Selbstbewusst zu neuen Zielen: Auf die Größe kommt es an

von in Arbeitsleben am Montag, 14. Januar 2013 um 11:35

Kurz vor dem Elfmeter. Ein ganzes Stadion hält den Atem an. Der Spieler hält kurz inne, atmet tief ein und fokussiert den Ball. Diesen Moment der höchsten Konzentration nennt man quiet eye. Und tatsächlich zeigt sich, wer ein „ruhiges Auge“ hat, ist erfolgreicher. Im Sport und auch in anderen Bereichen ist das Fokussieren des Ziels das Um und Auf. Forscher haben nun den Grund für diesen positiven Effekt untersucht und spannende Zusammenhänge entdeckt.

Größe steigert Selbstbewusstsein

Das Team um Jessica Witt, Sally Linkenauger und Dennis Proffitt stellte die Hypothese auf, dass die Wahrnehmung des Ziels nicht nur wichtig, sondern sogar bedeutend für eine sportliche Leistung sein kann. Darüber berichtet die Plattform Forschung erleben der Universität Mannheim. Dass Konzentration wichtig für das Erreichen von Zielen ist, überrascht wenig. Was hingegen sehr wohl überrascht, ist der Zusammenhang mit Größenwahn und Selbstvertrauen. Denn Objekte die man fixiert, werden größer wahrgenommen als die Umgebung. So nahmen die Forscher an, dass genau diese Tatsache – das vergrößerte Ziel – der Schlüssel zur gesteigerten Leistung ist. Denn ein größeres Ziel scheint leichter zu treffen zu sein, und dies, so die Psychologen, steigere das Selbstbewusstsein.

Die Umgebung verändert das Ziel

Um diese spannende Hypothese zu prüfen, untersuchte das Team, wie sich die Putting-Leistung von Amateurgolfern in Abhängigkeit von der wahrgenommenen Größe des Lochs unterschied. Die tatsächliche Größe des Lochs wurde freilich nicht verändert. Mit einem Trick versuchten die Forscher jedoch, die wahrgenommene Größe zu verändern. Mit einem Projektor wurden dazu Kreise um das Loch geworfen – entweder elf kleine oder fünf große. Da wir die Größe eines Gegenstandes in Zusammenhang mit den umgebenden Objekten wahrnehmen, wurde das Loch inmitten der großen Kreise kleiner wahrgenommen als jenes, welches von kleineren Kreisen umgeben war. Im Versuch zeigte sich: Die vorhergesagte Wirkung traf ein und es wurden deutlich mehr Treffer in das größer erscheinende Loch erzielt.

So baut man sich kleine Kreise

Also: Die Wahrnehmung spielt eine bedeutende Rolle für den Erfolg – und dies trifft auf alle Bereiche des Lebens zu. Steht man nun vor einer herausfordernden beruflichen Aufgabe, sollte man an diesen Versuch denken. Ein aufbauendes Gedankenexperiment könnte etwa sein, sich neben dem neuen Ziel jene beruflichen Meilensteine vorzustellen, die man schon erreicht hat. Erscheint die vermeintliche Herausforderung daneben nicht gleich viel kleiner? Einen Versuch ist es jedenfalls wert.

Bildnachweis: klammerfranz (Martin Herget) / Quelle Photocase, karriere.at

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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