Zukunft der Arbeit: Gläserne Mitarbeiter in einer flexiblen Welt?

von in Arbeitsleben, HR am Mittwoch, 1. Oktober 2014 um 10:13

Grün, blau und orange, so sehen die Analysten von PwC die Zukunft der Arbeit. Die bunten Arbeitswelten haben Analysten im Rahmen der Studie The future of work – A journey to 2022 herausgearbeitet. 10.000 Chinesen, Briten, Deutsche, Inder und US-Amerikaner wurden dafür befragt. Überwiegend optimistisch blicken Arbeitnehmer in die Zukunft ihrer Erwerbstätigkeit. Der Großteil sieht die Zukunft der Arbeit als eine Welt voller Möglichkeiten und ist davon überzeugt, erfolgreich zu sein. Jobsicherheit ist ein großes Thema, das in Zukunft aber seinen Preis haben wird: Daten-Profiling wird in der Arbeitswelt verstärkt Einzug halten und auch vor dem Privatleben nicht Halt machen.

Wie wird die Arbeitswelt der Zukunft aussehen?

Die Erwartungen von Organisationen und Arbeitnehmern sehen die Analysten von PwC in ihrer Studie The future of work – A journey to 2022 in drei Arbeitswelten verankert. Die blaue Welt ist die der Großkonzerne, die weiterhin nach Wachstum streben. Soziale Verantwortung schreiben sich Unternehmen der grünen Arbeitswelt auf die Fahnen. Die orange Welt ist stark geprägt von Organisationen, die unabhängig voneineinander und stark vernetzt agieren. Als Treiber für Veränderungen in der Arbeitswelt sehen 53 Prozent der Befragten technologische Veränderungen. 64 Prozent sind überzeugt davon, dass technische Innovationen ihre Möglichkeiten am Arbeitsmarkt verbessern werden.

Konzerne: Größer, schneller, besser

Wachstum, Performance und Erfolg steht auch 2022 auf der Agenda der Großkonzerne. Um sich auf den stark umkämpften Märkten behaupten zu können, wird verstärkt auf Innovation gesetzt: Ideenwettbewerbe, Kooperationen mit externen Partnern wie Universitäten und Ideenplattformen sollen laufend neue Ideen für Produkte und Lösungen liefern. Die Suche nach Top-Talenten gestaltet sich schwierig, HR-Verantwortliche werden laut Studie verstärkt auf externe Berater setzen, um die besten Kandidaten ausfindig zu machen. 31 Prozent der HR-Verantwortlichen gaben an, die Grenzen des Recruitings hinsichtlich Innovationen und Möglichkeiten zu erweitern, um die Besten zu engagieren.

Der gläserne Mitarbeiter wird Realität

Arbeit Zukunft ÜberwachungLaut Studie wird Daten-Profiling verstärkt in Unternehmen Einzug halten. Wurden bisher Konsumenten auf ihr Verhalten hin durchleuchtet, blüht dieses Szenario in Zukunft auch Arbeitnehmern. Sensoren werden Leistung, Aufenthaltsort und Gesundheitsstatus der Mitarbeiter permanent checken. Regelmäßige Gesundheitschecks sollen, kombiniert mit gesundheitsfördernden Maßnahmen, Krankenstände verringern und die Leistungsfähigkeit bis ins Alter erhalten. Dieses Monitoring könnte sich sogar bis ins Privatleben erstrecken, z.B. als Erweiterung heute schon gängiger Überprüfungen wie Drogentests. Mit dem Zugriff auf persönliche Daten durch ihren Arbeitgeber haben 3 von 10 Befragten laut Studie kein Problem. Um alle zu überzeugen, werden HR-Manager laut PwC Überzeugungsarbeit leisten: Im Austausch gegen persönliche Daten und die Bereitschaft zum Monitoring, winkt Arbeitnehmern dafür langfristige Sicherheit im Job. Notwendig werden dafür aber auch Richtlinien für den Umgang mit Daten sein.

„Green Jobs“ sind für Arbeitnehmer attraktiv

Den Großkonzernen der blauen Welt stehen Organisationen der grünen Arbeitswelt gegenüber: Offen, vertrauensvoll und lernbereit unterstützen diese Arbeitnehmer ihre Mitarbeiter und ihr Umfeld. 65 Prozent der Befragten möchten gerne für ein Unternehmen tätig sein, das hohen sozialen Standards folgt und in diesem Bereich Verantwortung zeigt. Auf diesen Trend reagieren laut Studie 36 Prozent der HR-Manager und bauen ihre Recruitingstrategien auf „grünen“ Unternehmenswerten auf.

Der Arbeitnehmer als käuflicher Spezialist

Die zunehmende Vernetzung der Arbeitswelt sieht PwC als orange Welt. In kleinen Organisationen arbeiten Spezialisten in der Arbeitswelt der Zukunft autonom und flexibel – fixe Verträge? Das war einmal. Der Arbeitnehmer der Zukunft arbeitet als Freelancer oder für mehrere Unternehmen gleichzeitig. In China ist das Bedürfnis nach autonomen Arbeitsmodellen übrigens am stärksten: Mehr als die Hälfte der Befragten denkt, dass traditionelle Arbeitsverhältnisse in Zukunft nicht bestehen können. Statt dessen werden Arbeitnehmer zu ihrer eigenen Marke, um ihre Fähigkeiten an jene zu verkaufen, die sie benötigen.

Ist HR fit für die Zukunft?

Wer als HR-Manager nicht vorausdenkt, wird laut Studie den Kampf um die besten Talente verlieren. Nur 24 Prozent der Befragten fühlt sich bereits gerüstet für die Anforderungen, die der Arbeitsmarkt in Zukunft mit sich bringt. 21 Prozent geben an, dass ihre Organisation nicht weit voraus blickt, weil die Zukunft keine Prognosen zulässt.

Bildnachweis: Sergey Nivens /Shutterstock; IM_photo /Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren