So gelingt der Wiedereinstieg nach den Feiertagen

von in Arbeitsleben am Dienstag, 22. April 2014 um 10:17

Hand aufs Herz. Nach einer kurzen Arbeitsauszeit fällt es meist schwer, wieder in die Gänge zu kommen. Kaum sind die Osterfeiertage vorbei, stehen auch schon der 1. Mai sowie die beiden Feiertage – samt verlängerten Wochenenden – im Juni am Programm. Und spätestens dann sind die meisten gedanklich schon im Sommer. Weshalb es nicht immer 100 Prozent sein müssen, und wie man wirklich abschalten kann, erklärt Psychologin Christa Schirl im Interview.

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Feiertag wird zum Grübeltag

Es gibt Phasen im Arbeitsjahr, da dreht sich die Uhr schneller als sonst. Aktuell ist so eine Phase. Denn blickt man dann in den Kalender, so zeigt sich schnell, dass auch die kommende Arbeitswoche keine „normale“ Woche ist. Den Feiertag am Donnerstag werden zudem einige Österreicher für ein verlängertes Wochenende nutzen. Wie so vieles im Leben hat jedoch auch diese schöne Zeit zwei Seiten: denn die Arbeit existiert weiter – und ist man mit dem Kopf bei den Dingen, die man noch erledigen möchte, wird der Feiertag schnell zum Grübeltag.

„Eine Dusche reinigt von der Arbeit“

Christa Schirl

Christa Schirl

Die Folge: Freizeit gepaart mit schlechtem Gewissen. Spätestens im Schlaf bzw. in der Schlaflosigkeit holt viele der Stress wieder ein. Das muss jedoch nicht sein, betont Arbeitspsychologin Christa Schirl. Egal ob Feierabend, Wochenende oder Feiertag: Richtiges Abschalten kann gelernt werden: „Am besten hilft, wenn man sich Rituale überlegt, um innerlich auszustempeln. Für jeden Menschen kann dieses Ritual anders aussehen – das kann ein Kaffeehausbesuch sein, ein Spaziergang, leichte Gartenarbeit oder einfach eine heiße Dusche, nach der man von der Arbeits- in die Freizeitkleidung schlüpft.“

Ruhe im BueroSich ruhigere Phasen gönnen

Welches Ritual auch immer das passende ist – wichtig ist, dass man es bewusst macht und den Dingen Bedeutung gibt. „Man kann nicht so einfach von 100 auf 0 kommen, nur weil man das Büro verlassen hat. Es braucht ein langsames Hineingleiten in die Freizeit„, so Schirl. Zudem sollte man daran denken, dass man nicht immer Vollgas geben kann.“ Schirl rät dazu, sich – sofern die Arbeit es zulässt – auch einmal ruhigere Phasen zu gönnen. Zeiten, in denen man etwa den Schreibtisch aufräumt oder den Desktop sortiert und generell die Ruhe nutzt, Dinge zu tun, für die man zu Spitzenzeiten einfach keine Zeit findet.

„Finger weg von langen To-Do-Listen“

Wer dennoch auf der Suche nach Motivation ist, sollte langsam wieder einsteigen. „Suchen Sie sich Aufgaben, die Ihnen leicht fallen und die Sie gerne erledigen“, rät Schirl. Die Finger lassen sollte man hingegen von langen To-Do-Listen, denn diese lassen die Unlust meist nur wachsen. Ebenfalls motivierend wirkt zudem die Vorstellung, wie man sich nach getaner Arbeit fühlen wird. In diesem Sinne: Gutes Gelingen und auf genussvolle freie Tage im Mai und Juni.

Bildnachweis: Subbotina Anna /Quelle Shutterstock, racorn /Quelle Shutterstock, Schirl

 

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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