Weiterbildung boomt bei Unternehmen – gut so!

von in Arbeitsleben, HR am Donnerstag, 3. Januar 2013 um 11:29

Fortbildungskurse, Seminare, Inhouse-Schulungen aber auch Konferenzbesuche: Alles Dinge, die unter den Begriff Weiterbildung fallen. Und Dinge, auf die viele Arbeitnehmer völlig verzichten müssen. Zwar boomt das Thema Weiterbildung bei den Unternehmen – neun von zehn bieten ihren Mitarbeitern Bildungsangebote – erreicht wird allerdings nur jeder dritte Beschäftigte. Dass Weiterbildung allerdings mehr ist, als eine Aktivität, die den produktiven Output der Firmenmitglieder steigert, sollte eigentlich klar sein.

Die von der Statistik Austria aktuell veröffentlichten Fakten sprechen eine klare Sprache: Neun von zehn Unternehmen (87 Prozent) waren im Jahr 2010 im Bereich der Weiterbildung aktiv, um sechs Prozent mehr als noch 2005. Am häufigsten schicken Betriebe ihre Mitarbeiter auf:

  • Weiterbildungskurse (72 Prozent)
  • Tagungen, Konferenzen, Workshops, Fachmessen oder Fachvorträge (64 Prozent)
  • Ausbildungsphasen Am Arbeitsplatz oder in der Arbeitsumgebung (32 Prozent)
  • Lernzirkel bzw. Qualitätszirkel (23 Prozent)
  • Jobrotation und Austauschprogramme (20 Prozent)
  • selbstgesteuertes Lernen (13 Prozent)

Durchschnittlich 30 Stunden auf Weiterbildung

Natürlich ist es positiv zu werten, dass neun von zehn Unternehmen die Wichtigkeit von Fortbildungsmaßnahmen erkannt haben – Tendenz steigend. Betrachtet man allerdings die Auswertung, wie viele Arbeitnehmer tatsächlich erreicht werden, kehrt schnell Ernüchterung ein: Exakt ein Drittel (33 Prozent) durften ihren Wissensstand verbessern. Was bedeutet, dass zwei von drei Beschäftigten ohne auskommen müssen.

Natürlich: Angesichts der durchschnittlichen Weiterbildungskosten – mehr als 2000 Euro pro Person und Jahr – ist Wissen, gerade für kleine und mittlere Unternehmen, ein teures Gut. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass richtig gewählte Weiterbildungsmaßnahmen Mitarbeiter nicht nur auf dem Papier produktiver werden lassen. Sie wirken darüber hinaus motivierend, anspornend und bestätigend auf Teilnehmer von Kursen, Seminaren und Tagungen.

Man kennt das Phänomen ja aus eigener Erfahrung: Wird eine betriebliche Weiterbildung „bewilligt“, wird man für seinen Arbeitgeber automatisch wichtiger. Man verstärkt seine Expertise auf einem Gebiet, man weiß, dass das eigene Fachwissen – zumindest mittelfristig – für unentbehrlich gehalten wird. Und das wiederum gibt dem Arbeitnehmer ein weiteres Stück Autonomie im Unternehmen, was sich dann wieder positiv auf das Selbstvertrauen und die Arbeitsmotivation auswirkt.

Natürlich: Schulungen sind teuer. Natürlich: Arbeitszeit geht „verloren“. Und  natürlich: Nicht jeder Mitarbeiter benötigt gleichermaßen Schulungen, um seine Aufgaben definitionsgemäß ausführen zu können. Die Auswirkungen sind aber trotzdem für alle gegeben. Denn wer sagt, dass man einen Fließbandarbeiter oder eine Facility Managerin nicht auch abseits seiner Qualifikationen weiterbilden kann? Beispielsweise mit einem Gesundheits-Workshop, der ihm hilft Ausgleichsübungen für berufliche Folgeerkrankungen (Haltung, Schichtbetrieb, etc…) zu erlernen? Eben.

Thema Weiterbildung gehört ins Mitarbeitergespräch

Mögliche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sollten daher auch fixer Bestandteil jedes Mitarbeitergesprächs sein. Weil das Thema eben mehr umfasst als die Rechnung Mitarbeiter*Weiterbildung=mehr Output. Letztlich erreicht man als Unternehmen damit auch, dass Mitarbeiter Perspektiven sehen und dass sie ihren fachlichen und persönlichen Zielen näherkommen. Das motiviert und erhöht die Loyalität zum Unternehmen.

Bildnachweis: Colourbox

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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