Umfrage zeigt: Work-Life-Balance ist Top-Karriereziel

von in Arbeitsleben, Arbeitsmarkt am Freitag, 12. April 2013 um 10:07

Absolventen der Linzer Johannes Kepler Universität wollen vor allem zwei Dinge: Work-Life-Balance im Job und dies wenn möglich im öffentlichen Dienst oder der Forschung. Die Ergebnisse der ersten eigenen Karriereumfrage der Kepler Society sind vielleicht nicht überraschend, sehr wohl jedoch erschreckend. Denn folgen die Absolventen diesem Trend, ist unter anderem ein Mangel an Führungskräften vorprogrammiert. Zudem: Wer, wenn nicht der Nachwuchs, soll noch hungrig auf Karriere und Erfolg sein?

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Amtsschimmel? Von wegen.

Resignation. Ein bisschen davon liest sich schon heraus, aus der ersten Job-Umfrage unter Studierenden und Absolventen der JKU. Kern der Umfrage war eine Erhebung der Branchen bzw. Bereiche, in denen die Befragten später gerne arbeiten wollen. Hier zeigt sich ein eindeutiges Bild: Es zieht den akademischen Nachwuchs in den öffentlichen Dienst. Auf die Frage „In welcher Branche würden Sie im Idealfall nach ihrem Studium gerne arbeiten?“ liegt dieser Bereich mit 30,84 Prozent klare vorne. Amtsschimmel? Von wegen. Auf Platz zwei liegt der Bereich Management und Beratung, in der Forschung und Lehre sieht ein Viertel der Befragten die ideale Zukunft.

Karriereziel Work-Life-Balance?

Den größten Knall liefert jedoch das Ergebnis auf eine andere Frage – nämlich jene nach den Karrierezielen. Fast zwei Drittel der Befragten geben an, dass eine ausgewogene Work-Life-Balance das Top-Karriereziel ist. Die intelektuelle Herausforderung oder etwa Sicherheit im Job liegen auf den Plätzen. Eine Führungskraft mit leitender Funktion zu werden, ist für gut 28 Prozent der Studierenden bzw. Absolventen attraktiv, nur zehn Prozent können sich überhaupt vorstellen, ein eigenes Unternehmen zu führen.

(K)Eine Geschlechterfrage

Bei den Karrierezielen gibt es zudem einen sehr markanten Unterschied zwischen den Geschlechtern. Die Themen Work-Life-Balance, intellektuelle Herausforderung sowie Beständigkeit werden überwiegend von Frauen erst genannt, die Männer zieht es hingegen eher auf die Führungsebene, in die Selbständigkeit bzw. zu einer Karriere als Fachexperte. „Die Umfrage bestätigt das neue Bild des Akademikers, der zwar im mittleren Management oder als Projektleiter tätig sein möchte, aber bewusst auf die eigene Work-Life-Balance schaut“, kommentiert Kepler Society-Präsident Gerhard Stürmer die Ergebnisse.

Internationale Karriere im großen Konzern? Bei den meisten Fehlanzeige

Eine internationale Karriere wird nur von gut 16 Prozent der Befragten angestrebt, generell sind Klein- und Mittelbetriebe die attraktivsten Arbeitgeber. Der Großteil (40 Prozent) würde sich in einem Unternehmen zwischen 100 und 500 Mitarbeitern am wohlsten fühlen, 30 Prozent in Unternehmen mit unter 100 Mitarbeitern.

Für die Karriereumfrage wurden im Jänner 2013 insgesamt 15.000 Online-Fragebögen an Studierende und Alumni der JKU versandt, die Teilnahme liegt bei 10,42 Prozent (1537). Für die Ergebnisse von Bedeutung ist die Tatsache, dass viele Studierende aus technischen Studienrichtungen an der Umfrage teilngenommen haben.

Bildnachweis: Tatiana Morozova / Quelle Shutterstock, Kepler Society

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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