Online-Bewerbung: Unnötige Hürden vermeiden!

Bewerbung per Online-Formular – nichts leichter als das! Oder? Gerade größere Unternehmen bevorzugen immer häufiger Bewerbungen, die von den Kandidaten gleich in vorgegebene Online-Formulare eingegeben werden. Was Arbeitsaufwand für HR-Manager erspart und die relevanten Daten gleich in Recruiting-Datenbanken einfließen lässt, ist bei Bewerbern jedoch häufig unbeliebt und kann sich im schlimmsten Fall sogar kontraproduktiv auf den Bewerberrücklauf auswirken.

Bewerbungen, die per E-Mail oder Post die Personalabteilungen erreichen, sind längst nicht mehr State of the Art. Denn gerade größere Konzerne präferieren gerade bei Initiativbewerbungen immer häufiger, dass Interessenten den Weg des Online-Bewerbungsformulars einschlagen. Diese sind meist in die Karriererubrik der Firmenhomepage implementiert und sollen in der Regel den Recruitingprozess für beide Seiten erleichtern: Sowohl für Kandidaten als auch für die Empfänger der Bewerbungen. Doch ist das immer der Fall?

Im Sommer 2011 führte karriere.at den großen Check durch: 20 Online-Bewerbungsformulare österreichischer Unternehmen wurden genauer unter die Lupe genommen und auf Usability sowie Fehler abgetestet. Ergebnis: Im Schnitt benötigte die Testperson 13:40 Minuten, um alle Daten einzugeben, alle benötigten Formulare und Bilder hochgeladen und den finalen “Senden”-Button gedrückt zu haben. Wobei das am schnellsten zu absolvierende Formular innerhalb von drei Minuten erledigt war, das längste jedoch eine knappe halbe Stunde in Anspruch nahm. Eine Zeitdauer, die den Geduldsfaden vieler wohl überspannt.

Worauf ist also zu achten, wenn man als Unternehmen auf Online-Bewerbunsgformulare setzt?

Sechs Tipps für Online-Bewerbungsprozesse:

  1. Vorab-Registrierung: Manche Unternehmen setzen selbst für das Abschicken einer Online-Initiativbewerbung eine Registrierung im System voraus. Das kann bereits viele Kandidaten abschrecken.
  2. Fehler im System: Frustrierend wirkt, wenn gerade in längeren Prozessen plötzlich Fehlermeldungen aufpoppen oder nicht klar ersichtilich ist, ob die Bewerbung nun abgeschickt wurde oder nicht.
  3. Fehlende Status-Meldung: Entscheidet sich ein Unternehmen für einen ausführlichen und damit längeren Vorgang, kann eine Status-Leiste Abhilfe schaffen. Diese ständig sichtbare Navigationsleiste zeigt dem Kandidaten, wie weit er im Prozess fortgeschritten ist.
  4. Browser-Probleme: Online-Bewerbungsformulare sollten auf allen gängigen Browsern gleichermaßen gut und sowohl auf kleinen als auch größeren Bildschirmen fehlerlos funktionieren.
  5. Lange Wartezeiten: Wenn die Server nicht so brummen wie sie sollen, ist das lästig. Für Anwender ist es mehr als nervig, wenn von Seite zu Seite lange Ladezeiten notwendig sind und auch das Hochladen von PDFs bzw. Bewerbungsfotos länger dauert, als dies der Fall sein müsste. Tipp: Maximalgröße von Dokumenten anführen.
  6. CSI Personalabteilung: Es gibt Dinge, die gehen auch HR-Abteilungen nichts an. Informationen, die zu sehr den privaten Bereich betreffen, sollten daher auch keinesfalls in Online-Bewerbungsformularen abgefragt werden oder gar gefordert sein.

Bildnachweis: mjaud / Quelle shutterstock

9.7.2015

Durch die Nutzung unserer Angebote erklären Sie sich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren