Zurück im Job: Wie Sie Ihr Urlaubsfeeling erhalten, ihre Freunde im Büro aber garantiert vergraulen

von in Arbeitsleben am Freitag, 17. September 2010 um 09:09

Spätestens seit dieser Woche ist es traurige Gewissheit. Die Sommerferien sind auch in den letzten Ferien-Bundesländern zu Ende. Die Arbeit hat uns wieder. Voll neuer Energie und mit unstillbarem Tatendrang gehen dennoch die wenigsten wieder ans Werk. Grund könnte das dieser Tage viel zitierte „Post Holiday Syndrom“ sein. So bezeichnen Experten nämlich das, was andere Antriebslosigkeit oder Demotivation wegen des riesigen Berges an liegen gebliebener Arbeit nennen würden.

Tipps, wie man Urlaubsfeeling behält, gibt es derzeit auch zuhauf, wie gut sie funktionieren, muss wohl aber jeder für sich selbst beantworten. Denn ob ein Urlaubsfoto am Schreibtisch angesichts der täglichen Trostlosigkeit nicht noch größere Depressionen auslöst, sollte ebenfalls angedacht werden.
Amüsant, knallhart und augenzwinkernd gehen die Kollegen vom britischen Blatt „Guardian“ an dieses Thema heran. Sie stellen die Frage „Is there a life after summer holidays?“ . Befolgen Sie die Tipps, behalten Sie vielleicht Ihr Urlaubs-Feeling. Freunde unter den Kollegen haben Sie danach aber sicher keine mehr. Denn das Stimmungsbarometer am Arbeitsplatz nähert sich damit automatisch dem nordenglischen Klima an: Unterkühlt.

Und so funktioniert der Urlaubsfeeling-Erhalt-Überlebensguide für Misanthropen:

  • Auf keinen Fall Mails aufarbeiten! Laut „Guardian“ lohnt sich das nämlich einfach nicht. Die meisten der dutzenden Rundmails in Ihrem Posteingang seinen entweder bereits beantwortet oder schlicht vom Absender wieder vergessen worden. Also nur die wichtigsten Mails beantworten.
  • Endlose Urlaubs-Erzählungen vermeiden! Am besten sei es, mit einem völlig desinteressierten Job-Neuling das Büro zu teilen, so müsse man nicht 55 von 60 Minuten mit Urlaubs-Smalltalk verplempern. Vorgeschlagene Charmebolzen-Lösung: Dem erstbesten Kollegen, der nach dem Urlaub fragt, sagen, dass man null Interesse hat, darüber zu sprechen. Das mache dann automatisch die Runde. Ähnlich könne man vorgehen, wenn sich Kollegen beispielsweise nach der verschlungenen Urlaubslektüre erkundigen. „Das Nobelpreis-Buch von Hertha Müller“ als Antwort und die Kollegen, die sich durch „Illuminati“ & Co. gesaugt haben, können einpacken. Und fühlen sich noch dazu ein bisschen blöd.
  • Kollegen nie Komplimente über ihre Sonnenbräune machen! Laut „Guardian“ hat dies nur zum Effekt, dass man wieder auf den Urlaubsort zu sprechen kommt. Rest: siehe oben.
  • Freundlichkeit=Läster-Geständnis! Auch könne man nach dem Urlaub am besten herausfinden, wer hinter dem Rücken am meisten über einen gelästert hat: Denn nach Ansicht der beiden Autoren sei die Urlaubszeit die schönste Zeit, um über abwesende Kollegen herzuziehen. All jene, von denen man am ersten Arbeitstag überfreundlich begrüßt werde, würden sich am herzhaftesten das Maul zerrissen haben, heißt es im Artikel.
  • Nur nicht zu freundlich sein! Verbringt man zu viel Zeit mit neuen Kollegen, rufe das nur den Eindruck hervor, dass man nichts Besseres zu tun hätte. Auch eine Vorstellungsrunde bei allen neuen Mitarbeitern könne in die Hose gehen. Beispielsweise wenn man alte Bekannte nach möglichen Friseurbesuchen nicht mehr wiedererkennt…
  • Kollegen mit Kindern meiden! Eltern unter den Kollegen hätten gerade im Herbst viel um die Ohren: Neue Schule, neuer Kindergarten, neue Freunde für die Kids… Und das wollen die Eltern-Kollegen auch kommunizieren. Sobald man solchen begegnet, heißt es nach den Misanthropen-Regeln: Laufen!

Aha.
Spätestens jetzt sollte vielleicht doch wieder ein Urlaubsfoto als Desktop-Hintergrund angedacht werden.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren