Bachelor & Master: Wie funktioniert der Bologna Prozess?

Bildung hilft jungem Menschen beim BerufseinstiegDie größte Hochschulreform seit Jahrzehnten, der Bologna Prozess, nahm 1999 in der italienischen Universitätsstadt Bologna ihren Lauf. Hauptziel der Reform sind international anerkannte Studienabschlüsse von besserer Qualität. In einer freiwilligen Annäherung sollen Hochschulsysteme der 47 teilnehmenden Staaten vergleichbar gemacht werden. Aus österreichischer Sicht hat der Bologna Prozess wesentlich dazu beigetragen, die Europäisierung und Internationalisierung des tertiären Bildungssektors voranzutreiben. Besonders die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Universitäten und Fachhochschulen mit anderen Bildungseinrichtungen in Europa soll durch den Bologna Prozess gestärkt werden.

Der Bachelor: schnell und praxisnahe

Der Bachelor bezeichnet eine drei- bis vierjährige Ausbildung, auf die ein Masterstudium folgen kann. Der Bachelor (lateinisch Bakkalaureus) ist eine schnelle und praxisorientierte Ausbildung, die einen frühen Einstieg ins Berufsleben erleichtern soll. Die Frage nach dem tatsächlichen Arbeitsaufwand für einen Bachelorabschluss ist schwer zu beantworten: Denn da der Bologna Prozess bisher wenig erfolgreich darin war, europaweite Modelle durchzusetzen, kommt es stark auf das jeweilige Studium an, wie hoch die durchschnittliche Arbeitsbelastung tatsächlich ist. Seit der Einführung des Bachelors sind kritische Stimmen laut geworden, es handle sich dabei um einen zu wenig bekannten Abschluss, der seitens der Wirtschaft mit Skepsis beäugt wird und zu wenig ausgebildete Absolventen hervorbringt.

Die Vorteile des Bachelors:

  • Schulischer Aufbau: Das Studium ist schulähnlich aufgebaut, straffe Zeitpläne sind vorgeben. Besonders für Studienanfänger kann dies eine Erleichterung sein, da sie ihre Stundenpläne nicht mühsam zusammenstellen müssen.
  • Schneller Abschluss: Das auf drei Jahre verkürzte Studium ermöglicht einen früheren Einstieg ins Berufsleben. Mehr Gehalt gibt es laut aktueller Studie obendrein.
  • International anerkannt: Der Bachelor ist, wie eingangs erwähnt, international anerkannt. Sowohl im In- als auch im Ausland kann auf dessen Basis ein Masterstudium angehängt werden.
  • Flexibilität bei der Weiterbildung: Egal ob gleich anschließend, nach einer Pause oder neben dem Job – die Möglichkeiten der Weiterbildung sind groß.

Der Master: theoretisches Aufbaustudium

Der Master ersetzt in Österreich das bisherige Magister- oder Diplomstudium. Er ist ein zwei- bis viersemestriges Aufbaustudium, für das zumindest ein Bachelor Voraussetzung ist. Masterstudien werden von Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen und Universitäten angeboten, die Abschlüsse sind rechtlich allerdings nicht gleichgestellt. Die Titel-Bezeichnungen nach Studienabschluss wie etwa MA oder MSc werden dem Namen nachgestellt. Hieß es früher also Mag. Martina Musterfrau heißt es heute nach einem Masterstudium Martina Musterfrau, MA. Zielsetzung eines Masterstudiums ist die fachliche und vor allem wissenschaftliche Vertiefung des Faches, meist wird auch eine Masterarbeit für den Studienabschluss verlangt. Übrigens: Auch beim Doktoratsstudium hat sich etwas getan: Der Dr. wird oftmals durch den international bekannten PhD (Doctor of Philosophy) ersetzt.  

Weshalb weiter studieren?

  • Durch den Master spezialisiert man seine Fächerwahl und kann somit das eigene Profil schärfen.
  • Die Strukturen ändern sich zwar, in manchen Branchen oder Bereichen reicht der Bachelor alleine jedoch nicht aus: Hier herrscht die Meinung, nur der Master bzw. die “alten” Titel zählen.
  • Ist das Bachelor-Studium wie erwähnt durch einen straffen Zeitplan charakterisiert, so bietet das Master-Studium die Möglichkeit für Praktika, Auslandserfahrung sowie echte Berufserfahrung.
  • Bildung ist wichtig und wird wichtig bleiben. Gerade in Zeiten des wachsenden Fachkräftemangels tut man sich selbst einen Gefallen, sich durch höhere Bildungsabschlüsse hervorzuheben.

Weiterführende Links zum Thema:

Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung

Die Bologna Erklärung

European Higher Education Area

Fotonachweis: Creativa / Quelle Shutterstock

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