind die Ergebnisse:

Tratschen, shoppen oder aufräumen?

Womit verbringen österreichische Arbeitnehmer die verbummelte Arbeitszeit am liebsten? Laut Online-Umfrage unter 142 Teilnehmern, durchgeführt von Viking, sind es diese Tätigkeiten:

  • Mit Kollegen plaudern
  • Online surfen / Zeit auf Social Media Kanälen verbringen
  • Toilettenpausen

Auch auf diesen Wegen wird Zeit totgeschlagen: Schreibtisch aufräumen, persönliche Angelegenheiten regeln, Online-Shopping, die Mittagspause verlängern, den Rückweg nach einem Meeting oder einem Business-Trip extra lange ausdehnen.

Warum prokrastinieren wir?

Das meint die Arbeitspsychologin Veronika Jakl dazu: „Es können organisatorische Gründe sein. Zum Beispiel sind die Ziele in einem Projekt nicht ganz klar. Dann hab ich bei jedem Arbeitsschritt das dumpfe Gefühl, dass sich das später als unnötige Arbeit herausstellen könnte. Oder es gibt zu viele Dinge gleichzeitig zu tun. Dann erledigen viele Menschen das Dringlichste zuerst, weil die Deadline bald abläuft. Und sie schieben Wichtiges auf, was nur langfristig wichtiger wäre. Oder es sind persönliche Gründe. Wenn ich mir eine Aufgabe nicht zutraue, dann hab ich vorher schon Angst zu beginnen und schiebe das offiziell auf irgendeinen anderen Grund wie fehlende Unterlagen. Und wenn ich innerlich eigentlich sogar schon gekündigt habe, dann bin ich auch nicht mehr motiviert Aufgaben gut zu Ende zu bringen.“

Laut Online-Umfrage liegt ein Beweggrund fürs Prokrastinieren übrigens ganz vorne: Es muss eine unangenehme/schwierige Aufgabe erledigt werden. Detail am Rande: Vor allem Frauen prokrastinieren, wenn sie eine unliebsame Aufgabe erledigen müssen. Empfundene Langeweile oder das Vorhandensein von ausreichend Zeit sind ebenfalls Gründe, warum am Arbeitsplatz Zeit verbummelt wird.

Montag ist Tag der Aufschieberitis

Die Hälfte der befragten Arbeitnehmer gibt zwar an, jeden Tag gleich viel aufzuschieben (cirka eine Stunde lang wird prokrastiniert), danach folgt jedoch der Montag als beliebtester Tag für Aufschieberitis. Und noch ein Trend vorm Wochenende: An Freitagen schiebt jeder zehnte Arbeitnehmer gerne Dinge auf.

Und die Konsequenzen?

Der Großteil der befragten Arbeitnehmer gibt an, durch konzentriertes Arbeiten die verlorene Arbeitszeit wieder aufzuholen und die aufgeschobenen Aufgaben dann noch zu erledigen. Allerdings bleiben 15 Prozent der Befragten sogar länger im Büro, um die vergeudete Arbeitszeit nachzuholen.

Auch wenn der Großteil beim Prokrastinieren nie erwischt wurde, gibt es auch Ausnahmen: Einige der Befragten gaben an, dass ihre Arbeit durch ihr Herumbummeln gelitten hat, in einigen Fällen waren Beschwerden durch Kollegen, Verwarnungen oder sogar Jobverlust die Folge.

Martina Kettner

Martina Kettner hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at hat sie lange über Karrierethemen gebloggt, jetzt führt sie ihre eigene Karriere in den USA weiter.

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