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Stress: Normaler Arbeitsdruck oder überproportionale Belastung?

Stress Belastung

„Ein bisschen Stress, der einen pusht“ ist im Job von vielen erwünscht. Gemäß dem Motto „nur nicht einschlafen“ befreit Stress von Monotonie und Langeweile. Durch die stressbedingten Prozesse im Körper läuft dieser binnen kürzester Zeit zur Hochform auf – ist der Stress vorbei, fühlt man sich gut. So weit, so gut. Doch Stress kann auch zur Sucht, als Dauerzustand jeden Tag gesucht und auch in der Freizeit herbeigeführt werden. Und in den vergangenen Jahren scheint er irgendwie zum Must-Have geworden zu sein. Gemäß dem Motto: Erfolgreiche Menschen sind immer gestresst und wer nicht gestresst ist, ist weniger wert. Gesund sieht anders aus!

  • Stress ist die Anpassung des Körpers an Stressoren – Konzentrationsprobleme, Leistungsabfall, höhere Fehlerhäufigkeit sowie Schlafstörungen sind nur ein paar der möglichen Symptome.
  • Stress bedeutet Druck und Anspannung – ist der Druck zu groß, explodiert der Kessel, oder aber der Körper wird auf die Dauer krank. Denn Stress kostet Energie, fehlt diese, ist der Körper anfälliger für Krankheiten.

Positiver oder negativer Stress

Stress ist nicht gleich Stress, wusste dabei schon der Vater der Stressforschung, Hans Seyle (1907-1982). Er definierte zwei Arten von Stress: den positiv wirkenden, lebensnotwendigen Eustress. Dieser wirkt wie eingangs erwähnt leistungsfördernd und steht für Herausforderung im positiven Sinn. Die zweite Stressart, der Distress, belastet hingegen, behindert das Denken, macht uns auf die Dauer krank und drückt auch die Stimmung. Ist man zu lange negativem Stress ausgesetzt, kann der Körper diesen irgendwann nicht mehr ausgleichen, die Gefahr der totalen Erschöpfung (Burnout) ist groß.

Fünf Tipps für mehr Balance im Leben

  1. Den Tag ohne Hektik beginnen: Der Vorsatz, einen stressfreien Tag zu erleben, wird nicht alt, wenn schon der frühe Morgen mit Hektik und Stress beginnt. Dabei kann man selbst viel dazu beitragen, dass das Aufstehen zu einem entspannten und ruhigen Erlebnis wird. So sollten Morgenmuffel sich ihren Wecker auf eine Weckzeit einstellen, die genügend Raum lässt für die Schlummertaste, ein langsames Aufstehen, das Klären der Kleiderfrage und das Wachwerden unter der Dusche. Ein gesundes Frühstück regt nicht nur den Stoffwechsel an, es gibt Energie für den Tag und ist das beste Rezept gegen hektisches Futtern am Schreibtisch. Wer Frühsport mag, sollte sich dafür Zeit nehmen. Ansonsten hilft es oft schon, eine Station früher aus dem Bus zu steigen oder das Auto weiter weg zu parken. Denn beim Spazieren an der frischen Luft wird der Geist so richtig wach und man kann sich mental auf den bevorstehenden Arbeitstag vorbereiten.
  2. Gesund Essen und ausreichend Trinken: Mit einem gesunden Frühstück sollte ein Tag beginnen, doch damit nicht genug: richtig essen und trinken – mindestens 1,5 Liter Wasser am Tag – hält tatsächlich fit und munter. Mit leichter Kost verhindert man das Völlegefühl nach dem Mittagessen, wer sich für die Mahlzeiten Zeit nimmt, wird auch weniger mit Magen- oder Verdauungsproblemen zu kämpfen haben. Wer die Möglichkeit hat, sollte in der Kantine oder Draußen essen – so fällt die Trennung Arbeit-Mahlzeit leichter. Entschließt man sich für ein Mittagsmenü im Restaurant um die Ecke, sollte man sich auch die Zeit dafür nehmen.
  3. Gute Planung statt Hektik: Da wären wir auch schon beim nächsten Punkt: Ein gutes Zeitmanagement hilft, Stress und Hektik zu vermeiden. Man sollte sich klare und vor allem realistische Ziele für einen Arbeitstag setzen, Pausen sinnvoll einplanen und auf Puffer für unvorhergesehene Zwischenfälle aller Art nicht vergessen.
  4. Auf die Sache konzentrieren: Die einen können es besser, die anderen weniger gut: die Rede ist von Multitasking – dem Arbeiten an zwei oder mehreren Dingen zur selben Zeit. Der Begriff aus der Computersprache, der die Fähigkeit zur Parallelarbeit eines Betriebssystems bezeichnet, ist irgendwann auf uns Menschen übergeschwappt. Telefonieren und gleichzeitig etwas anderes Tippen? Für manche kein Problem. Geschieht dies jedoch unter Stress, passieren Fehler. Statt dem eigenen Namen tippt man plötzlich den Namen des Gesprächspartners ans Ende der E-Mail, wenn man aufgelegt hat, weiß man dafür nicht mehr, was man soeben vereinbart hat. Multitasking kann hilfreich sein – keine Frage. Auf Dauer und zu stark ausgereizt führt es jedoch schlichtweg zu Überforderung und Stress. Und dieser ist dann keinesfalls positiv.
  5. Abschalten: Nach der Arbeit ist nach der Arbeit. Wer das Büro verlässt, sollte versuchen, dieses auch im Geiste zu verlassen. Ist der Kopf frei, kann die Zeit für Hobby, Sport, Familie und Freunde viel besser genutzt werden – und leere Batterien tankt man am besten bei Tätigkeiten auf, die einem Spaß machen und Freude bereiten. Den Ausgleich zur Büroarbeit schafft Sport, wer körperlich hart arbeitet, sollte sich abends entspannen. Jeder Mensch wird, sofern er auf sich hört, seinen eigenen Weg zum Abschalten finden. Gesund und Entspannt lässt sich weiterer Stress – ob positiv oder negativ – auch viel besser aushalten.

Fotonachweis: PathDoc/ Quelle Shutterstock

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