Wochenende! Warum dich diese Auszeit im Job besser werden lässt

von in Arbeitsleben am Freitag, 11. Februar 2011 um 13:33

Die Stunden der Arbeitswoche sind gezählt. Für das Gros der Arbeitnehmer heißt es dann: Ab ins Wochenende! Dass wir am Wochenende einfach glücklicher sind als an Arbeitstagen, verspürt jeder Arbeitende Woche für Woche. Doch warum uns die allwöchentliche Auszeit auch im Job besser werden lässt, erklärt uns auch die Wissenschaft.

Fakt eins: Auszeiten schützen vor Burnout.

Es sagt ja eigentlich der Hausverstand. Wer auch am Wochenende arbeitet oder es nicht schafft, abzuschalten, ist auf dem besten Weg, sich ins Burnout zu katapultieren. Die Forscherinnen-Gruppe um Sabine Sonnentag bewies , wie sehr sich das „Nicht-Abschalten-Können auf die emotionale Erschöpfung von Menschen auswirkt. Und – besonders erschreckend: Der hohe Arbeitsdruck rief nur bei jenen Personen psychosomatische Beschwerden hervor, die schwer Abstand zum Job finden konnten.
Mit den Kollegen nach einem stressigen Arbeitstag ein Bier zu trinken gelte, so die Forscher, nicht wirklich als Abschalten, wenn in dieser Zeit wieder nur über laufende Projekte gesprochen wird. Nur wenn das Thema Arbeit völlig aus dem Kopf verbannt wird, wirkt man dem Ausbrennen auch sinnvoll entgegen.

Fazit eins: Wenn du am Wochenende abschaltest, keine Mails erledigst und dir die Arbeit nicht mit nach Hause nimmst, tust du dir selbst und auch deinem Chef einen Riesengefallen. Warum? Weil Krankenstände bei schweren Burnout-Fällen um ein Vielfaches länger andauern wie kurzfristige Auszeiten. Garantiert.

Fakt zwei: Erholung macht kreativ.

Gehörst du zu jenen Menschen, die von sich sagen, nur unter Hochdruck so richtig leistungsfähig zu sein? Das mag schon stimmen – doch macht dies erst die regelmäßige Erholung möglich, bewies die Psychologin Carmen Binnewies von der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz: Erholte Menschen sind leistungsfähiger, kreativer und hilfsbereiter als ihre unentspannten Kollegen. Wichtig dabei sei, dass die Erholungsphasen kontinuierlich eingelegt würden. Laut der Studienautorin sei das regelmäßige, arbeitsfreie Wochenende demnach sogar wichtiger als ein mehrere Wochen langer Urlaub: „Der Urlaub wirkt höchstens vier Arbeitswochen nach, egal wie lange er gedauert hat“, wird Binnewies in der Tageszeitung „Die Presse“ zitiert.
Wichtig sei laut der Studie, dass jeder Mensch selbst herausfindet, wie er sich am besten erholt. Aktiver Ausgleich (Sport etc.) würde mehr zur Erholung beitragen als passiver (Fernsehen etc.). Und – besonders wichtig – ausreichend Schlaf!

Fazit zwei: Jeder, der sein Wochenende auch für sich selbst und nicht für den Job beansprucht, hilft langfristig wieder seinem Arbeitgeber: Nämlich durch mehr Kreativität, mehr Leistungsfähigkeit und besseres Teamwork, weil man eher bereit ist, anderen weiterzuhelfen.

Fakt drei: Schlaf hilft uns beim Lernen.

Schlafen, schlafen, schlafen – für viele die Wochenend-Beschäftigung Nummer eins. Tiefer, ausreichender Schlaf ist aber nicht nur wichtig, um sich zu erholen. Er hilft uns auch, wichtige Informationen im Gehirn abzuspeichern und nach ihrer Wichtigkeit zu ordnen. Das ergab eine Studie, durchgeführt von Forschern rund um Jan Born von der Universität Lübeck – erschienen im Journal of Neuroscience, Bd. 31, Vol. 5.

Schlaf ist demnach wichtig, um Erinnerungen auch gut im Gedächtnis zu halten. Das Gehirn klassifiziere dabei auch, was für das weitere Leben nützlich sein könne und was nicht. Das bewiesen die Forscher mittels Gedächtnisübungen und Gehirnströme-Messungen. Zum Experiment: Die Probanden mussten sich beispielsweise Begriffs-Paare einprägen, nach denen sie zehn Stunden später abgefragt werden würden. Ein Teil der Versuchspersonen durfte in dieser Zeit schlafen, der andere Teil nicht. Und: Manchen Teilnehmern wurde gesagt, dass eine Prüfung bevorstehe, den anderen wiederum nicht. Keine Überraschung: Besonders gut schnitten bei der Prüfung jene Probanden ab, die erstens geschlafen hatten und zweitens von ihrer bevorstehenden Aufgabe wussten.

Fazit drei: Wer viel schläft, merkt sich auch Dinge besser, mit denen er sich während der Woche intensiv beschäftigt hat. Weil das Gehirn diese Dinge dann auch als wichtig einstuft.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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