Warum Kommunikation auch in Zukunft menschlich bleiben muss

von in Arbeitsmarkt, HR, Social am Dienstag, 25. Juni 2013 um 10:11

Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Xing sind nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Sie nehmen, je nach individuellem Interesse aber auch Branche, einen bedeutenden Teil unseres täglichen Lebens ein. Auch in Bereichen wie Werbung und Unternehmenskommunikation spielt das Digitale bereits eine große Rolle – jedoch niemals die größte, wie der Autor und Kommunikationsprofi Peer-Arne Böttcher erklärt.

247 Milliarden E-Mails pro Tag

Ein paar Zahlen vorweg: Weltweit gibt es knapp drei Milliarden (!) registrierte User in den Social Networks, rund 133 Millionen Blogs, jeden Tag werden 247 Milliarden E-Mails verschickt. Und von diesen sind 80 Prozent Spam oder versuchte Geschäftsanbahnungen. Begriffe wie Digital Hype oder Informationsflut drängen sich förmlich auf und stellen etwa auch die Werbewirtschaft vor die Entscheidung: „Mitschwimmen oder doch von der Masse abheben?“

Die Masse an unqualifizierten Kontakten

e-mailsDie Fachgruppe Werbung der Wirtschaftskammer OÖ hat sich diese Frage gestellt und kommt zu einem wesentlichen Ergebnis: So wichtig das Digitale auch sein kann: Analog entscheidet. WK-Obmann Christof Schuhammer betont: „Um Geschäfte abzuschließen, bedarf es mehr als nur die Masse an unqualifizierten Kontakten.“

„Geschäfte werden zwischen Menschen gemacht“

peer-arne_boettcher„Geschäfte werden zwischen Menschen gemacht“, so Peer-Arne Böttcher. Digital helfe zwar bei der Kommunikation, entscheiden würde jedoch immer noch das Analoge. Aktuell scheint es hingegen manchmal, als würde vor lauter digital der Mensch vergessen werden – digitaler Stress durch „Multi-Channelling“ oder „Klick-Rates“ ist zum Teil auch schon für Kinder Alltag. Für Böttcher ist klar: Business-Netzwerke können die Recherche oder auch Kontaktaufnahme gewaltig erleichten – sie seien jedoch völlig ungeeignet, um Beziehungen aufzubauen oder weiterzuentwickeln.

Hochzeit nach „eingehender, analoger Prüfung“

Sehen und gesehen werden funktioniert auch digital – jedoch begrenzt. „Wenn Beziehungen Wert schöpfen sollen, wird digital allein niemals reichen – oder kennen Sie jemanden, der allein aufgrund der Angaben in seinem XING-Profil einen Job bekommen hätte? Zwei Paare aus meinem Freundeskreis haben sich über Datingplattformen kennen gelernt. Aber die Hochzeit und die Kinder kamen erst nach eingehender, analoger Überprüfung des Partners“, so Böttcher. Das Analoge sei und bleibe, so Böttcher, überlegen bei Informationsprüfung und Kommunikation.

Sympathie und Vertrauen

Social Networking ist zwar gut für eine erste Kontaktaufnahme – echte Beziehungen werden dadurch jedoch nicht ersetzt. Auch die immer häufiger vorkommenden Telefonkonferenzen (oder Zukunftsvisionen wie Hologramme) sind zwar ein Schritt in Richtung persönlicher Kontakt, gerade für wichtige Geschäftsabschlüsse lohnt sich der echte persönliche Kontakt jedoch meistens. Denn Entscheidungen über Sympathie oder Vertrauen wurden bisher selten per E-Mail getroffen.

Bildnachweis: Dooder / Quelle Shutterstock, TijanaM / Quelle Shutterstock, WKOÖ Mozart

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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