Viele Wege führen nach Rom – Ist Work&Travel das Richtige für dich?

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 20. Oktober 2016 um 10:44

Ab ins Ausland! Geht nicht? Geht doch! Das Work&Travel-Programm hilft beim Sprung über die Grenze – egal, ob du studierst, schon arbeitest oder dich in einer anderen Lebensphase befindest.

Ein Gastbeitrag von TEDxVienna-Autorin Julia Unteregger.

Weitere Artikel zum Thema

Für die meisten von uns sind Auslandsaufenthalte mittlerweile normal geworden. Sei es während dem Studium im Zuge des Erasmusprogrammes oder in den Ferien ein Praktikum im Ausland zu absolvieren. Egal, ob es darum geht, die eigenen Sprachkenntnisse zu verbessern oder um zu lernen, selbstständig und unabhängig zu sein.

Eine Alternative, um Auslandserfahrungen zu sammeln, ist ein Work&Travel-Programm. Work&Travel eignet sich besonders gut für Low Budget Reisende, die aber auch Arbeitserfahrungen sammeln wollen und den eigenen Horizont um neue Fertigkeiten bereichern wollen. Oder auch, um kurz die Luft des Aussteigerlebens zu schnuppern. Der Vorteil von Work&Travel im Gegensatz zu akademischen Programmen ist, dass ihr jederzeit daran teilhaben könnt – unabhängig davon, ob ihr gerade in Ausbildung seid, schon arbeitet oder weder noch.

Bei Work&Travel arbeitet und lebt man meist bei einer Familie oder Organisation und bekommt im Gegenzug für seine Arbeitsstunden Verpflegung und Unterkunft gestellt. Dadurch ist ein Auslandsaufenthalt durch ein Work&Travel-Programm meist unbürokratischer und auch spontaner. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die man abklären sollte, bevor man den nächsten Flug bucht und seine Habseligkeiten in einen Rucksack packt:

Safety First

Auch wenn ein Work&Travel-Aufenthalt mit weniger Bürokratie und Organisation verbunden ist, gibt es ein paar Dinge, die man im Vorhinein klären sollte, damit das Abenteuer auch „auf der sicheren Seite“ ist. Innerhalb der Europäischen Union gestaltet sich dies meist unkompliziert, doch wenn es einen doch auf einen anderen Kontinent verschlagen sollte, gibt es ein paar Punkte mehr, über die man sich unbedingt informieren sollte, wie Visa, Reiseversicherung und etwaige Impfungen:

Je nachdem, durch welche Organisation oder welches Programm man seinen Arbeitsurlaub organisiert, sollte man sich auch unbedingt über die Hard Facts informieren, bevor man eine ungewollte Überraschung erlebt:

  • Wie viele Stunden soll ich arbeiten?
  • Auf welche Leistungen habe ich Ansprüche durch meine Arbeit?
  • Wieviel Geld sollte ich einplanen für An- und Abreise oder eventuelle Transferkosten vor Ort?
  • Wie lange möchte ich ungefähr bleiben?

Wenn diese wichtigen Fragen geklärt sind, dann kann das Abenteuer schon beginnen. Mittlerweile ist die Auswahl an Ländern und Tätigkeiten unbegrenzt, um also das richtige Work&Travel-Abenteuer für einen selbst zu finden, sollte man sich vorab ein paar Fragen stellen, was genau man von seinem Auslandsaufenthalt mitnehmen möchte und wie man das am besten bewerkstelligt.

work-and-travel

Sprache? Fernweh? Arbeitsabenteuer?

Jede Work&Travel-Erfahrung kann ganz individuell gestaltet werden. Trotzdem sollte man sich darüber im Klaren sein, was man von seinem Auslandsenthalt erwartet: Möchte ich in ein bestimmtes Land? Möchte ich eine bestimmte Tätigkeit ausüben? Möchte ich meine Sprachkenntnisse verbessern?

Je nachdem, welches persönliche Ziel man für sich selbst formuliert, sollte man die Entscheidung treffen, in welches Land man reisen möchte und welche Arbeit man dort verrichten will:

Wenn dein Ziel ist, dein Französisch aufzubessern, ist es vielleicht besser als Au-Pair zu arbeiten, als auf einer abgeschiedenen Farm oder in einem Hostel. Falls du allerdings viele neue Leute kennen lernen möchtest, ist vielleicht die Arbeit in einem Hostel genau das Richtige für dich. Wenn du einfach mal etwas Neues ausprobieren möchtest, dann vielleicht doch lieber auf die Schafsfarm in Irland oder die Tomatenplantage in Australien? Dir sind keine Grenzen gesetzt!

Ein paar Dinge, die du trotzdem noch beachten solltest, bevor du dein Abenteuer beginnst:

  • Sei flexibel! Jede neue Erfahrung wird dir ein neues Maß an Flexibilität abverlangen. Je nachdem, welche Tätigkeit du ausführst, wirst du vielleicht flexible Arbeitszeiten haben oder dich daran gewöhnen müssen, auch mal an einem abgeschiedenen Ort zu arbeiten und zu leben oder vielleicht in einer großen Stadt. Deine Flexibilität wird dich aber auf jeden Fall bereichern!
  • Sei offen! Sei offen dafür neue Leute kennen zu lernen, neue Traditionen und neue Tätigkeiten. Viele Familien nehmen gerne Arbeiter auf und behandeln sie wie einen Teil der Familie. Vielleicht wirst du da manchmal an deine Grenzen stoßen, weil andere Ländern eben andere Sitten haben oder aber du wirst Aufgaben verrichten, die du dir sonst nie hättest vorstellen können!
  • Sei gut zu dir selbst! Manchmal brauchen wir eine Zeit bis wir uns an neues Land oder eine neue Arbeit gewöhnt haben. Wenn du allerdings nach einiger Zeit merkst, dass dich etwas unglücklich macht, dann sei flexibel und überleg dir, ob dir nicht doch eine andere Arbeit oder einen anderen Ort suchen solltest. Denk nicht, dass du dort bist, um irgendjemandem etwas zu beweisen, manchmal muss man auch Dinge ausprobieren, um festzustellen, dass sie einem nicht gefallen.

Das Wichtigste ist, dass du in 20 Jahren auf dein Abenteuer zurückblickst und zufrieden feststellst, dass du genau das Richtige für dich gemacht hast!

Fernweh bekommen? Work&Travel bieten unter anderem diese Organisationen an:

https://www.workaway.info/
http://wwoofinternational.org/
https://www.travelworks.at/at/freiwilligenarbeit-30-plus-programme.html

Zur Autorin

Julia Unteregger ist Literatur und Sprachwissenschaftlerin, bloggt bei TEDxVienna und macht nebenbei die Ausbildung zur Psychotherapeutin. Ihre Freizeit verbringt sie meistens Kaffee trinkend und mit Schachspielen.

Redaktion

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren