Social Recruiting – Was es ist und was es kann

Wenn, dann richtig. So lautet der erste und vermutlich wichtigste Rat für all jene Unternehmen, die auf Social Recruiting setzen wollen. Der Zug ist zwar noch nicht gänzlich abgefahren, wer jetzt noch aufspringen will, sollte sich jedoch ins Zeug legen. Denn erfolgreiches Social Recruiting ist kein Kinderspiel und kostet neben Zeit – entgegen der Meinung von vielen – auch Geld.

Facebook für Freunde, Xing für die Karriere

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, über Social Networks nach hochqualifiziertem Personal zu suchen. Je nach Zielgruppe aber auch Land sind die Zugänge jedoch verschieden. Der Spruch: “Facebook ist für Freunde, Xing für die Karriere” trifft vor allem auf den DACH-Raum zu. Von den 12,9 Millionen Mitgliedern ingesamt (Zahlen für 2012) kamen 6,1 Millionen aus dem DACH-Raum. International gesehen hat das Social Network Linkedin mit mehr als 225 Millionen Usern (Stand Juni 2013) in mehr als 200 Ländern weltweit eindeutig die Nase vorne.

Direktansprache

Diese beiden Netzwerke haben – im Gegensatz zu Facebook und Twitter – als Kernziel das Knüpfen von neuen und Erhalten von alten Geschäftskontakten. Headhunter und Personalprofis haben die Bedeutung dieser Tools längst für ihre Arbeit entdeckt – denn in keinem anderen Netzwerk ist es so einfach, gezielt nach interessanten Kandidaten zu suchen. Unternehmen haben zudem auch die Möglichkeit, freie Stellen zu posten. Jedoch auch Twitter kann sich sehen lassen. Denn hier tummeln sich die unterschiedlichsten Experten, gerade im technisch-computer-affinen Bereich gibt es hier viel zu holen – nämlich Meinungsaustausch, Expertise und vielleicht auch Personal.

Enorme Reichweite via Facebook

Jedoch auch Facebook und Google+ werden immer häufiger für die Personalarbeit eingesetzt. Freie Stellen erreichen über diese Plattformen (Drei Millionen Facebook-Uster in Österreich, Stand Juni 2013) eine enorme Reichweite. Zudem können Unternehmen über Netzwerke wie Facebook unzählige “Fans” gewinnen und, wenn es richtig gemacht wird, gerade in der jungen Zielgruppe durch sympatische Unternehmenseinblicke Punkte sammeln.

Es scheitert am echten Dialog

Social-Media-Kanäle zu bespielen scheint auf den ersten Blick einfach. Benutzerfreundliche Portale machen das Anmelden einfach – die harte Arbeit hat damit jedoch noch nicht einmal begonnen. Es gilt zu klären, welche Plattform – Facebook, Twitter, Xing, Linkedin, etc. – man bedient und vor allem womit? Denn leere Seiten, egal auf welchem Kanal, sprechen eine eigene Sprache und wie aktuelle Studien zeigen, scheitert es meist am echten Dialog. Diesen braucht es aber, um der ganzen Aktion überhaupt Sinn zu geben.

Sieben Tipps für erfolgreiche Social Media-Nutzung

Es geht nicht ohne Social Media aber in vielen heimischen Unternehmen auch nicht wirklich mit. Wie aber richtig nutzen?

  1. Dabei sein ist alles? Jein. Denn es gibt mittlerweile viele private Social Media Profis und nicht nur deshalb heißt es: Lieber gar nicht, als schlecht. Als Unternehmen sollte man sich keinen peinlichen oder schlichtweg uninteressanten Social Media Auftritt leisten.
  2. In Zukunft wird die interne Kommunikation jedoch noch viel stärker mit der externen verschwimmen. Es muss den Arbeitgebern daher klar werden, dass jeder einzelne Mitarbeiter mit einem Online-Profil auch ein Stück weit Botschafter für das Unternehmen ist. Und zufriedene Mitarbeiter sind bekanntlich das Lebenselixier von gelungenem Employer Branding. Social Media Guidelines machen sich am Ende des Tages meist bezahlt.
  3. Social Media ist Arbeit – und zwar harte. Damit das Social Web nicht zum Social Albtraum (Shitstorm!) wird, braucht es zum einen eine ausreichende Strategie und zum anderen eine professionelle Umsetzung. Für Letzteres ist es unumgänglich zu definieren, welche Mitarbeiter die Kanäle bespielen und dafür fixe Zeitressourcen einzuplanen.
  4. Es geht um den Content und dieser sollte vor allem eines haben, damit er funktioniert: Einen Extra-Nutzen für die Zielgruppe. Denn nur so kann man echte Follower aufbauen und eine zufriedene Fan-Gemeinschaft erzielen.
  5. Zu definieren gilt: Welcher bzw. welche Kanäle machen für das Unternehmen Sinn? Um dies zu klären muss man wissen, wo sich die Zielgruppe aufhält. Lehrlinge wird man zum Beispiel eher über Facebook erreichen als über Xing.
  6. Möglichkeiten, die eigenen Social Media-Kontakte für die Jobsuche zu nutzen, bietet etwa karriere.at mit dem Netzwerk.
  7. Wichtig ist auch zu bedenken, dass der ROI (Return on Investment) von Social Media Recruiting-Maßnahmen nicht unmittelbar messbar ist. Dennoch – der Nutzen ist vorhanden und zwar allein dadurch, dass die Arbeitgebermarke durch die Online-Aktivitäten gestärkt wird.

Bildnachweis: Jirsak / Quelle Shutterstock

9.7.2015

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