Work-Life-Blending: Grenze zwischen Job und Privatleben verschwimmt

von in Arbeitsleben am Freitag, 17. Juli 2015 um 10:36

Während der verlängerten Mittagspause schnell zum Sport – abends dafür zu Hause noch eine weitere Stunde arbeiten. Die strikte Trennung zwischen Arbeits- und Freizeit verschwindet zusehends, ohne „Work-Life-Blending“ scheint es nicht mehr zu gehen. Die Mehrheit der Arbeitnehmer steht diesem Trend noch skeptisch gegenüber.

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Flexibilität: Hat die Freizeit das Nachsehen?

Wie wir derzeit arbeiten und unsere Karriere gestalten, ist einem starken Wandel unterworfen. Von der Karriereleiter zur Mosaikkarrriere, vom klassischen Arbeitstag zu flexiblen Modellen – die Arbeitswelt ist in Bewegung. Dazu gehört auch der flexible Wechsel zwischen Arbeitszeit und privater Zeit. Den Trend vom Work-Life-Blending sehen laut Rundstedt-Umfrage „Talents & Trends“ Arbeitnehmer noch verhalten. So wird der Trend zum Work-Life-Blending bewertet:

  • Die Mehrheit (64 Prozent) der befragten Arbeitnehmer hält eine strikte Trennung zwischen Job und Privatleben für notwendig. Nur so schaffe man es, beide Bereiche unter einen Hut zu kriegen.
  • 69 Prozent denken, dass bei fehlender Trennung das Privatleben gegenüber der Arbeit als Verlierer hervorgeht.
  • Für 48 Prozent ist Arbeit hauptsächlich Broterwerb. Leben und Erfüllung finden abseits des Jobs statt.
  • Bei 41 Prozent führt Work-Life-Blending zu Überstunden, die regelmäßig geleistet werden.

Work Life Blending

Work-Life-Blending bringt Flexibilität

Es gibt aber auch die andere Seite: 61 Prozent der Berufstätigen denken, dass Dienst nach Vorschrift für eine erfolgreiche Karriere nicht ausreicht. Um wirklich weiterzukommen, müsse man sich über die vertragliche Arbeiszeit hinaus engagieren. 40 Prozent schätzen die Flexibilität, die ihnen Work-Life-Blending bringt. Etwas mehr als ein Viertel der Befragten vertritt sogar die Meinung, dass Menschen ihren Beruf verfehlt haben, wenn sie eine strikte Trennung von Arbeits- und Lebenszeit fordern.

Abkehr von der Präsenzkultur

Work-Life-Blending bringt Freiheiten mit sich, damit müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aber erst umgehen lernen. In vielen Unternehmen wird nach wie vor viel Wert auf Präsenz und Sichtbarkeit gelegt. Nur wer anwesend ist, arbeitet auch. Je höher die Zahl der Arbeitsstunden vor Ort, desto größer das Engagement des Mitarbeiters. Ohne Vertrauen und Aufgeschlossenheit wird es bei der Einführung neuer Arbeitszeitmodelle aber nicht funktionieren. „Führungskräfte müssen mit gutem Beispiel vorangehen und dafür sorgen, dass ihren Mitarbeitern trotz immer stärkerer Vermischung von Berufs- und Privatleben ausreichend Regenerationsphasen zur Verfügung stehen“, sagt Sophia von Rundstedt.

Bildnachweis: fotogestoeber / Shutterstock; mavo / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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