Generation Y – Wie tickt die viel diskutierte Generation wirklich?

Ein Begriff, der auf der Themenliste der heutigen HR-Welt ganz oben steht, ist jener der Generation Y. Gemeint sind jene junge Menschen, um die sich Arbeitgeber schon heute aber vor allem in Zukunft streiten werden. Sie sind mit dem Internet aufgewachsen, immer online, legen Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance und sie sind vor allem eines: schnell wieder weg, wenn ihnen im Job langweilig wird. Stimmt all dies und wie tickt die meistanalysierte aller Generationen wirklich?

Insel oder Programmiersprache?

Wir wollen hier weder Menschen in Schubladen stecken, noch in Schubladen denken. Es gibt natürlich auch Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, die kein Smartphone besitzen und bei Java an eine Insel und nicht die gleichnamige Programmiersprache denken. Dennoch: Der Arbeitsmarkt ist in Bewegung und es gibt sie tatsächlich – jene Bewerber, die mit ihren Wünschen und Ansprüchen überraschen. Und nicht selten sind dies jene, die aufgrund ihres Geburtsjahres in die berühmt-berüchtigte Gruppe der Generation Y fallen. Es ist eine Generation, die ein Leben ohne digitale Konsumgüter nicht mehr kennt, eine Generation, die vor allem eines ist: Schnell. Denn in der Online-Welt ticken die Uhren anders, die Geduldsfäden sind kürzer.

Bis zur Pension im Unternehmen? Fehlanzeige

Und dies zeigt sich auch daran, dass – passt es im Unternehmen nicht mehr – schneller gewechselt wird. So hat ein Durschnittsarbeitnehmer, der heute ins Jobleben einsteigt, im Schnitt neun verschiedene Arbeitgeber. Unvorstellbar für jene älteren Arbeitnehmer, die 20, 30 oder gar 40 Jahre im selben Unternehmen tätig sind. Aber nicht nur die Ungeduld ist freilich für diese Entwicklung verantwortlich. Ein weiterer wesentlicher Faktor ist jener, dass wir zunehmend in Jobs arbeiten, die es vor wenigen Jahren noch nicht oder nicht in dem Ausmaß wie heute gegeben hat. Man denke etwa an den Social Media Manager oder Mobile Developer. Die Anforderungen ändern sich – fachlich als auch persönlich. Und wie zahlreiche Studien zeigen, ist der Unterschied zwischen jung und alt Realität. Und zwar eine Realität, vor der man sich nicht verstecken kann.

Jeder kann Millennial sein

Doch Vorsicht ist geboten: Anstatt jetzt jeden jungen Menschen mit Argusaugen zu sehen und sich in gängigen Klischees zu verlieren – “die wollen ja nur Freizeit” – sollten HR-Verantwortliche und zukünftige Arbeitgeber genau hinschauen und auch zu einem gewissen Teil umdenken. Denn jene Attribute, die den Mitgliedern der Generation Y oder Millennials zugeschrieben werden, haben weder Ablaufdatum noch sind sie auf eine gewisse Personengruppe beschränkt. Die Botschaft lautet also: Jeder kann Millennial sein – eine Entwicklung, auf die Unternehmen reagieren müssen.

Was die Zukunft wirklich braucht: Anleitung zum Umdenken

  • Freude an der Arbeit: Immer mehr Menschen wollen nicht mehr leben um zu arbeiten, sondern arbeiten um zu leben. Dabei darf eines aber nicht zu kurz kommen: Die Freude an der Arbeit. Diese ist – ganz wichtig – nicht zu verwechseln mit bloßem Spaß.
  • Flexibilität ist gefragt – und zwar auf mehreren Ebenen. Einfach gesagt wollen immer mehr Menschen arbeiten WO und WANN sie wollen. Nicht die Zeit, sondern das Ergebnis muss stimmen. Unter diesen Umständen lassen sich auch Freizeit und Arbeit besser verbinden – kein “Nice to Have”, sondern ein “Must Have”. Immer mehr Arbeitnehmer geben an, nicht bereit zu sein, durch die Arbeit im Privatleben Abstriche machen zu müssen.
  • Ehrlichkeit und Offenheit von Anfang an – und zwar auf beiden Seiten. Immer mehr Kandidaten äußern bereits im Bewerbungsgespräch Wünsche und Vorstellungen, an die früher kaum jemand gedacht hätte. HR-Verantwortliche und Personaler sollten auf diese Entwicklung reagieren und sich schon vorab überlegen, wie sie etwa auf die Frage nach einem Sabbatical reagieren wollen.
  • Authentische Unternehmenseinblicke sind das Um und Auf im Bewerberprozess. Denn Arbeitsumfeld und Kollegen geben nicht selten den Ausschlag für eine Jobentscheidung.

Bildnachweis: Zarja / Quelle Shutterstock

9.7.2015

Durch die Nutzung unserer Angebote erklären Sie sich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren