Zufrieden im Job: Nette Kollegen wichtiger als Gehalt und Karriere

von in Arbeitsleben, Gehalt, HR am Mittwoch, 1. Dezember 2010 um 12:17

Man kann es kaum glauben – nicht das Gehalt lässt die Österreicher mit Freude zur Arbeit gehen, sondern im Idealfall die netten Arbeitskollegen. Ganze 95 Prozent der Befragten gaben in einer aktuellen Studie an, dass ihnen ein gutes Büroklima wesentlich wichtiger sei, als die Höhe ihres ausbezahlten Gehalts (73 Prozent). Doch gerade dieser Faktor schwankt im Bundesländervergleich extrem.

Dass vor allem Frauen die Höhe der Entlohnung weniger wichtig ist als andere Faktoren, haben wir bereits einmal beschrieben. Eine aktuelle Studie des Nielsen-Instituts für die Allianz Versicherung zeigt nun, dass der Faktor „Hohes Gehalt“ erst auf Rang sechs rangiert, wenn es um die wichtigsten Arbeitsplatzfaktoren geht. Neben den netten Kollegen sind der sichere Arbeitsplatz, Weiterbildungsmöglichkeiten, Kontakt zu anderen Menschen (85 Prozent) und die Work-Life-Balance wesentlich wichtiger, damit die Österreicher sich in ihrem Job wohlfühlen.

Auch wenn es Unternehmensführungen der „Alten Schule“ nicht so gerne hören werden: Es kommt sehr wohl darauf an, inwiefern bei der Zusammenstellung von Teams „Gespür“ an den Tag gelegt wird – wer sich wohl fühlt, bringt eher Leistung. Logisch. Auch bei all den anderen wichtigen Faktoren handelt es sich um menschliche Grundbedürfnisse: Sicherheit, Perspektiven, Selbstverwirklichung und ein gewisses Maß an Selbstbestimmung.

Allzu schlechte Arbeit dürften die Personaler hierzulande also nicht leisten. Denn glaubt man der Studie, fühlen sich die Österreicher in ihren Jobs relativ wohl: Insgesamt 81 Prozent sind der Studie zufolge mit ihrem Job zufrieden – alles in allem wird der eigene Arbeitsplatz sogar mit der Durchschnitts-Schulnote 1,8 beurteilt.

Auch wenn das Gehalt bei der allgemeinen Arbeitszufriedenheit nicht als das entscheidende Kriterium gesehen wird, so zeichnet sich im „Allianz Arbeitsmarktbarometer“ auch ab, dass es beispielsweise zwischen den verschiedenen Berufsgruppen doch gehörige Unterschiede gibt: Nur jeder zweite Lehrer (49 Prozent) freut sich auf seinen Lohnzettel, 52 Prozent der Handelsangestellten und Handwerker. Im Bankwesen hingegen gaben fast drei Viertel der Bediensteten (73 Prozent) an, mit ihrem Gehalt zufrieden zu sein.

Interessant auch die regionalen Unterschiede: Ganz im Osten, nämlich im Burgenland herrscht die höchste Zufriedenheit mit dem eigenen Lohn: 71 Prozent! Oberösterreich ist ebenfalls top (68 Prozent). In Vorarlberg kann sich nur noch jeder zweite mit seinem Gehalt anfreunden (49 Prozent) in Wien (45 Prozent) nicht einmal die Hälfte. Der Grund dafür dürfte in der unterschiedlichen Kaufkraft in den verschiedenen Regionen liegen.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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