Runter vom Gas! Strategien, um das Jahr stressfrei zu beenden

von in Arbeitsleben am Montag, 24. November 2014 um 11:50

Zwischen Jahresendspurt im Job, Geschenkejagd in den Einkaufsstraßen, Weihnachtsfeiern und familiären Verpflichtungen kommt in der Vorweihnachtszeit eines oft zu kurz: Ruhe und Besinnlichkeit. Arbeitspsychologin Daniela Reiter möchte hier Abhilfe schaffen und gibt Tipps für eine stressfreie Adventzeit – beruflich und privat. In einem eigenen Kartenset hat sie außerdem 31 Entspannungs- und Selbstcoachingübungen zusammengestellt, zwei davon stellen wir heute vor.

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Täglich eine Viertelstunde für das eigene Wohlbefinden

Daniela Reiter

Daniela Reiter

Oh besinnliche Adventzeit: Der Jahresabschluss erledigt sich nicht von alleine, die Geschenke kaufen sich nicht von selbst. Zwischen Lichterketten und dampfendem Punsch entdecken Freunde, Kollegen und Verwandte ihre soziale Ader und laden zum gemeinschaftlichen Glühweintrinken und Bratwürstelessen, als gäbe es kein Morgen. Damit man bei all dem Trubel nicht auf das eigene Wohlbefinden vergisst, empfiehlt Arbeitspsychologin Daniela Reiter: Täglich eine Viertelstunde Zeit nehmen – nur für das eigene Wohlbefinden. „Nicht die Quantität zählt, sondern die Qualität. Wichtig ist, dass man sich bewusst Zeit nimmt und sich wirklich gönnt, ohne neuen Stress aufzubauen. In diesen paar Minuten darf die Zeit stillstehen“, sagt Reiter.

Ausgepowert unterm Weihnachtsbaum?

Einer kritischen Überprüfung sollte man die eigene To-Do-Liste unterziehen. Was muss wirklich noch im Dezember erledigt werden? Die Unterscheidung zwischen dringenden und wichtigen Dingen gelingt mit etwas Übung. „Auch für den festlichen Teil kann ich selber entscheiden, was ich tatsächlich noch heuer tun möchte und was ich mir für eines der folgenden Jahre aufhebe“, so Reiter. Nicht alle Geschenke müssen selbstgemacht sein, nicht jede Ecke der Wohnung benötigt Weihnachtsdekoration. Auch soziale Kontakte darf man hinterfragen. „Vielleicht ist es überhaupt an der Zeit, mit manchen einen ‚Nicht-Beschenken-Pakt‘ zu schließen. Wahrscheinlich will ich auch nicht mit allen Menschen, die ich kenne, jeden Punschstand auf jedem Christkindlmarkt in der Umgebung abklappern – mit welchen ein bis drei Menschen möchte ich Zeit verbringen, weil sie mir gut tun, weil ich mit ihnen entspannen und Kraft tanken kann?“, gibt Reiter als Anregung mit.

Im Job gemeinsam entschleunigen

Pizza teilenAuch im Arbeitsumfeld kann man bewusst etwas kürzer treten, z.B. durch kleine Rituale im Arbeitsalltag. „Man kann gemeinsam überlegen, was am Besten gemeinsam gemacht werden kann, um im Team Tempo rauszunehmen: Gemeinsam zusammen setzen, Ideen sammeln und festlegen, wer sich bis wann worum kümmert. Die Ideen müssen nicht neu sein: Vieles ist erprobt, aber irgendwann wieder eingeschlafen – das kann z.B. ein gemeinsames Mittagessen sein. Die Zeit, die dafür ‚drauf geht‘, kommt über die gewonnene Energie wieder herein“, regt Reiter an.

Kleine Übungen für die tägliche Viertelstunde

Reiters Kartenset möchte durch die hektische Vorweihnachtszeit begleiten. Auf 31 Karten finden sich leicht umsetzbare Kurzrezepte für jeden Tag. Mit diesen beiden Übungen kann man sofort loslegen:

  • Gut aufgehoben
    Zutaten: Schreibzeug, Papier, evtl. Kalender
    Dauer: 15 Minuten, je nach vorhandener Zeit und Vielzahl an Ideen auch mehr.
    Rezept:
    Ich habe so vieles noch nicht erledigt von dem, was ich tun wollte. Draußen scheint die Sonne und überhaupt bin ich mehr im Ferien- als im Arbeitsmodus. Deshalb schreibe ich mir heute alle meine Ideen für die nächste Zeit auf und mache nur die dringendsten der geplanten Dinge heute. Damit schaffe ich mir Zeit und Raum für Spontanes und herrlich Ungeplantes, für das Genießen des Hier und Jetzt. Die Liste mit den Ideen für die nächste Zeit hebe ich dort auf, wo ich sie auch sicher zeitgerecht finde. Damit ich auch dann schön locker bleibe, vermerke ich mir darauf eine Botschaft an mich, z. B.: „Das ist eine schöne Sammlung; ich suche heute entspannt ein paar Dinge aus und hebe den Rest auf für später.“ Ich darf aus der Fülle schöpfen!
  • Eigenlob stimmt
    Zutaten: Ein leeres Glas, Klebeetiketten (oder Papier, Schere und Klebeband), Stift
    Dauer: 15 Minuten, je nach Fülle der Lobeshymne und verfügbarer Zeit auch mehr.
    Rezept: Entgegen einer nach wie vor gängigen Redensart bin ich der Meinung, dass Eigenlob stimmt. Viel zu oft warten wir auf Anerkennung und Bestätigung durch andere, statt uns selbst auf die Schulter zu klopfen. Über die eigenen Stärken Bescheid zu wissen und sich die eigenen Erfolge vor Augen zu führen, gibt eine gute Grundlage, um in sich selbst zu ruhen.
    Heute „rexe“ ich mir positive Rückmeldungen an mich selber ein: Ich bastle mir ein Lobglas. Dafür beschrifte ich ein Einmachglas mit „Lob für … [eigenen Namen einfügen]. Aus feinsten Zutaten. Sehr bekömmlich an heißen wie an kalten Tagen. Zum Versüßen des Alltag-Breis und als g’schmackiger Energiespender zwischendurch.“ Hinein gebe ich lauter kleine Zettel, auf denen ich mir selber Lob ausspreche, für konkrete Dinge, persönliche Eigenschaften oder ganz generell. Das Glas stelle ich auf einen prominenten Platz, z. B. auf meinen Schreibtisch. Der Inhalt kann jederzeit ergänzt und auch genossen werden.

Zu gewinnen: Drei Kartensets

Kartenset Daniela ReiterWir verlosen drei Kartensets von Daniela Reiter. Einfach bis einschließlich Sonntag, 30. November eine E-Mail mit dem Betreff „Kartenset“ samt Postadresse an marketing@karriere.at senden. Die drei Sets werden unter allen Einsendungen verlost – der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden per E-Mail informiert.

Bildnachweis: Masson / Shutterstock; Katarina Lindbichler; Nadya Lukic /Shutterstock; Daniela Reiter

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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