Das Wetter hat ein Alibi – Schlechtwetter-Migräne ein Mythos

von in Arbeitsleben am Montag, 8. August 2011 um 11:40

Wenn es schwül ist und „drückt“, wird im Büro schon mal die obligate Wetterfühligkeit als Grund für anhaltende Migräne angeführt. Etwa 5 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen in Europa leiden unter Migräneanfällen. Und in vielen Fällen wird das Wetter zum Sündenbock. „Alles Quatsch“ sagt jetzt eine aktuelle Studie – das Wetter verursacht keine Migräne. Weder die Dauer, noch das Auftreten von Migräne werden durch das Wetter beeinflusst.

Die Studie der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien untersuchte in Zusammenarbeit mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) den Zusammenhang zwischen Wetter und Migräneattacken. Das Ergebnis überraschte selbst die beiden Autoren der Studie, Karin Zebenholzer und Christian Wöber, Leiter der Arbeitsgruppe Kopfschmerz an der Universitätsklinik für Neurologie. Temperatur, Luftdruck, Niederschlag oder Sonnenscheindauer haben scheinbar überhaupt keinen Einfluss auf die Dauer und die Art von Kopfschmerzen.

Das Kopfschmerztagebuch

Für die Studie wurden 238 Patienten untersucht, sie mussten auch ein „Kopfschmerztagebuch“ führen. Dort dokumentierten sie 90 Tage lang ihre Kopfschmerzen und ihre individuelle Wahrnehmung des Wetters. Von den Forschern wurden schließlich noch die tatsächlichen Wetterwerte (wie Lufttemperatur oder Windgeschwindigkeit) ergänzt. Bei der finalen Auswertung wurde schließlich klar, dass kein signifikanter Zusammenhang zwischen Kopfschmerz und Wetterlage besteht.

Wer ist dann der Sündenbock?

„Bei Frauen ist etwa der Zusammenhang mit der Menstruation eindeutig bewiesen. Außerdem spielen Stress, psychische Anspannung bzw. das Nachlassen von Anspannung und sogar genetische Faktoren eine Rolle“, sagt Zebenholzer. Im Alltag haben diese Faktoren einen viel größeren Einfluss als das Wetter. Vor allem wenn man bedenkt, dass man ohnehin die meiste Zeit in geschlossenen Räumen verbringt.

Das Wetter ist salopp gesagt „aus dem Schneider“. Den Grund für unsere Kopfschmerzen müssen wir eher in unserem Lebensstil suchen. Stress sowie das Nachlassen von psychischer Anspannung haben einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Schaffen wir es, einen gesunden Mittelweg zwischen Arbeit und Stress zu finden, sind auch unsere Kopfschmerzen wie weggeblasen.

Was bereitet Ihnen Kopfschmerzen? Das Wetter kann es ja nicht sein. Führen auch Sie einen Lebensstil, der Kopfschmerzen begünstigt?

Redaktion

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