Vorsicht, Weihnachtsfeier!

von in Arbeitsleben, Arbeitsrecht am Donnerstag, 27. November 2014 um 11:24

Im Dezember geht’s nicht ohne – Weihnachtsfeiern! Kann mich der Chef zur Teilnahme verpflichten und muss die Firma jedes Jahr eine Feier veranstalten? Können exzessiver Alkoholkonsum und ausgelassene Feierlaune ein übles Nachspiel haben? Rechtsexperte Ingo Kaufmann weiß, was es vor und vor allem während der Feier aus juristischer Sicht zu beachten gibt.

Fight For Your Right (to Party)?

Alle Jahre wieder: In den Restaurants und Gasthäusern herrscht Hochbetrieb, denn es wird gefeiert. „Weihnachtsfeiern polarisieren. Während sich die einen darauf freuen, überlegen sich die anderen, ob sie überhaupt daran teilnehmen müssen“, erklärt Ingo Kaufmann, Vorstand der D.A.S. Rechtsschutz AG. Partytiger dürfen nicht davon ausgehen, dass es jedes Jahr eine Weihnachtsfeier gibt. Auch wenn es jahrelang so Brauch war: Beschließt der Arbeitgeber, keine Weihnachtsfeier zu veranstalten, haben Arbeitnehmer keinen Rechtsanspruch darauf.

Muss ich zur Weihnachtsfeier gehen?

Weihnachten BüroMit Kollegen und Führungskräften in gezwungener Atmosphäre „feiern“? Manchmal würde man sich Chef und Kollegen vielleicht gerne sparen. Ob die Firma zur Teilnahme an der Feier verpflichten kann, hängt vom Zeitpunkt ab. „Bei Weihnachtsfeiern muss man unterscheiden, ob diese innerhalb oder außerhalb der Arbeitszeit stattfinden. Während der Arbeitszeit besteht prinzipiell Anwesenheitspflicht, diese Zeit wird auch bezahlt. Außerhalb der Arbeitszeit ist die Teilnahme freiwillig und wird in der Regel auch nicht entlohnt“, erklärt Kaufmann. Von kommentarlosem Fernbleiben wird jedenfalls aus Höflichkeitsgründen abgeraten.

Zuviel Party kann der Karriere schaden

PartyAusgelassene Stimmung und eine gut sortierte Bar – eine Mischung mit Gefahrenpotenzial. Die Gratwanderung zwischen heiterem Feiern und kapitalem Absturz gelingt nicht jedem. Manche Aktionen sind nur peinlich, im schlimmsten Fall können sie arbeitsrechtliche Konsequenzen haben. Beleidigungen, Formen von sexueller Belästigung oder Handgreiflichkeiten können zur Entlassung führen. „Es ist grundsätzlich nach Art und Schwere des Vorfalls zu beurteilen, ob ein Entlassungsgrund vorliegt“, so Kaufmann. In ausgelassener Stimmung den Chef auf der Weihnachtsfeier beschimpfen, kann sehr wohl einen Entlassungsgrund darstellen. „Im Einzelfall sind stets die Begleitumstände und Vorgeschichte des Vorfalls sowie die üblichen Umgangsformen im Betrieb zu berücksichtigen.“

Weihnachts(krank)feiern

Tanzen bis in die Morgenstunden? Folgt auf die Weihnachtsfeier ein Arbeitstag, ist einfach Zuhause bleiben kein Kavaliersdelikt. „Den nächsten Tag kann man sich nicht einfach so frei nehmen, das geht nur im Einvernehmen mit dem Vorgesetzten. Arbeitnehmer, die ihre Arbeitsunfähigkeit nur vortäuschen und einfach „blaumachen“ oder „krankfeiern“, riskieren ihren Arbeitsplatz“, warnt Kaufmann. Grundloses spontanes Fernbleiben vom Arbeitsplatz ist ein Entlassungsgrund. Am besten, man beantragt rechtzeitig einen Urlaubstag oder Zeitausgleich.

Bildnachweis: Halfpoint / Shutterstock; Brt / Shutterstock; Elnur / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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