Weihnachtsfeier: Wie feiern Österreichs Unternehmen?

von in Inside am Dienstag, 13. Dezember 2011 um 11:01

Alle Jahre wieder kommt neben dem Christkind auch die Weihnachtsfeier auf die Unternehmen nieder! Für die einen ein lästiger Pflichttermin, für andere der Anlass, der schon seit Monaten mit Vorfreude erwartet wird. Doch wie wird die Weihnachtsfeier in Österreichs Unternehmen tatsächlich gefeiert? Formelle Veranstaltung oder süffiger Jahresausklang? Egal wie Ihr Unternehmen die Weihnachtsfeier anlegt – Fakt ist: Sie ist die perfekte Gelegenheit um den Mitarbeitern ‚Danke‘ zu sagen!

Doch wie feiern Österreichs Unternehmen den Jahresabschluss mit ihren Mitarbeitern? Gar nicht, mittels besinnlicher Feierstunde oder gar als Lokal-Tour – und wie stehen die Mitarbeiter zum Thema? karriere.at hat sich mit seiner November-Umfrage bei 204 Unternehmen und 529 Arbeitnehmern umgehört.

Keine Weihnachtsfeier ist auch keine Lösung

Anders als vielleicht erwartet, haben 60 Prozent der Unternehmen kein Problem mit Lokal-Schwärmen nach dem traditionellen Abendessen. Auch gegen Discos, Bars und Cocktails haben 17 Prozent der Unternehmen nichts einzuwenden. Eine Feier im gewohnten Rahmen in den eigenen Firmenräumlichkeiten hat für 15 Prozent der befragten Unternehmen seine Vorteile. Lediglich jedes elfte Unternehmen entscheidet sich komplett gegen eine Weihnachtsfeier.

Tatort: Weihnachtsfeier

Keine Gelegenheit eignet sich besser um bei den Kollegen einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Daher lautet für viele Mitarbeiter die Devise: Nur nicht auffallen und Peinlichkeiten auf jeden Fall vermeiden. Das sehen auch 38 Prozent der Befragten so und wollen wenig Alkohol konsumieren. Zwei von 10 sehen die Weihnachtsfeier nur als einen weiteren Eintrag im Kalender.

Das heißt aber nicht, dass die Weihnachtsfeiern landauf landab zum langweiligen Diavortrag verkommen. Denn es gibt sie noch, die Stimmungsmacher! Getreu dem Motto: „Work hard, Party harder!“ kann es für 15 Prozent der Befragten auch mal etwas heftiger beim Feiern werden. 26 Prozent lassen sich von der allgemeinen Euphorie anstecken und entscheiden je nach Stimmung, ob sie den Party-Tiger nach außen kehren.

Die perfekte Gelegenheit um ‚Danke‘ zu sagen!

Die europäische Wirtschaft ist im Wandel. Euro-Krise und Konjunkturprognosen gehen weder an Unternehmen noch an Mitarbeitern spurlos vorüber. Kann man in solchen Zeiten wirklich an eine Weihnachtsfeier denken? „Auf das Feiern in Krisenzeiten gänzlich zu verzichten ist meist das falsche Signal. Es wird oftmals von der Belegschaft als Signal aufgefasst, dass es dem Unternehmen schon sehr schlecht gehen muss, wenn nicht einmal mehr für ein bisschen Feiern etwas übrig ist. Umgekehrt kann ein demonstratives Nicht-Thematisieren krisenhafter Aspekte, im Sinne von Wegschauen schlimmstenfalls als ‚Tanz auf dem Vulkan‘ interpretiert werden“, meint Dr. Walter Schlögl vom Team für Angewandte Psychologie und Organisationsberatung (TAO). „Am besten fallen jene Feiern aus, die erstens vom Rahmen her an die aktuelle Finanzstärke des Unternehmens angepasst sind und auf denen zweitens problematische Botschaften ebenso authentisch ’nicht ausgespart‘ werden wie gute Nachrichten.“

Trotz aller Unsicherheit: Die Weihnachtsfeier sollte nicht von Sorgen dominiert sein, wie auch karriere.at-Geschäftsführer Jürgen Smid betont: „Trotz der wieder abflauenden Konjunktur hat der Großteil der österreichischen Unternehmen im laufenden Jahr gute Ergebnisse schreiben können. Ziel einer Weihnachtsfeier sollte aus Unternehmersicht sein, zu den Mitarbeitern angemessen ‚Danke‘ zu sagen!“ Egal ob Party oder besinnliche Feierstunde: Als Unternehmen sollte man anstreben, der Belegschaft einen Rahmen zu bieten, in dem auch Platz und Umfeld für Gespräche und Themen gegeben ist, die es ermöglichen, sich untereinander und abseits der Arbeitsumgebung besser kennen zu lernen. „Nur wenn sich der Großteil der Mitarbeiter wohlfühlt, wird die Feier auch in positiver Erinnerung bleiben“, ist Smid überzeugt.

Feiern für den Teamgeist!

Den Mitarbeitern Anerkennung zu schenken ist in jedem Unternehmen wichtig und sollte von der Führungsebene auch so gelebt werden. Die Weihnachtsfeier ist die optimale Gelegenheit um das ‚Wir‘ und das ‚Gemeinsame‘ in den Vordergrund zu stellen. Schlögl: „Die Weihnachtsfeier macht es erlebbar, dass in jedem Unternehmen letztlich Menschen zusammenarbeiten. Jenseits der professionellen Masken gibt es ein hohes Bedürfnis nach Kennenlernen der persönlichen aber auch der privaten Seiten der Kollegen und Vorgesetzten.“ Über das Jahr verteilt arbeitet man an unterschiedlichen Projekten mit wechselnden Kollegen und ist meist so gestresst, dass man nur selten die Gelegenheit hat, Mitarbeiter richtig kennenzulernen oder Erfolge zu feiern. „Im modernen Leistungsleben von Unternehmen hat das Innehalten und ‚Sich-Freuen‘ über Gelungenes schon recht wenig Platz. Somit wird auch dieser Aspekt mit der ‚WeihnachtsFEIER‘ verbunden“, so Schlögl.

Vertrauen ausbauen und stärken!

Dr. Walter Schlögl, TAO

Herrscht zwischen den Mitarbeiter ein gutes Arbeitsklima, kann die Weihnachtsfeier dazu beitragen, den Zusammenhalt unter den Kollegen auszubauen und zu stärken. Vertraut man seinen Kollegen, braucht man auch keine Peinlichkeiten zu befürchten. Gerade im Eifer eines hitzigen Alkoholgefechts kann es schon mal passieren, dass man von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. In einer starken Gruppengemeinschaft an sich kein Problem, aber wie sieht das der Chef? „Gerade zu dieser Gelegenheit sollten die Unternehmen die eigene Policy ein wenig auflockern. Den Mitarbeiter am nächsten Tag zurechtzuweisen würde wohl eher einem Bloßstellen ähneln“, so Schlögl.

Fehlt grundsätzlich das Vertrauen unter den Mitarbeitern, kann auch die Firmenweihnachtsfeier nichts an bestehenden Zweifeln ändern. Schlögl warnt: „Weihnachtsfeiern sollten nicht als Maßnahme von Teambuilding instrumentalisiert werden. Eine Feier im ursprünglichen Sinne verträgt sich schwer mit der sublimen Forderung nach Leistung auf der Gemeinschaftsebene.“

Die perfekte Location ist…

Für jedes Unternehmen eine andere! Je nach Firmenkultur und auch -größe kann für die einen das eigene Bürogebäude ideal sein und für andere wiederum die angesagte Szene-Bar. „Immer wieder beweisen Unternehmen, dass bei der Gestaltung der Location recht kreativ ans Werk gegangen werden kann“, berichtet Schlögl. Der Großteil feiert trotzdem in externen Lokalen. „Da Weihnachtsfeiern eher mit ‚Nicht-Betriebsalltag‘ assoziiert werden sollten, empfiehlt es sich, einen Unterschied in der Wahl des Feier-Ortes zu setzten. Lokale bieten andere Freiheiten und Möglichkeiten als das betriebliche Umfeld.

Heiterkeit ist nicht planbar!

Perfektion liegt immer im Auge des Betrachters. Was für die einen perfekt ist, kann für andere komplett unpassend sein. Meist waren jene Feiern, an die man sich gern zurückerinnert, nicht bis ins letzte Detail durchgeplant. Die erinnerungswürdigen Momente sind jene, die spontan für Heiterkeit gesorgt haben. Und das ist es letztendlich, was bei einer Feier zählt! Heitere Stimmung ist nicht planbar, darum genießen Sie einfach das Fest und nutzen Sie die Gelegenheit um Kontakte zu knüpfen und zu stärken.

In diesem Sinne wünscht Ihnen karriere.at eine gelungene Weihnachtsfeier! Verpassen Sie nicht unsere „Die beste Weihnachtsfeier 2011“ Aktion und sagen Sie Ihren Mitarbeitern auf diesem Weg noch ein Mal Danke! Wir freuen uns auf Ihre Schnappschüsse und die tollen Geschichten, die dahinterstecken!

Bildnachweis: www.istockphoto.com und www.colourbox.com

Redaktion

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