Social Media als HR Strategie: Ist der große Hype vorbei?

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Wer seine Arbeitgebermarke bekannt machen oder einfach pflegen möchte, muss kommunizieren. Die Kanäle dafür müssen jedoch die Zielgruppe, die man als Unternehmen ansprechen möchte, auch treffen. Bildlich gesprochen: Auch bei den Themen Employer Branding, Personalmanagement und Recruiting sollten die Netze bestenfalls dort ausgeworfen werden, wo die Fische auch sind. Leichter gesagt als getan – definitiv. Arbeitgeber, die mit potenziellen Mitarbeitern aber auf Augenhöhe in Verbindung treten möchten, werden um eine Social-Web-Strategie nicht umhinkommen.

Vor einigen wenigen Jahren tauchten plötzlich Unternehmen in Social Networks auf. Logisch, viel galt es ja nicht zu verlieren: Eine weitere Plattform, auf der man sich gratis (!) präsentieren kann und noch dazu garantiert die junge Zielgruppe punktgenau erreicht … Weit gefehlt! Denn was entstand, war ein Facebook-Friedhof voller Unternehmenspages mit zwei- bis maximal dreistelliger Fananzahl, ohne relevantem Inhalt, ohne Mehrwert für den User und folglich auch ohne Aktivität auf der Seite.

Bezog sich der erste “Hype” noch auf die Agenden des klassischen Marketings, zeigten in den vergangenen Jahren jedoch immer mehr Unternehmen, wie man via Facebook, Twitter & Co. mit potenziellen Bewerbern bzw. allen am Unternehmen Interessierten in Kontakt treten kann (Beispiele dafür finden sich in diesem Artikel im karriere.blog).

Kommunikation im Social Web ist Alltagskommunikation

Fest steht auch, dass die über soziale Netwerke laufende Kommunikation zentrales Element der Alltagskommunikation geworden ist – auch in der Interaktion von Unternehmen mit deren Kunden, Bewerbern und Interessierten.

  • Fazit #1: Kommunikation im Social Web hat in den vergangenen Jahren, in denen sich unzählige Berater an Unternehmen eine goldene Nase verdient haben, eine höheren Grad der Professionalisierung erreicht.
  • Fazit #2: Die Zeit der Anfängerfehler ist vorbei.

Wie bei neuen Dingen so oft, scheitert es in vielen Unternehmen an internen Gründen: Kein Geld. Was bringt das? Wieviele Bewerbungen erhalte ich dadurch mehr?

Dabei wäre mit Engagement, Commitment und Kreativität bereits der erste Schritt getan, betont Jan Kirchner, Geschäftsführer der Online-Agentur atenta: “50.000 Euro machen noch kein erfolgreiches Social Recruiting. Es braucht eine Idee und Leute, die diese Kanäle bespielen. Erfolgreich ist man dann, wenn man Mitarbeiter einsetzt, die Social Media bereits zuvor privat genutzt haben, die daran Spaß haben.”

Fünf Schritte zum Employer Branding im Social Web

  1. Ziele und Zielgruppen: Der Einsatz von Social Media ist selten die Lösung, sondern bestenfalls der Weg oder ein weiterer, zusätzlicher Weg zum Ziel. Die Ziele sollten also vorab gesteckt werden. Ebenso die Unternehmensbotschaft, die man vermitteln möchte. Erst wenn das klar ist, kann auch ein Social-Web-Konzept darauf aufsetzen. Das sollte weniger auf Social Media Guidelines (die natürlich wichtig sind) denn auf Stimmigkeit aufbauen. Immerhin will man die Zielgruppe ja auch erreichen und mit ihr kommunizieren und nicht zwei Tage unternehmensintern warten, bis jedes einzelne Posting genehmigt ist.
  2. Kanäle: Nicht alle sozialen Plattformen funktionieren für jede Zielgruppe und für jedes Unternehmen gleich gut. Daher: Zuerst Gedanken machen, was Sinn macht und was nicht. Wo tummelt sich meine Zielgruppe? Welche Plattformen bietet mir auch Chancen, mit dieser Zielgruppe nachhaltig in Interaktion zu treten?
  3. Abstimmen: Präsenzen im Social Web können zwar alleine erfolgreich sein, sollten aber immer als Teil des Ganzen gesehen werden. Im Idealfall bietet beispielsweise die Facebook-Karriereseite eines Unternehmens spannende Zusatzinfos und die Möglichkeit niederschwelliger Kommunikation, was auf der Karriereseite der Firmen-Website nicht möglich ist.
  4. Professionelle Aufbereitung: Funktionieren kann das auch nur, wenn der Inhalt professionell ist und die Zielgruppe trifft: Spannende Unternehmenseinblicke, Bewerbungstipps, Insights in Produktionsabläufe, Interviews mit eigenen Mitarbeitern und und und… Die Möglichkeiten sind vielfältig. Ideal kombinieren lässt sich beispielsweise eine Facebook-Präsenz mit einem gut geschriebenen Corporate Blog.
  5. Social Media ist Arbeit: Und wie jede Aufgabe erfordert auch die Betreuung personelle, zeitliche und finanzielle Ressourcen. Man wird als Unterenehmen nicht vermeiden können, dass Mitarbeiter ihre Zeit und ihr Know-how für diese Aufgaben einsetzen, wenn man sich professionellen Output erwartet.

Bildnachweis: jeff Metzger / Quelle Shutterstock

9.7.2015

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