Burn Out – Rechtzeitig erkennen und gegensteuern

Vorbeugen ist besser als Heilen – diese alte Weisheit gilt auch für Burn Out. Das sprichwörtliche “ausgebrannt sein”  kann jeden treffen – Auslöser ist meist Stress. Die Auswirkungen sind so individuell, dass Betroffene oft erst spät an ein Burn-Out-Syndrom denken. Es wird heute davon ausgegangen, dass bis zu zehn Prozent der Erwerbstätigen betroffen sind – die Dunkelziffer ist hoch.

Wer ist betroffen?

Hieß es früher, nur Menschen aus dem sozialen oder pädagogischen Bereich sind von Burn Out betroffen, so weiß man heute, dass das Syndrom in jeder Branche und auf jeder Hierarchieebene vorkommen kann. Und dies gar nicht so selten. Die Kennzeichen für Burn Out sind mannigfaltig und reichen von Schlaflosigkeit über Nervosität und Durchfall bis hin zu Lustlosigkeit oder Kopfschmerzen. Die Symptome betreffen auch andere Bereiche wie das Sozialleben eines Menschen. Wie lange es dauert, bis ein Mensch wirklich vollkommen ausgebrannt ist, ist individuell verschieden. Handeln, bevor es zum endgültigen Zusammenbruch kommt, lautet die Devise.

Wie erkennt man ein Burn Out?

Aber wie erkennt man das Symptom? Burn Out hat viele Gesichter und unzählige Auswirkungen. Wirklich professionell helfen nur Profis bei der Abklärung, es gibt jedoch auch zahlreiche Selbsttests zur Vorabklärung im Internet. Diese sollten jedoch mit Vorsicht genossen werden – im Ernstfall sollte immer ein Arzt oder Therapeut aufgesucht werden.

Auch einmal Nein sagen können

 

Jeder Mensch kann sich aktiv darum bemühen, nicht in die Burn Out-Falle zu tappen. Es geht vor allem darum, auch einmal Nein zu sagen, auf sich zu hören und Ausgleich im Leben zu schaffen. Aber auch der Arbeitgeber muss seinen Teil zur Gesundheit der Mitarbeiter beitragen. Gesetzlich vorgeschriebene Pausen- und Ruhezeiten sind nur eine Säule der Prävention. Denn wirkliche Entspannung passiert meist während der Freizeit. Die Frage lautet: Nehmen sich die Mitarbeiter diese auch? Oder sind Sie durch Firmenhandy und -laptop immer gedanklich mit der Arbeit verbunden?

Führungskräfte in der Pflicht

Hierbei ist auch die soziale Verantwortung der Führungskräfte gefragt. Um zu erkennen, ob das Ausmaß an Arbeit noch gesund ist, helfen Fragen wie: Wie sieht es mit den Überstunden der Mitarbeiter aus? Häufen sich Krankenstandstage? oder Wie ist die Stimmung in der Abteilung? Aber auch auf die eigene Gesundheit darf nicht vergessen werden.

So macht Arbeit krank

Auf sich selbst hören und für Entspannung sorgen – klingt einfach, ist es meist jedoch nicht. Als kleine Hilfe bei der Identifizierung von Krankmachern im Büro hier vier Faktoren zur Job-Gesundheit, definiert von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Deutschland. Hier sind sie – die vier No Go’s:

  1. Missachtung: Werden die Interessen der Mitarbeiter dauerhaft missachtet, steigen Fehlzeiten und depressive Symptome.
  2. Überforderung: Stress durch zu viel oder zu anspruchsvolle Arbeit wurde als weiterer Krankmacher identifiziert. Eine Folge: übermäßige Erschöpfung – die sich auch nach der Arbeit fortsetzt.
  3. Unsicherheit: Ist der eigene Arbeitsplatz in Gefahr, steigen Stresspegel und Krankheitsrisiko. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen Mitarbeiter Angst um ihren Job haben müssen, ist besondere Vorsicht nötig.
  4. Interessenskonflikte: Passen Privat- und Arbeitsleben nicht zusammen, ist Stress vorprogrammiert. Dieser schlägt sich, so die Untersuchung, auch auf die Gesundheit.

 Bildnachweis: Lichtmeister / Quelle Shutterstock, Patrick Foto / Quelle Shutterstock

9.7.2015

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