Das korrekte Bewerbungsgespräch: Do’s und Dont’s für Personaler

Bewerbungsgespräche werden für die einen irgendwann zur Routine, für andere nie. Und dabei ist es egal, auf welcher Seite man steht: Bewerber oder Personaler. Nervosität ist normal und macht auch sympathisch. Jedoch: Drei von vier Arbeitnehmern gaben laut karriere.at-Umfrage an, bereits schlechte Erfahrungen beim Vorstellen gemacht zu haben. Aus Unternehmenssicht ist dies besonders erschreckend. Denn ein Vorstellungsgespräch ist direkter Kontakt zu einem Unternehmen – die Außenwirkung darf dabei nicht unterschätzt werden. Auch wenn sich die Wege danach wieder trennen sollten, ein positiver Nachhall ist von Bedeutung. Wichtigster Faktor hierfür: Die richtigen Fragen beim Bewerbungsgespräch. Diese sollten gut überlegt sein, Beleidigungen oder gar rechtlich unzulässige Fragen sind freilich ein Tabu. Wie läuft ein Bewerbungsgespräch also korrekt ab? Do’s und Dont’s für Personaler:

1. Keine Pseudopsychologie à la: “Was ist Ihre Lieblingsfarbe?”

Immer wieder wird von schrägen oder skurrilen Fragen in Bewerbungsgesprächen berichtet. Diese lauten dann: “Was ist Ihre Lieblingsfarbe?” oder “Welches Tier wären Sie gerne?” Hintergrund ist meist der Versuch, etwas über die Persönlichkeit der Bewerber herauszufinden. Erfahrene Personalmanager warnen jedoch vor dieser Strategie. Meist steckt Pseudopsychologie hinter diesen Fragen, betont etwa Josef Buttinger, Gründer der hr-lounge. Will er jemanden wirklich kennen lernen, versucht er stattdessen ins Plaudern zu kommen.

2. Erzählen soll der Bewerber

Es ist freilich wichtig, den Bewerber auch über das Unternehmen zu informieren. Es sollte jedoch nicht so sein, dass sich ein (durchaus begeisterter) Firmenvertreter in einem Monolog verliert und der Bewerber nur stumm daneben sitzt. Es ist die Aufgabe der Personaler, sich auf das Gespräch vorzubereiten und klar formulierte Fragen zu überlegen. Mehr über den Bewerber aber auch seine Motivation erfährt man etwa, indem man ihn nach seinem Wissen über das Unternehmen fragt.

3. Finger weg von diesen Fragen

Persönliche Fragen wie jene nach einer Schwangerschaft oder aber auch der künftigen Familienplanung sind im Vorstellungsgespräch verboten. Auch die Religionszugehörigkeit oder Sexualität eines Bewerbers ist Privatsache. Wie viel eine Person von sich erzählen möchte, sollte sie selbst entscheiden können.

4. Auch Sie müssen ehrlich sein

Die Zeiten, in denen sich Bewerber um eine offene Position sprichwörtlich angestellt haben, sind in manchen Branchen oder Bereichen längst vorbei. Es heißt daher immer mehr: Auch das Unternehmen bewirbt sich – und zwar beim Bewerber. Bereiten Sie sich demnach ebenfalls auf Fragen vor, antworten Sie ehrlich und authentisch. Der Verlust liegt auf beiden Seiten, wenn ein Arbeitnehmer das Unternehmen nach kurzer Zeit wieder verlässt, weil eben doch nicht alles so ist, wie Sie es ihm beim Bewerbungsgespräch zugesichert haben.

5. Richtig absagen

Am Ende eines Bewerbungsprozesses stehen im Idealfall ein glücklicher neuer Arbeitnehmer sowie ein glückliches Unternehmen. Vergessen Sie dabei aber nicht auf jene Personen, die die Stelle nicht bekommen haben. Sagen Sie Bewerbern also zeitnahe und höflich ab. Seien Sie besonders sorgsam im Umgang mit jenen Kandidaten, die Sie im Vorstellungsgespräch persönlich kennengelernt haben.

Bildnachweis: Pressmaster / Quelle Shutterstock

 

9.7.2015

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